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Eine Hochzeit zum verlieben

Eine Hochzeit zum verlieben

Titel: Eine Hochzeit zum verlieben
Autoren: Carole Mortimer
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PROLOG
    „Was zum Teufel tust du da?“
    Gabriella hob die langen dunklen Wimpern und blickte mit ihren tiefblauen Augen, die an Veilchen erinnerten, über die Terrasse zu Rufus. Dem Mann, in den sie sich vor einem Jahr verliebt hatte, als ihre Mutter von seinem Vater vor den Traualtar geführt worden war. Und mit ihren achtzehn Jahren erhoffte sie sich in jugendlichem Eifer, dass er ihre Gefühle erwiderte.
    Sie hatte den Kies auf der Auffahrt zu der mallorquinischen Villa der Greshams knirschen gehört, als Rufus in seinem Leihwagen vorgefahren war. Doch sie zwang sich, ihre Nervosität zu unterdrücken und scheinbar entspannt auf der Sonnenliege liegen zu bleiben. Dabei spürte sie den heftigen Drang, aufzuspringen und zu ihrem Schwarm zu laufen, um ihn überschwänglich zu begrüßen. Doch sie wusste, dass es bei einem Mann wie ihm ratsamer war, sich in Geduld zu üben und darauf zu warten, dass er sich näherte – auch wenn er die Liebe ihres Lebens war und sie allein bei seinem Anblick weiche Knie bekam.
    Lässig stand er in der Tür, die auf die Terrasse führte. Wegen der starken Hitze hatte er das Jackett seines leichten Straßenanzugs abgelegt. Das relativ lange dunkelblonde Haar glänzte golden in der Sonne. Die hellgrünen Augen verbarg eine sehr dunkle Sonnenbrille.
    Aber seine Frage und der missbilligende Zug um die wohl geformten Lippen verrieten hinreichend, dass es ihn nicht gerade erfreute, Gabriella in einem knappen orangefarbenen Bikini bei einem Sonnenbad auf der Terrasse anzutreffen.
    Rufus hatte die Angewohnheit, sie entweder wie ein ungezogenes Kind zu behandeln oder völlig zu ignorieren. Dabei wünschte sie sich sehnlichst, von ihm als begehrenswerte Frau angesehen zu werden.
    „Was ich hier tue? Wonach sieht es denn aus?“, erwiderte sie keck. „Ich pflege meine Bräune.“ Mit einem Lächeln rekelte sie sich geschmeidig auf der Liege und bog den Rücken durch, sodass sich ihr voller Busen aufrichtete und die erregten Brustspitzen sich deutlich unter dem dünnen Stoff des Bikinioberteils abzeichneten.
    „Das sehe ich selbst, verdammt noch mal“, knurrte er bissig, und während er hinaus auf die Terrasse trat, sagte er brüsk: „Herrje, zieh dir gefälligst was über!“
    „Wie soll ich denn dann braun werden, Herr Oberlehrer?“, entgegnete Gabriella schmollend. Dann fügte sie herausfordernd hinzu: „Und warum sollte ich mir was anziehen, wenn mich außer dir keiner sehen kann?“
    Bougainvillea, der Familiensitz der Greshams, thronte oberhalb des terrassenförmig errichteten Dorfes auf einem Berghang, der einen atemberaubenden Panoramablick auf das Mittelmeer bot.
    Ungehalten fragte Rufus sich, warum es ihn überhaupt kümmerte, was dieses Mädchen trieb. Zum Glück verbargen die dunklen Brillengläser seine Gefühle, während er den Blick langsam über Gabriellas geschmeidigen vollkommenen Körper gleiten ließ, der bereits golden gebräunt war. Ihre samtige Haut glänzte von dem Sonnenöl, das sie auf ihren Oberkörper und diese schier endlos langen Beine gestrichen hatte.
    Es war ein wundervoll schlanker Körper, ohne jeden Makel, wie ihn nur ein sehr junger Mensch besaß. Ihm zu wi derstehen, wäre sicher jedem Mann schwergefallen.
    Doch genau darin hatte Rufus viel Übung, seit Gabriella vor einem Jahr in sein Leben gestürmt war und nicht im Geringsten versuchte, ihr Interesse an ihm zu verhehlen.
    Ein Interesse, das er mit seinen dreißig Jahren keineswegs zu befriedigen gedachte.
    Zumindest hatte er diese Absicht nicht gehegt, bevor er Gabriella auf der Terrasse erblickt hatte …
    „Jeder x-Beliebige hätte hier auftauchen können und …“
    „Es ist aber kein x-beliebiger aufgetaucht, sondern nur du“, widersprach sie. „Außerdem tragen die Frauen unten am Strand auch nicht mehr.“
    Erfahrungsgemäß wimmelte es am Strand zu dieser Tageszeit von Badegästen, und die meisten Frauen trugen tatsächlich knappe Bikinis. Einige sonnten sich sogar barbusig, aber sie waren auch nicht allein mit dem Mann, den sie seit einem Jahr schamlos anhimmelten!
    „Wo sind unsere Eltern?“, fragte Rufus schroff – ja sogar ein wenig verzweifelt, wie er selbstkritisch zugeben musste. Ihre Anwesenheit hätte die Situation bedeutend entschärft und ihn daher erleichtert, obwohl er seine Stiefmutter Heather beinahe so lästig fand wie diese wundervolle Kreatur, seine Stiefschwester.
    Überhaupt war er nur da, weil er gerade von einer Geschäftsreise auf das spanische Festland

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