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DS064 - Der Maskenmann

DS064 - Der Maskenmann

Titel: DS064 - Der Maskenmann
Autoren: Kenneth Robeson
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1.
     
    Der Mini-Rennwagen war etwa so lang wie der strohblonde junge Mann, wenn er ausgestreckt auf dem Boden gelegen hätte. Aber Tink O’Neil lag nicht. Er sah vielmehr so aus, als ob er mit seiner langen schlaksigen Gestalt unter die angehobene Motorhaube des Wagens zu kriechen versuchte.
    Dann kam die obere Hälfte von Tink O’Neil unter der Motorhaube hervor, und er richtete sich auf. Sein sonnengebräuntes sympathisches Gesicht war ölverschmiert. Dadurch wirkte er eher wie der Schmiermaxe einer Reparaturwerkstatt, als wie ein junger Ingenieur, der allerhand von Stahl und Mini-Rennwagen verstand.
    Tink O’Neil wandte sich zu dem Mann um, der auf dem Begrenzungszaun der Rennbahn saß, grinste und erklärte: »Fertig für den Geschwindigkeitstest, Mr. Mason. Passen Sie auf, wie die Kiste rennen wird. Sie werden Bauklötze staunen.«
    Später sollte sich Tink O’Neil fragen, warum er diese Bemerkung gemacht hatte, und er sollte bedauern, daß er jemals hinter das Lenkrad des kleinen Rennwagens geklettert war.
    Tink O’Neil schlug die Haube zu, unter der der Motor bereits mit sanftem Schnurren lief.
    Der Mann am Zaun meinte: »Ich werde Sie stoppen. Fahren Sie einmal rum und drehen Sie auf, wenn Sie an mir vorbeikommen.«
    Tink O’Neil grinste. »Hoffentlich sehen Sie mich überhaupt, wenn ich vorbeiflitze.«
    Der andere sah aus wie jemand, der eine Menge zu sagen hatte. Er war stämmig und untersetzt, elegant gekleidet, hatte stahlgraue Haare und energische Gesichtszüge. Wahrscheinlich war er einer der reichsten Männer Amerikas. Zumindest war er Präsident einer der größten Stahlfirmen der USA. Sein Name war J. Henry Mason.
    »Seien Sie vorsichtig, Tink«, sagte der Stahlmillionär jetzt. »Denken Sie daran, daß Sie lediglich den neuen Stahl in den Bremstrommeln und in der Hinterachse testen sollen, daß Sie nicht in einem Rennen sind, bei dem Sie Ihren Hals riskieren sollen.«
    Der Tonfall in J. Henry Masons Stimme verriet, daß er den jungen Mann sehr schätzte. Tink O’Neil war »Trouble-Shooter« in einem der größten Stahlwerke des Millionärs. Selbst in seiner Freizeit bastelte er noch an Motoren und Rennwagen herum, und Mini-Rennwagen waren zufällig sein Hobby.
    Tink zwängte sich hinter das Lenkrad. Es war für ihn nicht ganz einfach, seine langen Beine in dem beengten Raum unter dem Armaturenbrett unterzubringen. Er zog sich die Schutzbrille vor die Augen.
    J. Henry Mason kam vom Zaun heruntergestiegen. Er trat an den Wagen heran.
    »Nur zwei Runden, Tink«, sagte er. »Vergessen Sie nicht, daß Sie nachher eine Verabredung mit Molly und dieser Pat Savage haben. Sie wollen heute vormittag Mollys neues Sportflugzeug ausprobieren, das den neuen T-3-Stahl in der Tragflächenkonstruktion hat. Denken Sie also daran, daß Sie nicht viel Zeit haben.« Tink O’Neil nickte. Er trat das Gaspedal durch, und das sanfte Schnurren wurde zum Röhren. Staub wirbelte hinter dem kleinen Rennwagen auf.
    Tink schaltete die Gänge hoch, bis er den eine halbe Meile langen staubigen Sandbahnkurs mit etwa achtzig Stundenkilometern entlangfuhr.
    J. Henry Mason sah ihm lächelnd nach. Ein tüchtiger Bursche, dachte er. Gescheit und entschlossen, sich bis zur Spitze hochzukämpfen. Er beobachtete, wie Tink die beiden Kurven durchfuhr und dann die Gerade entlang kam, in der er voll aufdrehte.
    Wie eine gelbe Rakete kam der Wagen die lange Gerade entlanggeschossen. J. Henry Mason stand mit der Stoppuhr bereit, die er drückte, als Tink die Startlinie passierte.
    Eine Staubwolke hüllte den Stahlkönig ein. Er blinzelte, und aus zusammengekniffenen Augen gelang es ihm dann zu verfolgen, wie Tink O’Neil in voller Fahrt die nächste gefährliche Kurve nahm, ganz scharf und eng geschnitten.
    Mason nickte beifällig. So und nicht anders mußte man diese Kurve nehmen, wußte er.
    Dann jagte Tink in Höchstfahrt die Gegengerade entlang, bremste leicht ab, als er auf die Kurve an ihrem Ende zukam, eine riesige Staubfahne hinter sich herziehend. Dann war er auch bereits durch die Kurve hindurch und kam die Zielgerade heruntergedonnert. Mason hielt die Stoppuhr bereits, um Tinks Zeit für die eine Runde zu nehmen.
    Dann geschah es.
    Der Wagen schien außer Kontrolle zu geraten.
    J. Henry Mason japste auf, als er sah, was der Grund dafür war.
    Das linke Hinterrad hatte sich gelöst!
    An dem Rad hing ein Teil der Hinterachse. Die beiden Teile flogen in hohem Bogen durch die Luft, krachten gegen den massiven Holzzaun und rissen

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