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Ein neuer Anfang?

Ein neuer Anfang?

Titel: Ein neuer Anfang?
Autoren: SHARON KENDRICK , Pößneck GGP Media
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über die Stirn. „Mindestens fünf Jahre lang will ich keinen einzigen Kricketball mehr sehen“, verkündete sie resolut.
    „Du hast eine ziemlich gute Wurftechnik“, bemerkte Adam. „Jedenfalls für eine Frau.“
    Daraufhin kam ein Sofakissen angeflogen und traf ihn am Ohr.
    „Au! Zielen kann sie auch!“
    „Wenn du dich mit mir anlegst, tust du es auf eigene Gefahr, Adam Black!“
    „Das würde ich nicht wagen.“ Er warf ihr einen liebevollen Blick zu. „James betet dich an, Kiloran.“
    „Ich mag ihn auch sehr, obwohl er etwas anstrengend ist. Aber ich finde deinen Neffen sehr liebenswert.“
    „Ja, das ist er“, antwortete er gedankenvoll.
    James und seine Mutter hatten gerade das Wochenende mit ihnen im Herrenhaus verbracht. Es war ein perfektes Wochenende, wenn man bedenkt, was für eine zusammengewürfelte Familie wir sind, überlegte Adam.
    „Großvater liebt ihn auch“, bemerkte Kiloran. „Er liest ihm die gleichen Bücher vor wie mir, als ich in James‘ Alter war.“
    „Hm.“ Ihm war der Anflug von Wehmut in ihrer Stimme nicht entgangen. Ihr Großvater war im vergangenen Jahr zunehmend gebrechlicher geworden. Plötzlich sah er wirklich alt aus und so, als wäre seine Zeit bald abgelaufen. Adam legte die Zeitung aus der Hand. War wirklich ein ganzes Jahr vorüber?
    „Wir sind jetzt seit einem Jahr zusammen, Kiloran“, bemerkte er sanft.
    Sie lächelte. „Ich weiß. Stell dir das bloß vor: schon ein ganzes Jahr!“
    Es war ein Jahr voll Freude und Liebe gewesen, nachdem sie zusammengezogen waren. Adam hatte zwar das Apartment in Kensington behalten, aber er hielt sich nur selten dort auf, und dann begleitete sie ihn.
    Die Berufsschule, die er mit aufgebaut hatte, war in der Presse auf großes Interesse gestoßen. Dass sich unter der rauen Schale eines profitorientierten Unternehmensberaters ein weiches Herz verbarg, hatte alle Vorurteile über den Haufen geworfen.
    Adam bekam aus aller Welt Einladungen, Vorträge über das Projekt zu halten. Meistens sagte er ab und ließ jemand anderen an seiner Stelle fahren. Manchmal interessierte ihn ein Ort aber so, dass er selbst hinflog. Dann nahm er Kiloran mit, und sie sahen sich gemeinsam die Welt an.
    Eddie Peterhouse war in Singapur festgenommen worden. Er hatte vorgehabt, sich von dort aus auf eine entlegene Insel im Indischen Ozean abzusetzen.
    „Ich glaube, das hätte er keine zwei Wochen ausgehalten“, sagte Adam trocken, als er und Kiloran davon erfuhren. „Dafür liebt er die Bequemlichkeit und den Luxus viel zu sehr.“
    Das tat er tatsächlich. Er hatte in der kurzen Zeit schon fast die ganze Summe aufgebraucht, die er bei Lacey’s unterschlagen hatte. Von ihm würden sie also keinen Cent zurückbekommen. Trotzdem hatte Kiloran die Nachricht ruhig aufgenommen. Es handelte sich schließlich nur um Geld, und daran mangelte es ihr nicht mehr. Die Firma feierte einen Erfolg nach dem anderen. Vielleicht lag es daran, dass Adam nun einer der Geschäftsführer und Hauptaktionäre war. Er hatte die Anteile von Tante Jacqueline und Julia für eine gute Summe gekauft.
    „Kiloran?“
    „Hm?“
    „Komm herüber zu mir!“
    „Warum?“
    „Komm her!“ wiederholte er sanft.
    Inzwischen waren sie in jedem wichtigen Bereich gleichberechtigt, aber Adam konnte immer noch der dominante Liebhaber sein, in den sie sich verliebt hatte. Kiloran ging zu ihm und setzte sich auf seinen Schoß. Zufrieden seufzend schmiegte sie sich an ihn und begann, ihm das Haar zu zerzausen.
    Er küsste sie zärtlich auf den Mund. „O Kiloran, ich liebe dich so sehr!“
    Sie wusste, dass er sie liebte, denn er hörte nie auf, es ihr zu sagen. Es schien, als würde er die Liebe, nachdem er sie ein Leben lang bekämpft hatte, nicht für selbstverständlich erachten. Im Gegenteil. Er hatte sich ihr so begeistert ergeben wie jemand, der sich wirklich hatte bekehren lassen.
    Kiloran erwiderte seinen Kuss. „Möchtest du mit mir schlafen?“ flüsterte sie.
    Adam schüttelte den Kopf.
    „Was? Du willst nicht?“
    Adam tippte ihr auf die Nasenspitze. „Nein, meine süße Unersättliche!“ Er strich ihr eine Strähne des seidigen Haars aus der Stirn und lächelte ihr zärtlich zu. „Du hast mich nie gefragt, warum ich am Abend des Unfalls vom Flughafen zu dir unterwegs war.“
    „Stimmt.“
    „Warum nicht?“
    Sie zuckte die Schultern. „Zuerst nahm ich an, dass du ein bisschen Sex wolltest …“
    „Ja, unter anderem“, gab er zu.
    „Das habe ich mir doch

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