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Elfriede im Salon (German Edition)

Elfriede im Salon (German Edition)

Titel: Elfriede im Salon (German Edition)
Autoren: Henry Milk
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darbot, dazu noch das Höschen herunterzog, so war das eigentlich eine Aufforderung zu mehr als einem Klaps. Der arme Dr. Schwarz. Er musste doch denken, dass sie die Nutte sein wollte. So war das aber nicht. Wie sagt man? Elfriede hatte keine weiteren kommerziellen Absichten. Das, was sie machte, war gewissermaßen eine Gratwanderung, und als sie ihren nackten Arsch Dr. Schwarz entgegenstreckte, war das wie ein kleiner Absturz. Es war nur fair, die Herren halbnackt oder nackt zu bedienen. Inkonsequent waren die Dessous, die sie trug, denn sie sollten nichts anderes, als sie aufreizend und schön zu machen. Andererseits war sie sich bewusst, dass zu ihrem Job gehörte, an jedem Abend schön und aufreizend zu sein. Sie musste dem Philosophen helfen, ihre Verlegenheit zu überwinden. Statt ihrer Verlegenheit konnte in ihren Gemüter ein wenig Derbheit Platz nehmen. Das war zwar philosophisch gesehen nicht ganz korrekt, führte aber vielleicht zu der Ausgelassenheit, die die Männer an diesem Abend brauchten. Sie hatte den Männern versucht klarzumachen, dass sie nicht die zweite Nutte war, aber andererseits würde sie gerne einen Klaps hinnehmen, auch wenn sie ganz nackt war. Es machte ihr nichts aus, an diesem Abend ganz nackt zu sein und beim Servieren einen Klaps auf ihr nacktes Hinterteil zu bekommen. Irgendwie war es auch logisch, den Herren Gelegenheit zu geben, diesen Klaps einzuüben. War es nicht folgerichtig, beim ersten Mal eine Position einzunehmen, die demonstrativ und auch ohne Worte zu einem Klaps aufforderte? Sie hätte aufrecht bleiben können, aber sich zu beugen, um das Ziel zu präsentieren, war vielleicht beim Einüben, beim ersten Mal suggestiver, überzeugender; aber natürlich auch schockierender. Da sie klargestellt hatte, dass sie diese kleine Handgreiflichkeit zulassen würde, war es wohl richtig, die Männer am nackten Objekt üben zulassen. Elfriede wusste, dass sie einen “guten” Arsch hatte, einen heißen Arsch. Etliche Liebhaber hatten ihr dies versichert. Das Problem war, dass wenn sie diesen “guten” Arsch irgendjemand entgegenstreckte, so war dies nicht nur eine Aufforderung ihrem Arsch einen Klaps zu geben, sondern auch eine unausgesprochene Aufforderung, sie zu ficken und es löste mit Sicherheit auch die Begierde aus, sie zu ficken. Der arme Dr. Schwarz. Sie war vielleicht zu weit gegangen, obwohl alles logisch und folgerichtig erschien. Sie hätte das Höschen aufrecht stehend herunterstreifen sollen.
    Aber vielleicht hatte ihre Aktion doch etwas Gutes. Sie musste die Hemmungslosigkeit demonstrieren, die die Männer annehmen mussten. Kurzzeitig spielte sie mit dem Gedanken, jede Hemmung fallen zu lassen und als Gespielin den Männern zu dienen. Nein, sie wollte nicht das Geld der Nutte, aber es erschien ihr, wenn sie den Abend vollständig in ihre Hand nehmen würde, dieser ein voller Erfolg sein würde. Sie würde die Nutte lenken, ihr Befehle geben und die Männer könnten sich mit zwei Frauen vergnügen. Ein wenig berauschte sie sich an der Macht, die sie haben könnte. Nein, dies ginge zu weit. Es würde schon so nicht einfach sein, die kommenden Ereignisse dieses Abends folgenlos zu lassen. Es würde ihr unausgesprochenes Geheimnis bleiben. Wenn die Herren sich wieder gewöhnlichen Themen annehmen würden, wenn sie über den Urknall diskutierten oder über die neue Nato-Doktrin, würde sie ihnen dienen, im kleinen Schwarzen wie üblich und die Herren würden sich vielleicht sehnen, sie nochmals in Dessous zu sehen. Seltsamerweise konnte sie sich vorstellen, was in ihren alten Herrschaften vor sich ging. Sie wusste, dass die Philosophen genug Disziplin und Anstand besaßen und irgendwie traute sie Robert Unmuth zu, die zukünftige Situation souverän zu beherrschen. Und wenn aus einer Laune heraus, ein Klaps oder lockere Bemerkung entstehen würde, könnte man darüber lächeln. Wenn sie sich von den Männern ficken lassen würde, wäre es später nicht so einfach. Elfriede zog sich wieder auf sichere Positionen zurück. Es war fair und vollständig okay, dass sie nackt bedienen würde. Nur so konnten die Männer ihre Gegenwart akzeptieren, so war sie gleiche unter gleichen, ohne Objekt zu werden. Sie wurde hier gebraucht. Nicht nur musste sie sich um das Übliche kümmern, nein ihre Präsenz musste den Männern Sicherheit geben, denn ihre nackte Anwesenheit würde der Nutte unmissverständlich klar machen, dass sie mit den Männern nicht umspringen konnte, wie sie

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