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Die Weisheit des friedvollen Kriegers

Die Weisheit des friedvollen Kriegers

Titel: Die Weisheit des friedvollen Kriegers
Autoren: Dan Millman
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Einleitung
    Einem erleuchteten Geist erstrahlt die ganze Welt in hellem Licht.
    Ralph Waldo Emerson
     
     
    Stellen wir uns vor, ich wäre eines schönen Frühlingstages im Jahre 2006 aus reiner Nostalgie nach Berkeley gefahren und hätte einen Spaziergang durch den Tilden Park gemacht. Plötzlich wäre mein alter Mentor vor mir aufgetaucht und hätte keinen Tag älter ausgesehen als zu dem Zeitpunkt, als wir uns trennten.
    Nehmen wir ferner an, er hätte ein Exemplar des Pfades des friedvollen Kriegers in der Hand gehalten und hätte gesagt: »Vieles hast du durchaus richtig verstanden, Dan, aber einiges ist doch ein bisschen unklar geblieben. Setz dich, ich möchte dir noch ein paar Dinge erklären.«
    Natürlich hätte er damit wie üblich recht. Schließlich entsprach ja alles, was ich gehört, erinnert und in dem Buch erzählt hatte, meinem damaligen Bewusstseinsstand.
    Seit jener sternenklaren Winternacht im Jahr 1966, in der wir uns zum ersten Mal begegneten, sind nun schon mehr als vierzig Jahre vergangen. Das Buch Der Pfad des friedvollen Kriegers wurde aber erst 1980 geschrieben. Ich berichte darin über die Erfahrungen und
Lektionen, die ich im Anschluss an unsere Begegnung machte und erhielt. Von den Episoden, die ich darin wiedergebe, haben sich viele tatsächlich so abgespielt, aber nicht alle. Doch die zeitlosen Lehren, die das Buch ausmachen, haben nichts von ihrem Wahrheitsgehalt verloren.
    Die Weisheit des Pfades des friedvollen Kriegers ist nicht meine Weisheit, nicht einmal die von Socrates – sie gehört uns allen. Bereits in den Analekten des Konfuzius, in den Schriften Platos und Aristoteles’ kamen diese Grundwahrheiten und Erkenntnisse zum Ausdruck, aber auch in den Lehren Jesu, Buddhas, Mohammeds, Lao Tzus, Chuang Tzus, Hilles und anderer. Doch nur die wenigsten von uns werden all diese alten Texte studieren können. Deshalb ist jede nachkommende Generation darauf angewiesen, dass neue Stimmen sie an unser globales Weisheitserbe erinnern, und zwar in einer Sprache, die der jeweiligen Zeit und Kultur entspricht. Ich bin eine dieser Stimmen, mehr nicht.
    Im Laufe der Jahre wurde ich von vielen Lesern gebeten, die Lehren, die mein erstes Buch enthält, zu präzisieren und näher zu erläutern. Kein Wunder, mitunter hat Socrates tatsächlich ziemlich unerhörte Statements und paradoxe Hinweise von sich gegeben – so etwa, wenn er gegen die Mäßigkeit wetterte, manche meiner Fragen nur mit einem Achselzucken beantwortete oder mit dem mysteriösen Hinweis auf die » Geschäftsregeln«.
    2006, als in den USA der Film zum Buch herauskam, wurde mir dann klar, dass die Zeit reif war, ein neues Licht auf den Pfad zu werfen. Deshalb habe ich mich entschlossen, den vorliegenden Band zu schreiben. Er
enthält Schlüsseldialoge und -szenen aus dem Buch, jeweils gefolgt von Kommentaren, die die ursprünglichen Lehren vertiefen und erläutern.
    Ich würde mir wünschen, dass ihr diese Texte lest, als hätte Socrates selbst sie geschrieben. Denn paradoxerweise hat er das vielleicht sogar getan.
     
    Dan Millman
Sommer 2006

Über das Vorwort zum
Pfad des friedvollen Kriegers
    Die Straße geht voran, voran von jener Tür, da sie begann. Nun ist sie schon weit fortgeschritten, ich muss ihr nach in schnellen Tritten. Bis dann auf einen Weg sie trifft, wo viele Ziele sich begegnen. Und wohin dann? Ich weiß es nicht.
    J. R. R. Tolkien
    Realitätscheck 1
    Sonderbare Begebenheiten haben sich in meinem Leben zugetragen, und alles fing an im Dezember 1966, in meinem ersten Studienjahr an der University of California, in Berkeley. Und zwar eines Morgens, kurz nach drei, als ich Socrates zum ersten Mal begegnete – an einer Tankstelle, die die ganze Nacht offen hatte.
     
     
    Es war mir immer wichtig zu betonen, dass sich im Pfad des friedvollen Kriegers Fakten und Fiktion, Erinnerung und Erfindung, Autobiografisches und Fantasie vermischen.
Um möglichen Verwirrungen vorzubeugen, wird das Buch im Handel deshalb auch unter der Kategorie »Persönliches Wachstum/Roman« geführt, jedenfalls in den USA.
    Pablo Picasso hat einmal gesagt: »Kunst ist eine Lüge, die uns hilft, die Wahrheit zu erkennen.« Dies wirft einige größere Fragen auf: Was ist eigentlich Wahrheit? Und was Wirklichkeit? Es heißt, wir sollten uns auf unsere Sinneswahrnehmungen verlassen. Dabei reflektiert doch alles, was wir wahrnehmen, nur unsere persönliche, subjektive Wirklichkeit, gefiltert durch unsere Überzeugungen, Assoziationen und

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