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Feuerdämon: Lex Falkners erstes Abenteuer (German Edition)

Feuerdämon: Lex Falkners erstes Abenteuer (German Edition)

Titel: Feuerdämon: Lex Falkners erstes Abenteuer (German Edition)
Autoren: Maxima Moosmax
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Prolog
     
     

    Helmut Winklers Gesicht war schneeweiß vor Aufregung. Ungläubig starrte er auf den Brief. Seine Haushälterin hatte ihn auf seinen Frühstückstisch gelegt, nicht ahnend, dass sie ihn damit in die Vergangenheit zurückführte. Diese Schrift kannte er wie seine eigene, doch er hatte sie seit 25 Jahren nicht mehr gesehen. Seit sein bester Freund, von dem dieser Brief stammen musste, gestorben war.
    Trotzdem hatte er den Brief jetzt vor sich. Eigentlich sollte er sich nicht wundern, Thomas war auch zu Lebzeiten immer für Überraschungen gut gewesen, aber über den Tod konnten selbst Thomas und seine Kräfte sich nicht hinwegsetzen.
    Helmut öffnete vorsichtig den Brief. Seine zitternden Hände verhinderten beinahe, dass er das Papier unbeschadet aus dem Umschlag fummelte. Thomas hatte das Blatt datiert. Er hatte diesen Brief am Tag seines Todes geschrieben.
    Fasziniert begann Helmut zu lesen.
     
     

    Mein lieber Freund,
    Ich schreibe dir heute aus traurigem Anlass. Wenn du diese Zeilen liest bin ich schon lange tot. Mach dir keine Vorwürfe, weder du noch ich hatten die Macht meinen Tod zu verhindern. Trotzdem bin ich dir dankbar, dass du es versucht hast.
     
     

    Helmut legte das Blatt beiseite um sich eine Träne aus dem Augenwinkel zu wischen. Nein, sie hatten es beide nicht verhindern können. Dass Thomas schon über seinen eigenen Tod Bescheid gewusst hatte, bevor es soweit war, erschreckt ihn zutiefst. Er schluckte schwer und las weiter.
     
     

    Nun, mein lieber Freund und Schüler, ich habe leider nicht viel Zeit dir das Wichtigste mitzuteilen, was in meinem Leben geschehen ist. Renate ist schwanger. Sie weiß es selbst noch nicht, doch ich habe es gerade eben gesehen. Du weißt, dass ich das nicht wollte, denn was wird der arme Junge schon erben? Meinen Namen erbt er nicht, mein Vermögen ist bereits verplant und ich habe leider nicht die Zeit, die Vorkehrungen, die ich getroffen habe rückgängig zu machen. Allein den Fluch meiner Gabe werde ich ihm hinterlassen. Auch meiner Geliebten Renate konnte ich nichts vermachen, außer einem Kind, das ich nie haben wollte.
     
     

    Helmut ließ das Papier wieder sinken, Thomas und Renate waren ein schönes Paar gewesen, aber Thomas hatte sich immer geweigert, ihr diesen einen Wunsch, gemeinsam eine Familie zu gründen, zu erfüllen. Sein Leben hatte er ganz dem Kampf gegen das Böse gewidmet, und doch hatte er sich nie etwas anderes gewünscht, als ein normales Leben zu führen. Helmut hatte oft mit Renate über ihren Kinderwunsch gesprochen, sie hatte versucht Thomas zu verstehen, aber wie Helmut selbst war es auch ihr schwer gefallen zu verstehen, weshalb Thomas seine Kräfte immer als Fluch gesehen hatte. Er las weiter:
     
     

    Ich habe viel darüber nachgedacht, wie es nun weiter gehen soll und mich dazu entschlossen, dir erst jetzt, wenn mein Sohn erwachsen ist, von ihm zu erzählen. Ich möchte meinem Sohn die Chance geben, normal aufzuwachsen, denn ich selbst hatte diese Möglichkeit nicht. Trotzdem möchte ich ihm einen Mentor zur Seite stellen. Du bist der einzige Mensch, dem ich das Wohlergehen meines Sohnes anvertrauen kann. Renate wird ihn zu einem großartigen Menschen erzogen haben, doch wie er mit seiner Gabe umgehen muss, das kann er nur von jemandem lernen, der sie selbst besitzt. Daher bitte ich dich, steh meinem Sohn zur Seite und hilf ihm, seine Kräfte zu kontrollieren.
    Ich kann nur hoffen, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, dir erst jetzt von meinem Sohn zu erzählen. Sieh es nicht als mangelndes Vertrauen, in diesem Moment, jetzt gerade, halte ich es für die beste Möglichkeit.
     
     

    Thomas
     
     

    Helmut legte den kurzen Brief beiseite. Das Schicksal war so grausam. Renate hatte nach Thomas Tod ein neues Leben begonnen und Helmut nicht wieder kontaktiert. Trotzdem hatte er von ihrem tragischen Ende gehört. Sie war nur wenige Jahre nach Thomas selbst an Krebs gestorben. Thomas Sohn war also als Waise aufgewachsen. Wie alt mochte der Junge gewesen sein? Helmut erinnerte sich nicht mehr. Er würde Nachforschungen anstellen müssen, denn er konnte nicht davon ausgehen, dass der Junge überhaupt etwas von seinen geerbten Kräften wusste.

Donnerstag, 17. April
     
     

    Feuer, überall! Meine Welt war ein prasselnder, glühend heißer Höllenpfuhl. Eine Welle unkontrollierbarer Panik spülte jeden rationalen Gedanken davon. Wie verrückt wollte ich laufen, dem Feuer entkommen, doch ich konnte nicht,

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