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Dunkler Highlander: Sie waren unendlich weit entfernt – aber ihre Liebe überwand alles (German Edition)

Dunkler Highlander: Sie waren unendlich weit entfernt – aber ihre Liebe überwand alles (German Edition)

Titel: Dunkler Highlander: Sie waren unendlich weit entfernt – aber ihre Liebe überwand alles (German Edition)
Autoren: Jennifer Ashley
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Prolog
Brief eines Fürsten

    An Egan MacDonald
MacDonald-Burg
Ullapool, Schottland

    Egan, mein Freund, ich schicke Dir kostbare Fracht. Nvengaria ist momentan von Komplotten gebeutelt, und ich musste den Großherzog Alexander herbitten, um mir im Kampf gegen die Aufständischen zu helfen. Ernstlich besorgt bin ich jedoch nicht, denn Alexander verfügt über den gerissensten Verstand, den ich kenne. Folglich dürften wir den Aufruhr zu zweit leicht niederschlagen können. Ein Reichsfürst von Nvengaria muss auf eine Rebellion jährlich und eine ernstzunehmende alle zehn Jahre gefasst sein, denn die Nvengarianer sind von jeher rastlos.
    Sorge bereitet mir hingegen meine Cousine Zarabeth. Wie ich Dir erzählte, vermählte sie sich mit einem der Ratsherzöge – Sebastian mit Namen –, und dieser fühlt sich eng mit den Anführern des derzeitigen Aufruhrs verbunden. Er ist ein kluger Mann mit großer Gefolgschaft, dessen Intrigen mir durchaus gefährlich werden könnten. Zarabeth ist todesmutig aus seiner Festung geflohen, um zu mir zu eilen und mich über seinen Verrat in Kenntnis zu setzen.
    Natürlich haben seine Gefolgsleute sie sogleich verleumdet und sogar eine Belohnung auf ihre Gefangennahme oder Ermordung ausgesetzt. Das muss Dich nicht weiter bekümmern, weil ich die Verräter suchen und bestrafen werde, und habe ich erst Sebastians Widerstand niedergeschlagen, so wird Zarabeth wieder sicher sein. Nur kann ich sie weder zu ihrem Vater schicken noch darf sie hier im Palast bleiben, wo es bekanntermaßen von Verrätern nur so wimmelt.
    Ich entsinne mich, Dich vor dem Tod meines Vaters auf der MacDonald-Burg besucht zu haben, und was mir besonders im Gedächtnis haftenblieb, sind nicht etwa die herrliche Aussicht oder die exzellenten Angelgründe. Vielmehr ist es der Umstand, dass Deine Burg äußerst schwer zu erreichen ist. Daher halte ich sie für einen hervorragenden Ort, um meine kleine Cousine sicher zu verbergen, zumal sie sich wohl kaum fähigere Beschützer als Dich und Deine Highlander wünschen könnte. Ich sende ihr einen Bewacher mit, Baron Valentin, der ein guter Mann und mir sowie Prinzessin Penelope treu ergeben ist.
    Bitte achte gut für mich auf Zarabeth, mein Freund. Und sobald Alexander und ich die hiesigen Unruhen niedergeschlagen haben, lasse ich es Dich wissen, und Du kannst sie mir nach Nvengaria zurückbringen. Penelope würde Dich mit Freuden wiedersehen. Auch in Meagan, der Großherzogin von Nvengaria, die es immerhin fertigbrachte, unseren eisigen Alexander aufzutauen, hast Du Dir eine Freundin gemacht. Sorge bitte für Zarabeths Sicherheit.

    Mit dankbarer Hochachtung
verfasst am zwanzigsten September 1820
Damien
Reichsfürst von Nvengaria

    Postscriptum: Penelope lässt Dich herzlich grüßen.

1
Die Teufelszähne

    Oktober 1820
Ullapool, Western Highlands, Schottland

    Egan stürmte aus der Taverne zum Pier. Das musste ein Irrtum sein!
    Strömender Regen prasselte auf den Holzpier und die umliegenden Gebäude und machte den fischigen Gestank des Hafens noch schlimmer. Gerade tauchten Ruderboote aus dem Regendunst auf, und am Bug des einen stand ein Kapitän in blauem Uniformrock. Nach Westen war der Hafen von einer Reihe hoher Felsen eingerahmt, die lediglich durch einen Spalt unterbrochen war, durch den die Schiffe hinaus auf die offene, windgepeitschte See gelangen konnten.
    Unruhig betrachtete Egan die Passagiere. Er war verzweifelt auf der Suche nach Zarabeth. Man hatte ihm erzählt, ihr Schiff wäre vor der Küste gekentert, aber er weigerte sich zu glauben, dass er schon jetzt als ihr Beschützer versagt hatte. Sie musste sich einfach auf einem dieser Boote befinden, lachend, weil sie vollkommen durchnässt wurde, aber ansonsten unversehrt war.
    Fünf Jahre lang hatte er Zarabeth nicht mehr gesehen, und dennoch erinnerte er sich an jede einzelne Strähne ihres schwarzen Haars, an ihre tiefblauen Augen und ihr hübsches Gesicht mit dem leicht spitzen Kinn. Sie war eine wunderschöne junge Frau gewesen, als er sie zuletzt gesehen hatte, bereit, die Welt im Sturm zu erobern.
    So wunderschön, dass er fortgehen musste.
    Mehrere Seeleute sprangen von den Ruderbooten auf den Pier und halfen den durchnässten Passagieren an Land. In dem Boot des Kapitäns befanden sich drei Männer in nvengarianischer Tracht, aber es gab keine Spur von Zarabeth.
    Egan wurde eiskalt, als der Kapitän auf ihn zukam und ihn mit müden Augen ansah. »Sind Sie der Herr hier?«
    »Ich bin Egan

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