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Edgar und die Schattenkatzen (German Edition)

Edgar und die Schattenkatzen (German Edition)

Titel: Edgar und die Schattenkatzen (German Edition)
Autoren: Marliese Arold
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habe nicht mitgezählt. Es interessiert mich nicht besonders. Können wir jetzt über etwas anderes reden oder hat dir dieser Totenschädel so gefallen?«
    »Nein. Er war … gruselig.«
    »Na also. Dann komm. Wir wollen heute noch ein bisschen Spaß haben!«

 
     
     
     
     
     
    E dgar hielt sich dicht an Algernons Seite. Sie trotteten durch die engen Gassen. Ohne Algernon hätte sich Edgar sicherlich heillos verlaufen, aber der Straßenkater schien sich bestens auszukennen. So erreichten sie nach einer Weile einen breiten Fluss – die Themse. Nebel schwebte über dem Wasser, das nach Fisch und Unrat roch.
    Algernon sprang auf ein Abfallrohr, aus dem sich eine widerliche Brühe in den Fluss ergoss.
    »Komm her, Edgar, hier kannst du lernen, wie man Fische fängt.«
    Edgars Schnurrhaare sträubten sich ein wenig, aber er gehorchte und stellte sich hinter Algernon auf das Abfallrohr. Algernon hatte seinen Kopf weit über das Rohr hinausgeschoben und verharrte in Lauerstellung.
    Edgar sah sich um, während er auf der glatten Röhre balancierte. In einigem Abstand fuhren Schiffe über den Fluss, was Algernon jedoch nicht zu stören schien. Im Nebel wirkten die Boote und Lastkähne wie gespenstische Schatten. Auch die Geräusche schien der Nebel zu dämpfen. Einige Vögel flatterten am Ufer entlang und stießen dabei schrille Schreie aus. Einer landete nur wenige Meter entfernt und schaute die beiden Katzen interessiert mit seinen stechend gelben Augen an. Edgar wurde nervös, der Vogel kam ihm ziemlich groß vor.
    »Alles Angeber und Wichtigtuer!«, knurrte Algernon. »Die Biester warten nur darauf, dass einer von uns etwas fängt, um uns dann die Beute abzujagen. Faule Fettsäcke! Sieh sie nur an, wie dick ihr Kropf ist. Sie werden bald nicht mehr fliegen können, weil sie zu schwer sind!«
    »Lügner, Lügner!«, kreischte die Möwe und trippelte am Ufer entlang. »Das sagst du nur, weil du nicht fliegen kannst. Du bist neidisch, jawoll!«
    »Hör nicht auf dieses Ungeziefer, Edgar!«, brummte Algernon. »Diese Möwen sind die Pest. Und nimm dich in Acht vor ihrem Schnabel.« Plötzlich schnellte er blitzschnell vor und hatte tatsächlich einen kleinen Fisch in der triefenden Pfote. »Bingo! So macht man das!«
    Der Fisch zappelte. Algernon warf ihn Edgar zu. »Hier, iss! Normalerweise bin ich nicht so, aber heute habe ich meinen großzügigen Tag.«
    Edgar versuchte, den Fisch aufzufangen. Er war nicht besonders geschickt, und fast wäre der Fisch ins Wasser zurückgeschnellt. Der schwarze Kater trat mit der Pfote auf die Schwanzflosse. Der Fisch drehte und wand sich. Edgar starrte angewidert auf die Beute. Dieses glitschige Ding sollte er essen?
    Algernon, der ihn beobachtete, kicherte. »Kennst du keinen Fisch?«, fragte er. »Noch nie welchen gegessen?«
    »Noch keinen … lebendigen«, ächzte Edgar, der Mühe hatte, den Fisch festzuhalten. Um ein Haar wäre er ihm entwischt. Er musste die zweite Pfote benutzen. Edgar dachte daran, wie lecker Emmas Futter immer ausgesehen hatte – appetitlich auf einem Teller oder in einer Schale angerichtet. Und nun vor seiner Nase – dieser ekelhafte, stinkende Fisch! Wenn nur nicht der Hunger in seinem Bauch gewesen wäre!
    Die Möwe trippelte näher heran. In ihren Augen blitzte Gier.
    »Du magst keinen Fisch, das sehe ich«, sagte sie. »Gib ihn mir!«
    »Untersteh dich, Eddy«, knurrte Algernon. »Für dieses langschnäbelige Drecksvieh ist jede Gräte zu schade! Nun iss den Fisch schon, oder glaubst du, er schmeckt besser, wenn du ihn vier Wochen aufhebst?«
    Edgar hob die Pfote, um dem Fisch einen tödlichen Hieb zu versetzen. Doch dieser machte eine blitzschnelle Bewegung, kam frei und sprang ins Wasser. Weg! Edgar starrte ihm verdutzt nach.
    »Also, du bist wirklich ein Volltrottel!« Algernons Stimme klang genervt.
    »Tut mir leid«, sagte Edgar zerknirscht.
    Die Möwe lachte ein keckerndes Lachen. »So blöd, so blöd!« Sie schwang sich in die Luft und kreiste über Edgar. Ein weißer Klacks fiel herunter. Er verfehlte Edgar nur knapp.
    »Miststück!«, fauchte Algernon, sprang aus dem Stand in die Höhe und hätte fast eine Schwanzfeder erwischt. »Das zahle ich dir heim! So was versuchst du gar nicht mehr bei meinem Freund, verstanden?«
    Edgar glaubte, sich verhört zu haben. »Hast du eben … Freund gesagt?«, fragte er, während sich ein warmes Gefühl in seiner Brust ausbreitete.
    »Ist mir versehentlich rausgerutscht.« Algernon wich seinem Blick

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