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Dunkler Lord - Der Aufstieg des Darth Vader

Dunkler Lord - Der Aufstieg des Darth Vader

Titel: Dunkler Lord - Der Aufstieg des Darth Vader
Autoren: James Luceno
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1.
    Murkhana

    In den letzten Stunden der Klonkriege Als Roan Shryne die wirbelnden Wolken sah, die die Wetterstationen von Murkhana erzeugt hatten, fühlte er sich an die Meditationssitzungen erinnert, zu denen sein ehemaliger Meister ihn angeleitet hatte. Ganz gleich, wie angestrengt sich Shryne darauf konzentriert hatte, die Macht zu berühren, vor seinem geistigen Auge war kaum mehr als wirbelndes Weiß erschienen. Jahre später, als er sich besser damit ausgekannt hatte, Gedanken verstummen zu lassen und sich ins Licht zu versenken, begannen visuelle Fragmente aus dieser farblosen Leere aufzutauchen - Teile eines Puzzlespiels, die sich nach und nach zusammenfügten und erkennbarer wurden. Allerdings nicht auf bewusste Weise, obwohl sie ihm häufig deutlich machten, dass seine weltlichen Taten in Einklang mit dem Willen der Macht standen. Häufig, aber nicht immer.
    Wenn er von dem Kurs abwich, auf den die Macht ihn gebracht hatte, wurde das vertraute Weiß erneut von gewaltigen Strömungen bewegt, manchmal durchschossen von Rot, als schaute er mit geschlossenen Augen ins grelle Leuchten einer Mittagssonne.
    Rot geflecktes Weiß sah er nun auch, als er tiefer in die Atmosphäre von Murkhana eintauchte. Die Geräuschkulisse dazu war widerhallender Donner, das Rauschen des Winds, ein Gewirr gedämpfter Stimmen...
    Er stand nahe an der Schiebetür, die normalerweise das Truppenabteil eines Kanonenboots der Republik verschloss. Nur Augenblicke zuvor waren sie von; vorderen Frachtraum der Geil laut aus gestartet, eines Sternzerstörers der Victory- Klasse. der nun von Vulture- und Droiden-Tri-Jägern gehetzt wurde und auf den Befehl wartete, tiefer in Murkhanas künstliche Wolkendecke einzudringen. Neben und hinter Shryne standen Klon Soldaten. Helme fest um die Köpfe geschlossen. Blaster an der Seite, Gürtel mit Munitionsmagazinen behängt, und unterhielten sieh auf die Weise, wie es abgebrühte Soldaten häufig vor dem Kampf taten. Sie versuchten, ihre Bedenken mit Witzeleien zu verdrängen, die sich auf ihre Welt bezogen und. die Shryne bis auf die Tatsache, dass es sich um recht grimmigen Humor handelte, nicht verstand.
    Der Trägheitsausgleich des Kanonenboots gestattete ihnen, ruhig dazustehen: weder der Beschuss vom Boden aus noch die Ausweichmanöver der Piloten vorbei an Raketen und Wolken weiß glühenden Schrapnells brachten das Schiff zum Wackeln. Raketen wurden deshalb eingesetzt, weil die Separatisten nicht nur die Wolken bewirkt, sondern Murkhanas Luft auch mit Anti-Laser-Schwebstoffen durchsetzt hatten Beißender Gestank drang m den engen Raum, zusammen mit dem Brüllen der Hecktriebwerke - das an Steuerbord stotterte? ein wenig, denn das Kanonenboot war so mitgenommen wie die Soldaten und die Besatzung, die es flog.
    Seihst in einer Höhe von nur vierhundert Metern über dem Meeresspiegel blieb die Wolkendecke dicht. Es störte Shryne jedoch nicht, dass er kaum die Hand vor Augen sehen konnte.
    Immerhin herrschte immer noch Krieg, und er hatte sich in den letzten drei Jahren daran gewöhnt, dass er nicht sah, wohin er ging.
    Nat-Sem, sein ehemaliger Meister, hatte ihm oft gesagt, das Ziel der Meditationsübungen bestehe darin, durch dieses wirbelnde Weiß klar bis zur anderen Seite sehen zu können, und das, was Shryne erblickte, sei nur der trübe Bereich, der ihn von einem vollständigen Kontakt mit der Macht trenne. Shryne müsse lernen, die Wolken zu ignorieren. Wenn ihm das gelänge, wenn er die leuchtende Weite dahinter sehen könne, würde er ein Meister sein.
    Shryne, von Natur aus eher pessimistisch, hatte nur gedacht: Nicht in diesem Lehen.
    Dem Meister gegenüber hatte er das natürlich nicht laut ausgesprochen, aber Nat-Sem hatte ihn so leicht durchschaut, wie er auch durch die Wolken blicken konnte.
    Shryne fand, dass die Klonsoldaten einen besseren Blick für den Krieg hatten als er, was nur wenig mit den Bild gebenden Systemen in ihren Helmen, den Filtern, die den scharfen Gestank verringerten, und den Kopfhörern, die die Explosionsgeräusche dämpften, zu tun hatte. Diese Männer waren einfach zum Krieg führen geboren und hielten die Jedi wahrscheinlich für verrückt, wenn sie nur in Tunika und Kapuzengewand in den Kampf zogen, mit einem Lichtschwert als einziger Waffe. Viele von ihnen waren aufmerksam genug, um Vergleiche zwischen der Macht und ihren eigenen weißen Rüstungen zu ziehen, aber nur wenige konnten zwischen »gerüsteten« und »ungerüsteten« Jedi unterscheiden

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