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Die vergessenen Welten 11 - Kristall der Finsternis

Die vergessenen Welten 11 - Kristall der Finsternis

Titel: Die vergessenen Welten 11 - Kristall der Finsternis
Autoren: R. A. Salvatore
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Prolog
    Wulfgar lag in seinem Bett und versuchte, mit den abrupten Veränderungen fertig zu werden, die sein Leben heimgesucht hatten. Nachdem er aus den Klauen des Dämons Errtu und seinem höllischen Gefängnis im Abgrund gerettet worden war, befand der stolze Barbar sich jetzt wieder unter Freunden und Verbündeten. Bruenor, sein zwergischer Adoptivvater, war hier, ebenso wie Drizzt, sein dunkelelfischer Mentor und engster Freund. Ein Schnarchen verriet Wulfgar, dass Regis, der rundliche Halbling, friedlich im nächsten Raum schlief.
    Und Catti-brie, die liebe Catti-brie, die Frau, die Wulfgar seit Jahren liebte, die Frau, die er vor sieben Jahren in Mithril-Halle hatte heiraten wollen. Sie alle waren hier in ihrem Heim im Eiswindtal, wieder vereint und angeblich glücklich durch die heldenhaften Bemühungen dieser wunderbaren Freunde. Wulfgar wusste nicht, was dies bedeutete.
    Wulfgar, der sechs Jahre lang die schrecklichen Foltern durch die klauenbewehrten Hände des Dämons Errtu erlitten hatte, verstand es nicht.
    Der riesige Mann verschränkte die Arme vor der Brust. Schiere Erschöpfung hatte ihn ins Bett getrieben und niedergezwungen, denn aus freien Stücken hatte er nicht einschlafen wollen. Errtu suchte ihn in seinen Träumen heim.
    Und so war es auch in dieser Nacht. Obgleich Wulfgar heftig grübelte und seine Gedanken in Aufruhr waren, überwältigte ihn seine Erschöpfung, und er fiel in eine friedliche Schwärze, die sich jedoch schon bald erneut in den Anblick der wirbelnden, grauen Nebel verwandelte, die der Abgrund waren. Dort wartete der gigantische Errtu mit seinen Fledermausflügeln, dort saß er auf seinem verzierten Pilzthron und lachte. Er lachte immer dieses schreckliche, krächzende Krähen. Dieses Gelächter war kein Ausdruck der Freude, sondern des Spottes, eine Verhöhnung jener, die der Dämon quälte. Jetzt richtete die Bestie ihre niemals endende Boshaftigkeit auf Wulfgar, so wie auch die riesigen Zangen Bizmatecs sich nach ihm ausstreckten, eines weiteren Dämons, der Errtu Untertan war. Mit einer Stärke, die jenseits der Möglichkeiten der meisten Menschen war, rang Wulfgar heftig mit Bizmatec. Der Barbar wehrte sich lange gegen die gewaltigen, fast menschlichen Arme und die beiden anderen dem Oberkörper entwachsenden Gliedmaßen, die Zangenarme. Verzweifelt hieb und schlug er auf seinen Gegner ein.
    Doch zu viele peitschende Gliedmaßen droschen auf ihn ein. Bizmatec war zu groß, zu stark, und der mächtige Barbar begann schließlich zu ermüden.
    Es endete – so wie es immer endete – damit, dass Bizmatec eine seiner Scheren um Wulfgars Kehle legte, während sein anderer Scherenarm und die beiden menschlichen Arme den besiegten Barbaren bewegungslos machten. Genussvoll und fachmännisch gab sich Bizmatec seiner bevorzugten Foltermethode hin, indem er sachte, ganz sachte seine Schere um Wulfgars Kehle schloss und ihm zunächst die Luft raubte, um ihm dann wieder das Atmen zu gestatten. Seinem Opfer, das keuchend um Luft rang, wurden die Beine schwach, als die Minuten zu Stunden wurden.
    Wulfgar fuhr in seinem Bett auf, griff sich an die Kehle und kratzte sich den Hals auf, bevor er erkannte, dass der Dämon nicht da war, dass er sicher in seinem Bett lag, in dem Land, das er Heimat nannte, umgeben von seinen Freunden. Freunde…
    Was bedeutete dieses Wort? Was konnten sie von seinen Qualen wissen? Wie konnten sie ihm helfen, den immer wiederkehrenden Alptraum zu vertreiben, dessen Name Errtu war?
    Der gepeinigte Mann konnte den Rest der Nacht nicht mehr schlafen, und als Drizzt noch vor der Dämmerung kam, um ihn zu wecken, fand der Dunkelelf Wulfgar bereits angezogen und reisefertig vor. Sie wollten an diesem Tag aufbrechen, sie alle fünf, um das Artefakt Crenshinibon weit, weit nach Südwesten zu bringen. Ihr Ziel war Caradoon an den Ufern des Impresksees, und von dort wollten sie in das Schneeflockengebirge zu einem Kloster namens Schwebende Seele, in dem der Priester Cadderly das bösartige Relikt zerstören würde.
    Crenshinibon. Drizzt hatte es bei sich, als er an diesem Morgen kam, um Wulfgar zu holen. Der Drow trug den Kristall nicht offen, aber Wulfgar wusste, dass er da war. Er konnte ihn spüren, fühlte seine verderbte Gegenwart. Denn Crenshinibon war noch immer mit seinem letzten Herren verbunden, dem Dämon Errtu. Er war von der Energie des Dämons durchflutet, und weil Drizzt ihn bei sich hatte und so dicht neben ihm stand, war auch Errtu ganz nahe bei
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