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Dunkle Schwinge Bd. 2 - Der dunkle Pfad

Dunkle Schwinge Bd. 2 - Der dunkle Pfad

Titel: Dunkle Schwinge Bd. 2 - Der dunkle Pfad
Autoren: Walter H. Hunt
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doch seine Augen verrieten sein Erstaunen.
    »Es würde seine Anwesenheit hier bei uns erklären.«
    »Ich dachte, er gehört zum Gefolge des Admirals, sozusagen ein Beobachter für das Hohe Nest.«
    »se Jackie, der Gyaryu’har gehört niemals zu irgendeinem Gefolge. Wenn er hier ist, dann, weil das gyaryu hier benötigt wird.«
    »Was Sie sahen … was wir sahen …«
    »Ich fürchte, das ist es«, erwiderte Ch’k’te auf ihre unausgesprochene Frage.
     
    Jackie lud ihre Gäste zu einem Essen in die Offiziersmesse ein; das war nach außen hin eine höfliche Geste, verlief tatsächlich aber höchst angespannt. Jackie machte die Anwesenheit des Zor-Gesandten nervös, insbesondere wenn sie daran dachte, was Ch’k’te glaubte. Der Gyaryu’har war aus einem bestimmten Grund hier, der vermutlich mindestens so wichtig war wie der des Admirals.
    Nach dem Essen kamen die Würdenträger in Jackies Bereitschaftsraum zusammen und setzten sich an den auf Hochglanz polierten Holztisch. Jackies Vorgänger – ein Adliger, der wohlhabend genug war, um die Fracht zu bezahlen – hatte ihn mit nach Cicero gebracht und dann dort zurückgelassen, als man ihn versetzte.
    Jackie nahm am Kopfende des Tisches Platz, Admiral Tolliver und sein Stab wählten den Bereich am gegenüberliegenden Ende, während die anderen Mitglieder der Gruppe – der Gyaryu ' har und zwei Adjutanten – sich auf die freien Plätze dazwischen verteilten. Ch’k’te setzte sich rechts neben sie.
    »Commodore«, begann Admiral Tolliver. »Wir haben eine weite Strecke zurückgelegt. Vielleicht könnten Sie so freundlich sein, Ihren Bericht vorzutragen.«
    »Aye-aye, Admiral.« Sie hatte sich auf eine derartige Präsentation vorbereitet, stand auf und stützte sich auf der Tischplatte ab, während sie sich umschaute.
    »Der Imperiale Erkundungsdienst führt regelmäßig Erkundungen in einem Gebiet durch, das sich dreißig bis vierzig Parsec jenseits der Flottenbasen des Sol-Imperiums erstreckt«, erklärte sie. »Diese Erkundungen dienen verschiedenen Zwecken, unter anderem der Suche nach Welten, die sich für Kolonien oder industrielle Anlagen eignen. Der Dienst ist zudem immer auf der Suche nach Erstkontakten.«
    Tollivers Miene war ausdruckslos, doch seine Augen vermittelten eine unausgesprochene Aufforderung: Das wissen wir doch alles, komm lieber zum eigentlichen Thema.
    »Der Erkundungsdienst spielt oft eine entscheidende Rolle beim Aufspüren potenzieller Gefahren für das Imperium, insbesondere Zufluchtsstätten von Plünderern und Piraten. Man darf dabei nie vergessen, dass diese Art von Erkundung große Risiken in sich birgt. Die meisten Welten sind lediglich von unbemannten Sonden kartographisch erfasst worden, und selbst die von ihnen zusammengetragenen Informationen können nicht jede astrographische oder sonstige Gefahr aufzeichnen, die dort drohen kann. Ein System, das bei der Imperialen Großen Vermessung erfasst worden ist, kann für die Besatzung eines Raumschiffs trotz allem noch mit Bedrohungen aufwarten. Cicero selbst wurde zuerst vom Erkundungsdienst erforscht. Auch wenn das Klima nicht gerade als gemäßigt durchgehen kann …« – sie lächelte in die Runde –,»… ist diese Welt doch ein seltener Fund: erdähnlich, atembare Atmosphäre. Doch sogar Cicero war nicht ohne Gefahren. Im Jahr 2376 kam ein Team aus Geophysikern ums Leben, das hier landete und bei der kartographischen Erschließung des nördlichen Kontinents versehentlich eine Eislawine auslöste.«
    Sie hielt kurz inne, dann fuhr sie fort. »Das Verschwinden der Erkundungsschiffe ist höchst bemerkenswert, auch wenn eine Vielzahl von Gründen in Frage kommen kann. Diese Schiffe sind gut bewaffnet, die Besatzungsmitglieder hat man erstklassig ausgebildet. Was immer geschehen sein mag, eine gründliche Untersuchung ist mehr als gerechtfertigt.«
    Jackie sah von ihren Notizen auf und blickte von einem zum anderen, schaute Ch’k’te, dann dem Admiral und schließlich dem sehr, sehr alten Gyaryu ’har in die Augen, der geduldig dasaß und darauf wartete, dass sie weiterredete.
    »Die Negri Sembilan « , fuhr sie nach einer Weile fort, »ist ein Schiff der Malaysia-Klasse und wird bereits in der fünften Generation gebaut.« Über dem Tisch tauchte auf ihre Geste hin eine graphische Darstellung auf. »Vier weitere Schiffe dieser Art sind hier auf Cicero stationiert. Die Kampfstärke liegt zwar unter der eines Frontschiffs, dennoch ist das Schiff selbst für den Einsatz

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