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Elfriede im Salon (German Edition)

Elfriede im Salon (German Edition)

Titel: Elfriede im Salon (German Edition)
Autoren: Henry Milk
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eines solchen Kollektivs nicht besonders gut. Nach einer Faustregel ist dieser der Quotient des Dümmsten durch die Anzahl der Mitglieder des Kollektivs. Man konnte Elfriede nicht daran hindern, die Tür zu öffnen.
    Dr. Schwarz hatte die Phantasie, es könne die eineiige Zwillingsschwester von Elfriede eintreten. Dies war an sich unwahrscheinlich, vermutlich unwahrscheinlicher als ein Lottogewinn mit sechs Richtigen, aber Dr. Schwarz gelang es, in den wenigen Sekunden, die er Zeit für diese Phantasie, diesen Traum hatte, sich in diesen hineinzusteigern. Elfriede hatte niemals erwähnt, dass sie eine Zwillingsschwester hatte. Andererseits hatte sie nie viel über ihre Familie erzählt und Dr. Schwarz wusste auch nicht, ob sie überhaupt Geschwister hatte. Im Moment nahm er an, dass Elfriede eine Zwillingsschwester hatte, was an sich nicht so unwahrscheinlich ist. Die Chancen dafür lagen etwa so hoch wie ein Lottogewinn mit drei Richtigen. Dass diese bisher unerwähnt geblieben war, verringerte etwas die Wahrscheinlichkeit ihrer Existenz. Aber das die Zwillingsschwester eine Nutte war, hätte keiner von ihnen angenommen. Vermutlich wünschten sich die beiden anderen Männer unbewusst auch, dass Elfriedes Alter Ego, äußerlich eine perfekte Kopie, zur Tür hereinkommen würde. Obwohl Dr. Schwarz nicht sonderlich mathematisch begabt war, versuchte etwas in ihm kurzzeitig die Chance, dass die Phantasie Wirklichkeit war, hochzurechnen. Es gab jede Menge Nutten in dieser Stadt und Robert Unmuth hatte vermutlich die größte Agentur angerufen. Wie sich gezeigt hatte, war Elfriede hemmungslos, ein Luder und hatte wahrscheinlich selbst das Zeug für eine Nutte. War es da so unwahrscheinlich, dass ihre Zwillingsschwester eine Hure war? Wenn man von Elfriedes Qualitäten ausging, würde diese für die beste Agentur arbeiten. Vielleicht hatte Elfriede Robert Unmuth bei der Auswahl der Agentur beeinflusst und anschließend dafür gesorgt, dass ihre Schwester zum Einsatz kam. Das war irgendwie logisch, denn es handelte sich um einen lukrativen Auftrag; immerhin waren die Männer bereit, neunhundert Mark für diesen Abend der Lust zu bezahlen. So einen Auftrag schanzt man gerne einem Familienmitglied zu. Die beiden Schwestern würden die gleichen Dessous tragen und ein ziemliches Verwirrspiel könnte eingeleitet werden. Im Grunde genommen waren zwei Szenarien denkbar. Die Elfriede, die man kannte, würde ihnen servieren, war nackt oder in Dessous, würde aber nicht mehr zulassen als einen Klaps auf ihren nackten Arsch, während die “andere” Elfriede - Dr. Schwarz fand keine bessere Bezeichnung für den Zwilling - sich ficken lassen würde. Während Elfriede vielleicht an den Diskussionen teilnehmen würde, würde die “andere” Elfriede gespielte Lustgeräusche von sich geben. Ein weiteres Problem war, ob man nicht lieber mit der, die man kannte, den Beischlaf vollziehen sollte und die Unbekannte servieren lassen oder eben umgekehrt. Mit jemand Vertrautem ist man lieber intim, zumindest meistens. Wenn sie Sex mit der “anderen” Elfriede hatten, konnten sie sich vollständig der Illusion hingeben, die richtige Elfriede zu ficken, ohne das anschließend das Verhältnis zu der richtigen Elfriede belastet wurde. Das zweite Szenario bestand einfach darin, dass die Frauen ein Verwirrspiel begannen, sodass man sich nicht sicher sein konnte, welcher man einen Klaps gab und welche damit beschäftigt war, mit sinnlichem Mund die Genitalien der alten Männer aufzurichten. Die Frauen hätten sich abgesprochen und die richtige Elfriede hätte der falschen einiges über die Geschichte des Salons erzählt. Zudem hätte man verabredet, gar nicht so viel zu sagen und statt dessen Lustgeräusche oder Lachen von sich zu geben. Als Höhepunkt des Abends würde man gemeinsam mit beiden Frauen Sex haben; das Gekicher hätte ein Ende und würde in lustvolles Stöhnen übergehen. Nun war eh alles Einerlei und auch die Frage besser die Bekannte oder die Unbekannte vor sich zu haben, stellte sich nicht mehr. Fairerweise müsste man der Richtigen das gleiche Geld zu kommen lassen.
    Es war schon wirklich erstaunlich, dass Dr. Schwarz diese kurzen Augenblicke nutzte, sich in diese Phantasie zu flüchten. Es blieb ihm keine Zeit, im Falle des ersten Szenarios für sich zu entscheiden, ob es besser sei, Elfriede oder die unbekannte Zwillingsschwester zu ficken. Untersucht man das Unbewusste von Dr. Peter Schwarz, so findet man eine Präferenz für

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