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DS001 - Der Chef

DS001 - Der Chef

Titel: DS001 - Der Chef
Autoren: Kenneth Robeson
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1.
     
    Ein Mörder war unterwegs.
    Hoch über den nachtdunklen Straßenschluchten von New York kroch er über das Stahlskelett eines Wolkenkratzers, mit dessen Bau vor einigen Monaten begonnen worden war. Das Stahlgerüst war gefährlich glatt vom Regen, aber der Mörder kletterte mit der Geschicklichkeit einer Raubkatze.
    Hin und wieder stieß der Mann eigentümliche Laute aus. So fremdartig die Sprache auch war, ein Etymologe hätte sie verstanden. Es war die Sprache einer verschollenen Rasse, einer längst untergegangenen Zivilisation.
    »Er muß sterben. Heute Nacht muß der Tod ihn treffen. So hat es Tejono, der Sohn der Schlange, befohlen.«
    Während der Mann hoch über dem Wolkenkratzermeer von New York sich anschickte, Tejonos Befehl in die Tat umzusetzen, drückte er ein schwarzes Gehäuse an seine Brust. Der Kasten war ungefähr zehn Zentimeter hoch und ein Meter zwanzig lang.
    Einmal flammte der matte Widerschein einer Leuchtreklame zu dem Mann auf dem Stahlskelett des Neubaus herauf und enthüllte ein weiteres unheimliches Merkmal: Die Fingerspitzen des Mannes waren leuchtend rot. Es sah aus, als wären sie tief in scharlachrote Farbe getaucht worden.
    Inzwischen hatte der Mann mit den roten Fingern eine Arbeitsbühne am Rand des Stahlgerüsts erreicht. Er stellte den schwarzen Kasten auf eine Bretterplanke und zog ein Fernglas aus der Tasche.
    Das Fernglas wurde auf das 86. Stockwerk eines nahen Wolkenkratzers gerichtet.
    An der Westecke des Gebäudes war in dieser Etage noch ein Fenster erleuchtet.
    Die starke Infrarotlinse zeigte deutlich alle Einzelheiten des dahinter liegenden Raumes.
    Unmittelbar am Fenster stand ein breiter Tisch mit kunstvollen Einlegearbeiten in der polierten Oberfläche. Dahinter war eine Gestalt aus Bronze zu sehen.
    Tatsächlich war der erste Eindruck der einer Bronzebüste. Die Gesichtszüge, die ungewöhnlich hohe Stirn, die energisch geformten, aber nicht zu vollen Lippen, und die straffen Wangen verrieten eine Willenskraft, wie sie selten zu beobachten ist.
    Der Bronzeton des Haars war ein wenig dunkler als das Bronzegesicht. Das Haar war glatt und schmiegte sich wie eine metallene Kappe an den Kopf. Ein genialer Bildhauer hätte der Schöpfer dieser Skulptur sein können.
    Das Wunderbarste daran aber waren die Augen. Im Licht der Tischlampe schimmerten sie wie Gold. Selbst über die dunkle Straßenschlucht hinweg schienen sie auf den Mann mit Fernglas einen hypnotischen Einfluß auszuüben. Er erschauerte unwillkürlich.
    »Der Tod soll ihn treffen«, sagte er mit leiser Stimme, als wolle er den Bann dieser seltsamen goldfarbenen Augen brechen. »Der Tod soll ihn treffen. Tejono hat es befohlen.«
    Er öffnete das schwarze Gehäuse. Ein leises metallisches Klicken war zu hören, als er die Einzelteile einer tödlichen Waffe zusammensetzte. Dann ließ er seine roten Fingerspitzen liebevoll über das Mordinstrument gleiten.
    »Die Waffe von Tejono wird Tod und Verderben speien«, sagte er drohend. Noch einmal hob er das Fernglas an die Augen und richtete es auf das erhellte Fenster. Plötzlich öffnete die Bronzebüste den Mund zu einem Gähnen. Es war keine Statue, sondern ein lebendiger Mann.
    Beim Gähnen zeigte der Bronzemann sehr kräftige weiße Zähne. Im Sessel hinter dem breiten Schreibtisch wirkte er nicht besonders groß. Aus dieser Sicht hätte ihm niemand seine Größe von ein Meter achtzig und sein Gewicht von hundertachtzig Pfund zugetraut. Der Körper des Bronzemannes war wohlproportioniert, so daß er den Eindruck geballter Kraft erweckte.
    Dieser Mann war Clark Savage junior – Doc Savage, der Mann, dessen Name selbst noch in den entlegensten Winkeln der Erde voller Ehrfurcht oder Haß ausgesprochen wurde.
    Kein Laut schien in den Raum gedrungen zu sein, doch Doc Savage stand auf, trat vom Schreibtisch weg und öffnete die Tür. Wieder einmal hatte er sein scharfes Gehör unter Beweis gestellt.
    Fünf Männer verließen den Lift, der fast lautlos emporgeglitten war.
    Der erste war von hohem Wuchs, ein Meter neunzig groß. Er wog über zweihundertzwanzig Pfund. Sein Gesicht mit den schmalen Lippen wirkte mürrisch und verschlossen.
    Das war Oberst John Renwick, meist nur Renny genannt. Seine Arme waren enorm kräftig, seine Fäuste tödliche Waffen. Mit einem Schlag dieser riesigen Fäuste konnte er eine schwere Türfüllung zertrümmern. Überall in der Welt war er jedoch auch wegen seiner Fähigkeiten als Ingenieur berühmt.
    Hinter Renny ging der

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