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Federzirkel 02 - Verführung und Hingabe

Federzirkel 02 - Verführung und Hingabe

Titel: Federzirkel 02 - Verführung und Hingabe
Autoren: Linda Mignani
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Kapitel 1
     
    Dean lauschte der lasziven Stimme und verzog das Gesicht, denn das Gesagte kam direkt aus der Hölle, drang unter die Oberfläche, wo es ein nachhaltiges Kribbeln verursachte. Dean trommelte verärgert auf seinen Oberschenkel, wünschte, die Sprecherin läge vor ihnen auf dem Strafbock – nackt, unwillig und bebend. Jedes einzelne Wort bekäme sie zu spüren, und Schmerz wäre nicht das Einzige, was sich den Weg durch den Körper bahnte. Ihre Unwilligkeit würde sich mit den Sinneseindrücken in heißes Entgegenkommen verwandeln.
    Der Wangenmuskel seines Bruders John zuckte. Jeder, der ihn kannte, wusste, es war ein Alarmzeichen. Eine Schiava hätte jetzt Grund, erregende Furcht zu verspüren.
    „Indigo Blue“, knurrte Dean. „Zu feige, um den eigenen Namen zu benutzen.“
    John bedeutete ihm, still zu sein.
    Lust und Begierde durchziehen eine samtige Nacht. Liebespaare, die in die Arme der Erfüllung sinken, sich unter den Strahlen des Mondes voller Zärtlichkeit und Verlangen der Leidenschaft hingeben. Paare, die sich respektieren und es genießen, ihren Partner nach allen Regeln der Kunst zu verführen. Sanfte Lippen, die erwartungsvoll über Muskeln streicheln, liebevolle Fingerspitzen, die vorsichtig stimulieren, bis eine stärkere Reizung erwünscht ist.
    Sie senkte die Stimme zu einer heiseren Liebkosung. Das musste man ihr lassen, gab Dean zähneknirschend zu, sie wusste sie einzusetzen. Dennoch verspürte er den Drang, die blöde Kuh in den Federzirkel zu verschleppen und ihr gehörig den Arsch zu versohlen, nicht nur sprichwörtlich, sondern die Haut unter seiner Hand zu spüren, bis sie heiß und glühend rot leuchtete. Ihre Schmerzensschreie würden verstummen, wenn sie ihren Orgasmus hinausschrie. Und das wäre erst der Anfang einer verdammt langen Nacht.
    Es existiert die andere Seite der Triebhaftigkeit, die dunkle Seite. Ich hörte von einem exklusiven SM-Club, der sich Federzirkel nennt. Ein unschuldiger Name für eine tiefschwarze Ansammlung Perverser, eine Bezeichnung, die ihnen nicht gerecht wird.
    Indigo Blue lachte kehlig.
    Sie tauschten einen vielsagenden Blick. John sah aus, als ob er das Notebook durch seine Augen zum Zerbersten bringen wollte. Dean spielte mit dem Gedanken, es auf den Boden zu werfen und auf ihm herumzutrampeln.
    Ich sehe sie vor mir, eine Gruppe fetter, alter Kerle, die ihre Triebe ausleben. Altmännerfantasien, zu hasenherzig, um es mit einer richtigen Frau aufzunehmen; die ihre Partnerinnen fesseln müssen, da sie sonst leer ausgehen. Sie wollen Macht ausüben, ihre Opfer aussaugen wie Vampire, und dann lassen sie die Überreste verletzt und hilflos zurück. Tränen nehmen sie gern in Kauf, zeigt es doch, wie männlich sie erscheinen.
    Johns Wangenmuskel zuckte, stärker als zuvor. Dean verstand es, den Arsch zu versohlen reichte nicht. Es wäre besser, die Schnepfe zu fesseln und ihrem Leib eine Erfahrung zuteilwerden zu lassen, die eine Altmännerfantasie erblassen ließ. Denn eine Session im Federzirkel beschränkte sich nicht auf Schmerz, die Maestros forderten alle Sinne der Sklavinnen, beherrschten es meisterhaft, Angst in Lust zu verwandeln.
    Sie zwingen die jungen Frauen, auf dem Boden herumzukriechen, nachdem sie ihre Wohnungen putzen mussten. Angeblich sind Tritte nicht verpönt.
    Sie lachte abfällig, kicherte wie eine Hexe. Dean sah sie vor sich – eine graue Maus, die noch nie einen richtigen Mann abbekommen hatte, enttäuscht vom Leben, von ihrer Arbeit und von Kerlen im Besonderen. Wahrscheinlich kam sie schwer zum Orgasmus, traute sich nicht, ihre Wünsche mitzuteilen, und lebte zusammen mit einer Horde Katzen in einem verwahrlosten Haus.
    Meine Quellen verrieten mir, dass zwei Brüder den Federzirkel leiten. Ich hörte, sie sind die Impotentesten von allen. Sie verprügeln ihre Opfer, geilen sich an der Pein der verlorenen Wesen auf, die gerade an der Schwelle vom Mädchen zur Frau stehen. Ein Body-Mass-Index von 17 bis maximal 21 ist vorgeschrieben. Verglichen mit den Brüdern soll Quasimodo gutaussehend und gepflegt sein: Sie sind bärtig, ungepflegt, zudem bestückt mit Achselhaaren, die wie Vogelspinnen unter ihren Armen hervorlugen.
    Sie atmete heftig wie ein Stier.
    Mehr Frau können sie nicht bändigen.
    Erneut dieses kehlige Lachen, das ihn wie ein Moskito umschwirrte. Vielleicht war sie füllig. Umso besser, in diesem Fall bot der Arsch genügend Aufprallfläche.
    Auf Johns Gesicht lag ein Hauch von Belustigung, und sie sahen

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