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Die Vergessenen Welten 14 - Die Rueckkehr Der Hoffnung

Die Vergessenen Welten 14 - Die Rueckkehr Der Hoffnung

Titel: Die Vergessenen Welten 14 - Die Rueckkehr Der Hoffnung
Autoren: R. A. Salvatore
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Prolog
    Er ließ die Krummsäbel in fließenden, kontrollierten Bewegungen kreisen und schwang sie in eleganten, trügerisch leicht wirkenden Bögen. Als sich die Gelegenheit bot, machte er einen Ausfallschritt und hieb mit einer Klinge nach einer anscheinend ungedeckten Schulter. Doch der Elf, dessen kahler Kopf in der Sonne glänzte, war schneller: Er zog seinen Fuß zurück, um besseren Halt zu haben, und hob zugleich sein langes Schwert zu einer sicheren Parade. Dann brachte er in einem raschen Ausfall den Dolch nach vorn, setzte sofort nach und schlug mit dem Schwert zu.
    Er tanzte in perfektem Einklang mit den fließenden Bewegungen des Elfen, wirbelte die Krummsäbel in Abwehrkreisen herum und ließ sie abwechselnd gegen das vorzuckende Schwert klirren. Der Elf stieß erneut zu, in Richtung des Leibes seines Gegners, und dann ein drittes Mal, diesmal nach unten.
    Die Krummsäbel kamen im klassischen Doppelblock hoch und wieder nach unten. Dann fuhren die beiden Waffen empor, als der geschmeidige, haarlose Elf versuchte, die Abwehr mit einem Tritt zu durchbrechen.
    Der Tritt des Elfen war nur eine Finte, und als die Säbel hochzuckten, ließ er sich in die Hocke fallen und schleuderte den Dolch. Das Geschoss sauste heran, bevor er die Säbel tief genug für ein Abblocken herabziehen oder ausweichen konnte.
    Es war ein perfekter Wurf, um jemanden aufzuschlitzen und der teuflische Dolch fuhr ihm tief in den Bauch.
    »Es ist Deudermont, ganz sicher«, rief der Matrose, und seine Stimme klang aufgeregt. »Er hat uns wieder erspäht!« »Pah, aber er kann nicht wissen, wer wir sind«, warf ein anderer ein.
    »Bring uns einfach nur um das Riff herum und an den Strömungen vorbei«, wies Sheila Kree ihren Steuermann an. Sie war eine große und massive Frau mit roten Haaren und Armmuskeln, die durch Jahre schwerer Arbeit steinhart geworden waren. Ihre grünen Augen, in denen sich die Erbitterung über diese Jahre offenbarte, starrten wütend zu ihrem Verfolger hinüber. Der dreimastige Schoner trieb sie von der äußerst lohnenden Beute weg, als die sich das leicht bewaffnete Handelsschiff höchstwahrscheinlich erwiesen hätte.
    »Beschwöre uns einen Nebel, der ihre Sicht behindert«, schrie die bösartige Piratin zu Bellany hinüber, der Zauberin der Blutiger Kiel.
    »Einen Nebel«, schnaubte die Zauberin und schüttelte den Kopf, so dass ihr das rabenschwarze Haar um die Schultern wogte.
    Die Piratin, die mehr mit dem Schwert als mit der Zunge sprach, begriff es einfach nicht. Bellany zuckte mit den Achseln und beschwor ihren stärksten Zauber, einen Feuerball. Sobald sie damit fertig war, zielte sie mit dem Geschoss nicht etwa auf das Verfolgerschiff. Dies befand sich noch außer Reichweite und würde, falls es sich tatsächlich um die Seekobold handelte, den Zauber zudem mit Leichtigkeit abwehren können. Stattdessen schleuderte die Zauberin den Feuerball in das Wasser hinter der Blutiger Kiel.
    Das Kielwasser zischte und schäumte protestierend auf, als die Flammen eintauchten, und hinter dem schnell dahingleitenden Schiff stiegen dichte Dampfschwaden auf. Sheila Kree grinste und nickte zustimmend. Ihre Rudergängerin, eine untersetzte Frau mit einem flächigen Gesicht voller Grübchen und einem gelbzähnigen Grinsen, kannte die Gewässer um die Westspitze des Grats der Welt herum besser als jeder andere. Sie konnte hier in der finstersten Nacht navigieren, mit keinem anderen Anhaltspunkt als dem Geräusch der Meeresströmungen, die an die Riffe brandeten. Deudermonts Schiff würde es nicht wagen, ihnen durch die gefährlichen Gewässer zu folgen, die vor ihnen lagen. Schon bald würde die Blutiger Kiel den dritten Priel hinter sich lassen, um die felsige Biegung segeln und von dort aus hinaus auf das offene Meer fahren, wenn die Kapitänin das wollte, oder das Schiff würde noch näher an der Küste und einer ganzen Reihe von Riffen und Felsen vorbeifahren – einer Umgebung, die Sheila und ihre Gefährten als Zuhause betrachteten.
    »Er kann nicht wissen, dass wir es sind«, wiederholte der Matrose.
    Sheila Kree nickte und hoffte, dass der Mann Recht hatte. Sie ging sogar davon aus, denn während die Seekobold, ein dreimastiger Schoner, mit ihrer ungewöhnlichen Takelage leicht zu identifizieren war, sah die Blutiger Kiel aus wie irgendeine unscheinbare Karavelle. Doch wie jeder andere kluge Pirat an der Schwertküste legte Sheila Kree keinen Wert darauf, sich mit Deudermonts legendärem Seekobold oder seiner

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