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Die Tochter der Tibeterin

Die Tochter der Tibeterin

Titel: Die Tochter der Tibeterin
Autoren: Federica de Cesco
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Federica de Cesco
    Die Tochter der Tibeterin
    Roman
    DIANA VERLAG
    München Zürich
    2
    DAS BUCH
    Schweren Herzens hat die tibetische Ärztin Tara den eigenwilligen Nomaden und Fluchthelfer Atan, der ihr Herz erobert hat, ziehen lassen und ist mit ihrer Nichte Kunsang in die Schweiz zurückgekehrt. Sie leitet eine kleine Privatpraxis für tibetische Heilkunde, stürzt sich in die Arbeit, um der Einsamkeit zu entkommen. Kunsang fasst eine starke Zuneigung zu ihrem Großvater Tashi, der ihr die Lieder und Mythen des alten Tibet beibringt.
    Sein Tod stürzt sie in eine schwere Krise, Kunsang wird magersüchtig, nimmt Drogen und droht in ein zwielichtiges Milieu abzurutschen. Tara gibt sich die Schuld, versucht vergeblich, das Mädchen zu verstehen. Beim Durchsuchen von Kunsangs Zimmer findet sie deren Tagebücher, in denen sie fassungslos von der Liebe ihrer Nichte zu Atan erfährt. Eines Tages ist das Mädchen spurlos verschwunden. Wochenlang ist die Familie außer sich vor Sorge – bis ein Brief aus Lhasa eintrifft. Tara handelt rasch, sie bucht einen Flug nach Tibet. Ihre einzige Hoffnung ist Atan; gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Kunsang. Die junge Frau hat sich einer Gruppe wandernder Schauspieler angeschlossen, sie führt ein Leben voller Strapazen und Entbehrungen. Ihre Gefühle für Atan sind keineswegs erloschen. Doch Tara ist nicht bereit, ihre Liebe aufzugeben…
    DIE AUTORIN
    Federica de Cesco wurde in Italien geboren und wuchs in verschiedenen Ländern mehrsprachig auf. Sie hat über 50 Romane für Kinder und Jugendliche geschrieben. Mit ihrem Bestseller Silbermuschel gelang ihr der Durchbruch in der Belletristik. Weitere Erfolgsromane wie Seidentanz, Die Tibeterin und Wüstenmond folgten. Heute lebt Federica de Cesco mit ihrem japanischen Mann in der Schweiz.
    3
    Diana Taschenbuch Nr. 62/0329
    Lektorat: Johannes Thiele
    Taschenbucherstausgabe 02/2003
    Copyright © der Hardcover-Ausgabe 2001
    by Marion von Schröder Verlag
    Copyright © der Taschenbuch-Ausgabe 2003
    by Ullstein Heyne List GmbH & Co. KG
    Der Diana Verlag und der Marion von Schröder Verlag sind Verlage der Ullstein Heyne List GmbH & Co. KG
    Printed in Germany 2003
    Umschlagillustration: China Travel and Tourism Press Umschlaggestaltung:
    Hauptmann und Kampa Werbeagentur, München – Zürich Satz: Schaber Datentechnik, Wels
    Druck und Bindung: Eisnerdruck, Berlin
    Gedruckt auf chlor- und säurefreiem Papier ISBN: 3-453-86.382-8
    4
    Für Decken Dolkar, die mir den Weg zeigte.
    Und natürlich für Kazuyuki.
    5
    »Woher wüssten wir, wie wir leben sollen, wenn wir nicht an etwas glaubten, das größer ist als wir?
    Wer würde uns lehren zu leben?«
    CHIPAROPAI, Medizinfrau der Yuma

    »Wenn ich an den Menschen denke,
    sehe ich ihn umgeben von unzähligen Leben, die gemeinsam mit ihm existieren. Da sind nicht nur die Lebenden, auch die Toten scharen sich um ihn.«
    KAZUO OHNO
    6

Prolog
    S onntag morgen, halb elf. Basel erstarrte im eisigen Sprühregen; es war März und noch kalt. Über dem gotischen Münster wanderten Nebel. Der Regen verdunkelte den roten Sandstein, und beide Türme ragten hoch und kräftig empor wie Arme zum Gebet. Die Menge wartete; ein Wirrwarr von Stimmen erfüllte den Vorplatz, die aufgespannten Schirme leuchteten bunt und fröhlich. Ich war mit meiner Mutter aus Zürich gekommen, Tenzin hatte das organisiert und uns die Einladungen besorgt. Amlas Augen strahlten in verhaltener Freude. Auf ihrem straff geflochtenen Haar glänzten Regentropfen. Sie trug mit feinem Stolz die tibetische Tracht; ihre hohe Gestalt, ihr ovales, kupferbraunes Antlitz zogen manchen Blick auf sich. Die Menschen waren sehr zahlreich an diesem regnerischen Morgen, sie standen gruppenweise, und es kamen immer noch mehr.
    Ihre Gesichter zeigten eine Mischung aus Neugierde und Erwartung, angeregt und glücklich. Ein Ausdruck, der mir gefiel. Und mitten unter dem Regen empfand ich auf einmal eine wohltuende Vertraulichkeit im Niederplätschern der Tropfen, ein Befreundetsein mit der Lebensluft, die mich umfing, auch wenn sie kühl war. Die Gegenwart der schützenden Geister wurde mir ebenso bewusst wie im weiten tibetischen Raum. Unruhige, geniale Geister waren es, die hier wirkten, und die alten Steine beherbergten Visionen. Schon möglich, dass die Menschen hierzulande mühevoller zum inneren Frieden gelangten als bei uns, dass ihr Dasein sich stärker in alltäglicher Hektik erschöpfte. Und doch wussten auch diese Menschen mit festem,

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