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Fette Voegel gehen oefter fremd

Fette Voegel gehen oefter fremd

Titel: Fette Voegel gehen oefter fremd
Autoren: Gunther Mueller
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E inleitung
    Der aufregendste Satz in der Wissenschaft, derjenige, der neue Entdeckungen ankündigt, ist nicht »Heureka« (Ich hab’s gefunden!), sondern »Das ist aber komisch   …!«
    Isaac Asimov
    Wissenschaftliche Entdeckung und wissenschaftliches Wissen wurden nur von denen hervorgebracht, die danach gestrebt haben, ohne den praktischen Nutzen dahinter zu sehen.
    Max Planck
    Das ist die Grundlage der Wissenschaft: Stell eine unsachliche Frage und du bist auf dem Weg zu der richtigen Antwort.
    Jacob Bronowski
    W issenschaft gilt allgemein als eine Art geistiger Brennstoff, der uns Menschen in die Zukunft treibt. Die ständige Suche nach objektiver Wahrheit und die möglichst fehlerfreie Erforschung der Realität führen uns zu den Ursachen, Gründen und Gesetzmäßigkeiten, mit denen wir die Welt und uns selbst erfassen, erklären und verstehen können.
    Mittels Beobachtung, Experiment und anderen systematischen und kontrollierbaren Verfahren treibt derMensch sein Streben nach Wissen voran. Wissenschaft schaut dabei gelegentlich über den Tellerrand, das ist bekannt, das ist man gewohnt.
    Manchmal ist Wissenschaft aber eben einfach nur verrückt, schießt über das Notwendige und Nützliche hinaus. Bisweilen wird eben auch neugierig und experimentierfreudig jenseits des Tellers geforscht. Denn besonders in augenscheinlich Banalem und mutmaßlich Unwichtigem verbleiben die größten Täuschungen, Unklarheiten und Vorurteile. Auch dort sucht der Mensch als Wissenschaftler nach Vollständigkeit, Systematik und Klarheit. Die Berichte von dieser Forschungsfront, an der Grenze zum erkenntnistheoretisch Verrückten und wissenschaftstechnisch Skurrilen, wirken dann gelegentlich auch etwas absurd – zu Unrecht.
    Angesichts ihrer Begriffsvielfalt müssen wissenschaftliche Studien nicht nur nach ihren Gegenstandsbereichen und ihrem methodischen Vorgehen, sondern auch nach der ganz besonderen Art und Weise ihrer Durchführung unterschieden werden. Zwischen ereignislosem Wissenschaftsalltag und perversen Exzessen der Forschung sind »verrückte Studien« eine grundlegende Form der Wissensgewinnung. Alle in diesem Buch gesammelten wissenschaftlichen Studien haben das Prädikat »verrückt« verdient. Die verrückte Wissenschaft ist eher lachhaft als pompös und eher skurril als alltäglich. Sie fürchtet nicht die Probe der Lächerlichkeit. Wenn man Lächerlichkeit als einen Prüfstein der Wahrheit sieht, dann verträgt verrückte Wissenschaft es auch, in diesem Licht zu erscheinen.
    Wissenschaft ist grundsätzlich die Bereitschaft, über etwas zu spekulieren und dies dann objektiv und methodisch zu überprüfen. Neben der Grundlagenforschung, die sich auf das Hervorbringen von Innovationen konzentriert, und der angewandten Forschung, die nach praktischen Anwendungsmöglichkeiten sucht, gibt es Forschung ohne Konvention. Sie sucht und findet, oft belächelt, jenseits gängiger Pfade und fern der gehypten Großforschungsprojekte auch in der Kuriosität und Skurrilität nachvollziehbare und gesicherte Erkenntnisse. »Verrückte Wissenschaft«, dieser Art des Forschens ist dieses Buch gewidmet.
    Verrückt ist es beispielsweise, Forschungsgegenstände aufzugreifen, die zunächst abwegig anmuten und weder kurz- noch langfristig verwertbar erscheinen. Verrückte Wissenschaft erweist sich durch diese vermeintliche Sinn- und Zweckfreiheit und ihre Ferne zum medial begleiteten Mainstream als die tatsächlich freie Forschung. Frei von allen Entstehungs-, Begründungs- und Verwendungszusammenhängen, frei von Werten und Zwängen steht sie für die Idee des kreativen und gleichwohl methodischen Forschens.
    Das freie, aber dennoch sach- und methodenverständige Spiel mit Forschungsfeldern und -objekten ist das, was entscheidende Impulse für großartige Ideen auslösen kann. Forschungsprojekte, die anfangs unangebracht oder zu radikal erscheinen, sind genau die Vorhaben, die den Verstand schärfen und geschmeidig halten.
    Es gibt keinen Ort, keine Banalität im Universum, den bzw. die man nicht sorgfältig, gewissenhaft und klug mit den Instrumenten der Wissenschaft dokumentieren, bemessen und analysieren kann. Verrückte Wissenschaft vermag auf vielleicht vollständige Weise das erkennbare Universum abzubilden – mitsamt seinen Verrücktheiten und Zufälligkeiten. Deshalb wohnt gewissermaßen die Verrücktheit der Forschung inne.
    Und dort, wo der Mensch mit Wissenschaft spielen darf, entfaltet er auch sein ureigenstes Wesen.

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