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Eiskalte Rache: Thriller (German Edition)

Eiskalte Rache: Thriller (German Edition)

Titel: Eiskalte Rache: Thriller (German Edition)
Autoren: Varg Gyllander
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kehrte er zu seiner aufgeschlagen auf dem Tisch liegenden Zeitung zurück. Er überflog die Todesanzeigen und sortierte routiniert alle Verstorbenen aus, die älter waren als er. Es blieben zwei übrig, die einen allzu frühen Tod gestorben waren. Er hatte erst die eine Anzeige gelesen, als das Telefon klingelte. Ulf Holtz schaute auf die Uhr und fragte sich etwas verärgert, wer so spät noch anrief. Es war fast neun Uhr abends. Nach fünfmaligem Klingeln konnte er das Telefon dann nicht länger ignorieren.
    »Ja, Holtz«, sagte er, allerdings etwas freundlicher, als er es erst vorgehabt hatte. Er hörte der Person am anderen Ende kurz zu.
    »Unglaublich. Ich komme sofort.« Er legte auf.
    Einige Sekunden lang dachte er darüber nach, ob er seine Kollegin von der Forensischen Abteilung, Pia Levin, anrufen sollte, beschloss aber, es bleiben zu lassen. Wenn es sich so verhielt, wie von Ellen Brandt am Telefon beschrieben, dann würde er sie ohnehin später verständigen müssen. Es war von Vorteil, wenn sie dann ausgeschlafen war.
    Er ging ins Schlafzimmer und holte einen dicken, roten Pullover, der ordentlich zusammengefaltet auf dem Bett lag, und zog ihn an. Dann betrachtete er sich im Spiegel an der Innenseite der Schranktür. Er ging in die Diele, nahm die warme Winterjacke mit pelzgesäumter Kapuze vom Kleiderbügel und schlüpfte hinein. Anschließend griff er zu seinen pelzgefütterten Handschuhen, zog eine Mütze mit Ohrenklappen und seine festen Stiefel an und begab sich in die Kälte. Er war erstaunt, wie eisig es im Laufe des Abends geworden war. Sein Atem kondensierte in der Luft, als er mit raschen Schritten zu seinem Wagen ging. Er freute sich über die Motorheizung, denn der Motor sprang ohne Protest an. Während er auf der Autobahn südwärts fuhr, wurde es im Wageninneren langsam warm, und er genoss die Musik aus dem Radio. Länger als eine halbe Stunde sollte es nicht dauern, dachte er, drehte das Radio lauter und sang das französische Chanson mit, das er so gut kannte.
    Fünfundzwanzig Minuten später erreichte er die Abfahrt nach Stjerneby. Er verließ die Autobahn und geriet wenige Minuten später in eine Straßensperre. Überall um ihn herum blitzten Blaulichter in der Dunkelheit auf. Eine Handvoll Fahrzeuge wartete geduldig vor zwei Mannschaftswagen, die Stoßstange an Stoßstange die Straße blockierten. Ein Beamter in Uniform lehnte sich in den ersten Wagen und unterhielt sich mit dem Fahrer. Er schaltete eine Taschenlampe ein, leuchtete in den Wagen und gab dem Fahrer dann ein Zeichen, dass er weiterfahren könne. Einer der beiden Mannschaftswagen setzte gerade so weit zurück, dass der Wagen weiterfahren konnte. Bald waren die roten Rücklichter in der Dunkelheit verschwunden.
    Holtz legte den ersten Gang ein und fuhr auf der Gegenfahrbahn langsam an der Schlange vorbei. Der Beamte mit der Taschenlampe kam entschlossenen Schritts auf ihn zu.
    Holtz drückte auf den Knopf zum Öffnen des Seitenfensters.
    »Sehen Sie nicht, dass hier eine Straßensperre ist? Ist das so schwer zu begreifen …«
    Holtz hielt seinen Ausweis in die Höhe, und der Beamte verstummte.
    »Holtz von der Forensik. Man hat mich herzitiert«, sagte er, noch ehe der Beamte seine Sprache wiedergefunden hatte.
    Der Beamte wirkte, als müsste er erst einmal nachdenken.
    »Okay, Sie dürfen weiterfahren. Einfach geradeaus«, sagte er dann.
    Charmant, dachte Holtz, nickte dem Uniformierten zu und legte den ersten Gang wieder ein. Während er durch die Dunkelheit fuhr, überlegte er, wie er den Sportplatz finden sollte.
    Er hätte sich diese Sorge sparen können. Nach etwa einem Kilometer sah er ein orangefarbenes Licht, das einen Fußballplatz erleuchtete. Auf dem Platz standen, von Polizisten umringt, Hunderte von Menschen. Holtz konnte sich nicht erinnern, jemals so viele Polizeiwagen auf einmal gesehen zu haben. Auf allen blinkten die Blaulichter. Ein Lastwagen parkte mit dem Kühler in seine Richtung, daneben stand die Kriminalkommissarin Ellen Brandt, wie immer mit dem Handy am Ohr.
    Um den Lastwagen herum hing ein blauweißes Flatterband.
    Er stellte den Wagen ab, blieb aber noch ein paar Minuten sitzen. Die Kälte draußen war alles andere als einladend. Schließlich nahm er aber doch seine Tasche vom Beifahrersitz, holte tief Luft, atmete geräuschvoll durch die Nase aus und stieg aus. Der Schnee knarrte unter seinen Stiefeln. Er zog seine Jacke enger um sich, während er auf den Lastwagen zuging. Ellen Brandt

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