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Die verlorene Tochter (Romantik Thriller /Unheimlich) (German Edition)

Die verlorene Tochter (Romantik Thriller /Unheimlich) (German Edition)

Titel: Die verlorene Tochter (Romantik Thriller /Unheimlich) (German Edition)
Autoren: Anne Alexander
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1.Kapitel
     
    "Julie sieht bezaubernd aus, Sharon." Elli Fisher blickte so stolz auf das kleine rotblonde Mädchen, das zwei Meter von ihnen entfernt vor einem bodenlangen Spiegel stand, als sei es die eigene Tochter. "Mich wundert, daß du nicht längst auf die Idee gekommen bist, sie Kindermoden vorführen zu lassen."
    "Nicht ich bin auf die Idee gekommen, sondern Mister Brown", erwiderte Sharon Miles. Sie bezweifelte, ob es wirklich eine gute Idee gewesen war, Julie bei der Modenschau mitmachen zu lassen, aber ihr Chef hatte sie so inständig darum gebeten, daß sie alle Bedenken beiseite geschoben hatte. Sie mußte zugeben, daß Julie tatsächlich bezaubernd aussah. Und die Kleine war mit einem Ernst bei der Sache, der jedem Mannequin zur Ehre gereicht hätte. Andererseits war Julie ohnehin ziemlich eitel, und sie wollte es nicht noch fördern, daß die Fünfjährige einen großen Teil ihrer Zeit vor dem Spiegel verbrachte.
    Julie drehte sich um und rannte auf sie zu. Sie trug ein duftiges Partykleidchen. Ihre grünen Augen funkelten unternehmenslustig. "Gehen wir jetzt hinaus, Mommy?" fragte sie. "Zeige ich mich jetzt den Leuten?"
    "Du mußt noch einen Augenblick warten, Lovely", erwiderte Sharon. "Außerdem werde ich nur zusehen. Diana geht mit dir hinaus." Sie lächelte dem schlanken Mannequin zu, das ihnen entgegenkam. "Sei brav, Julie, mach alles so, wie man es dir be igebracht hat."
    "Es wird schon gutgehen, Sharon", versuchte die junge Frau sie zu beruhigen und nahm Julie bei der Hand.
    Sharon küßte ihr Töchterchen auf die Stirn und verließ den Umkleideraum, um in die große Halle des Modehauses zu gehen, in der die Veranstaltung stattfand.
    Der erste Teil der Modenschau war bereits vorbei. In ihm w aren ausschließlich Modelle gezeigt worden, die am Strand, bei einem Stadtbummel und in den Vormittagsstunden getragen werden konnten. Die meisten der Modelle hatten großen Anklang gefunden. Jetzt, in der Pause, gingen die ersten Bestellungen ein. Sharon war überzeugt, daß sie am nächsten Tag wieder alle Hände voll zu tun haben würde, um die Wünsche der Kunden an die einzelnen Abteilungen weiterzuleiten.
    Edward Brown, der Inhaber des Modehauses, winkte ihr zu. Freundlich nickend bahnte sie sich einen Weg durch die Zuscha uer. Ihr Chef saß zusammen mit einem dunkelhaarigen Mann von etwa vierzig und einer sehr eleganten blonden Frau an einem kleinen Tischchen. Die Männer erhoben sich, als sie zu ihnen trat.
    "Miß Price, Lord Winslow, ich möchte Sie mit dem guten Geist meines Hauses bekanntmachen", sagte Edward Brown und stellte Sharon vor. "Mistreß Miles und ich arbeiten seit vielen Jahren zusammen. Ich wüßte nicht, wie ich ohne sie auskommen sollte."
    Jessica Price bedachte die junge Frau mit einem huldvollen Lächeln. Ihr Begleiter bemerkte höflich, daß er sich freute, ihre Bekanntschaft zu machen.
    Sharon war überrascht, Lord Winslow bei der Modenschau a nzutreffen. Sie hatte gehört, daß Vincent Winslow auf seinem Landsitz in Cornwall ein sehr zurückgezogenes Leben führte. Jessica Price gehörte allerdings zu den langjährigen Kunden des Modehauses; bereits ihre verstorbene Mutter hatte bei Brown & Sohn gekauft. Sie wollte gerade eine höfliche Bemerkung machen, als der zweite Teil der Veranstaltung begann. Diana und Julie wurden angekündigt.
    "Bei der kleinen Julie handelt es sich um die Tochter unserer Mistreß Miles", sagte Edward Brown. Er berührte Sharons Schu lter. "Ist sie sehr aufgeregt?"
    "Nein, ich glaube nicht", erwiderte Sharon und blickte zum Laufsteg.
    An der Seite von Diana bewegte sich Julie so sicher, als hätte sie ihr ganzes Leben nichts anderes getan, als Kinderkleidung vorzuführen. Plötzlich hörte Sharon, wie Lord Winslow laut den Atem ausstieß. Überrascht sah sie ihn an.
    "Was für ein bezauberndes Kind." Er schien seinen Blick kaum von Julie wenden zu können. Wie gebannt verfolgte er jeden ihrer Schritte.
    "Julie wird eine große Zukunft haben", bemerkte Mr. Brown. "Wenn Mistreß Miles nichts dagegen hat, wird dies nicht der letzte Auftritt ihrer Tochter sein. Ich habe vor, sie immer wieder einzusetzen."
    "Ich werde darüber nachdenken", versprach Sharon. Ihre Tochter machte ihre Sache wirklich ausgezeichnet. Hatte sie das Recht, dem Kind eine Karriere zu verweigern, die ihm vielleicht bestimmt war?
    Die junge Frau zog sich in den Hintergrund des Saales zurück, beobachtete jedoch weiter das Geschehen auf dem Laufsteg. Auch nachdem Julie zum

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