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Einladung in den Palast des Scheichs

Einladung in den Palast des Scheichs

Titel: Einladung in den Palast des Scheichs
Autoren: Jackie Braun
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in Nawar verlieben würdest. Immerhin ist sie eine schöne und intelligente junge Frau. Deine Argumente gegen eine Ehe mit ihr hatten nie etwas mit deinen Gefühlen für jemand anders zu tun. Bis jetzt.“
    „Ja.“
    „Du liebst Emily“, sagte Fadilah warm. „Und sie liebt dich. Deswegen ist sie so überstürzt abgereist. Wirst du ihr folgen?“
    „Aber was ist mit dem Fest? Mit Nawar?“
    „Oh, das haben wir schon unter Kontrolle. Also? Fliegst du ihr nach?“
    Ohne ein weiteres Wort sprang Madani auf und rannte zur Tür.
    Die Trauungszeremonie hatte Emily bereits überstanden. Anschließend hatte sie eine Stunde lang auf Kommando für die Hochzeitsfotos gelächelt. Nach dem, was sie in den letzten Wochen durchgemacht hatte, konnte ihr nichts mehr etwas anhaben – nicht einmal das scheußliche pfirsichfarbene Brautjungfernkleid, dessen Puffärmel ihre Schultern wie die eines Möbelpackers aussehen ließen. Beim Sektempfang hatte sie dem frischgebackenen Ehepaar zugeprostet und ein fröhliches Gesicht gemacht, wenn ihre Cousinen und Tanten sie mitleidig anblickten.
    Wenigstens war Donna bei ihr. Beim Essen saßen sie zwar an verschiedenen Tischen, doch sobald die ersten Takte der Musik ertönten, brachte sie ihr ein Glas Gin Tonic und flüsterte: „Bald geschafft. Nach dem ersten Tanz können wir gehen.“
    „Gott sei Dank!“
    „Wenn du willst, verbrennen wir nachher dieses scheußliche Kleid in meinem Kamin. Wahrscheinlich brennt dieses billige Material wie Zunder.“
    „Klingt gut“, murmelte Emily geistesabwesend. Was wohl Madani gerade machte? Ob es ihm gut ging? Immerhin würde seine Verlobung in weniger als vierundzwanzig Stunden offiziell verkündet werden.
    „Hey, Emily“, riss Donnas Stimme sie aus den trüben Gedanken.
    „Der Mann da drüben beobachtet dich schon die ganze Zeit. Ein wirklich gut aussehender Mann.“
    „Gut aussehend oder nicht, lass mich bloß mit Männern zufrieden! Dieses Mal habe ich wirklich endgültig genug von ihnen!“ Seufzend nahm sie einen Schluck von ihrem Getränk. „Igitt, Donna! Ist das etwa purer Gin?“
    „Oh, er kommt zu uns herüber. Vielleicht möchte er mit dir tanzen.“
    Ohne aufzusehen, erwiderte Emily: „Danke, kein Bedarf!“
    „Ist das etwa dieses männliche Unterwäschemodel, dessen Poster in der ganzen Stadt verteilt sind?“
    Bei diesen Worten blieb Emily das Herz stehen. Fieberhaft blickte sie sich um. Konnte es sein, dass … Nein, natürlich nicht! Er konnte nicht hier sein! Doch dann entdeckte sie Madani, und ihr Herz machte einen Luftsprung, ehe es wie verrückt zu rasen begann.
    Mit weichen Knien lief sie ihm entgegen. Mitten auf der Tanzfläche blieben sie stehen. Ein halbes Dutzend Tanzpaare wirbelten um sie herum. Doch sie bemerkte es kaum.
    „Was tust du hier?“, schrie sie gegen die dröhnende Musik an. „Wieso bist du gekommen?“
    „Um dich zu holen.“
    „Aber deine Verlobung …“
    „Ist gelöst! Zur großen Erleichterung aller Beteiligten.“
    „Ich verstehe nicht.“
    Die Musik hatte geendet. Die anderen Tanzpaare kehrten zu ihren Stühlen zurück. Doch plötzlich verkündete der DJ: „Auf Wunsch einer einzelnen Dame kommt jetzt ein langsamer Song für das Paar auf der Tanzfläche.“
    Verwundert sah sie auf. Neben dem DJ stand Donna und hob lächelnd ihr Glas. Sanft nahm Madani ihre Hand und zog Emily fest an seine Brust.
    „Weißt du, dass deine Mutter mir Geld geboten hat, damit ich vorzeitig nach New York zurückfliege?“
    „Ja, auf diese Weise wollte sie sichergehen, dass du mich wirklich liebst. Anscheinend hat sie dir eine riesige Summe angeboten“, erwiderte er grinsend.
    „Ich habe ihr Geld nicht angenommen“, stellte Emily klar.
    „Und meines auch nicht.“
    „Nein.“
    Nachdenklich sah er ihr in die Augen. „Und was ist mit deinem Restaurant?“
    „Irgendwann werde ich es eröffnen. Oder auch nicht. Sonderbarerweise ist es mir auf einmal nicht mehr so wichtig. Auch wenn ich meinen Traum irgendwann gern verwirklichen würde.“
    „Vielleicht wird es ja sogar irgendwann eine Filiale in Kashaqra geben.“
    Das klang gut. „Vielleicht.“ Doch im Moment brannte eine andere Frage auf ihrer Seele: „Wieso konntest du den Vertrag mit Nawars Familie nun doch lösen?“
    „Ich wollte die Gesundheit meines Vaters nicht in Gefahr bringen. Beim letzten Mal, als ich versuchte, die Verlobung zu annullieren, hat er einen Herzinfarkt bekommen. Doch als ich dich im Schlosspark sah, wurde mir klar, dass ich

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