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Die Terranauten 087 - Labyrinth des Schreckens

Die Terranauten 087 - Labyrinth des Schreckens

Titel: Die Terranauten 087 - Labyrinth des Schreckens
Autoren: Andreas Weiler
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Steuerzentrums befanden, und blickten in das Projektionsfeld. Rechts und links trieben kleinere Asteroiden und Monde ins Blickfeld.
    »Eine Welt mit einundzwanzig Monden, einziger Begleiter einer blauroten Riesensonne«, murmelte Narda. »Ich habe nie von einer solchen Welt gehört.«
    »Kein Wunder«, gab David zurück. »Wir sind dem Milchstraßenzentrum noch immer recht nahe. Das Sternenreich muß so an die … fünfzehntausend Lichtjahre entfernt sein.«
    Aura Damona?
    Keine Antwort. Das Orakel hatte sich seit Tagen nicht mehr gemeldet. Seit dem Zeitpunkt, da der Sammler in einen weiten Orbit um diesen namenlosen Planeten eingeschwenkt war und sich sein quasiintelligentes Steuerzentrum erneut eingekapselt hatte. So wie vor zwei Wochen – war es wirklich erst zwei Wochen her? –, als sie auf den Sternenwanderer zugestürzt waren. Auf den Sternenwanderer, der seinerseits von einer KK-Ballung angezogen worden war.
    Weitere Wolkenschlieren zogen vorbei, diesmal nicht mehr purpurn, sondern weiß und grau. Manchmal, wenn die Wolkenbänke aufrissen, konnten sie einen Blick auf die Oberfläche des Planeten werfen. Sie sahen die glitzernden, samtenen Flächen von großen Binnenmeeren, eingebettet von hohen Bergketten, auf denen es weiß glitzerte. Sie sahen ausgedehnte, kontinentumfassende Wälder. Breite Flüsse, wie silberne Straßen, die das Grün durchzogen. Gelbbraune Wüsten mit einigen karmesinroten Tupfern.
    Das quasiintelligente Steuerzentrum des Himmelsstürmers sandte Abscheu und Ekel und Widerwillen aus, durchsetzt mit einer Spur von Angst.
    »Er wird immer unruhiger«, sagte Narda unbehaglich. »Aber offenbar reagiert er nicht so stark darauf wie sein großer Bruder, der Sammler.«
    David nickte. Langsam und nachdenklich.
    »Erinnere dich an den letzten Kommunikationskontakt mit Aura Damona Mar«, sagte er leise. »Als wir aus dem Schlaf erwachten und der Sammler sein Ziel, diesen Planeten, beinahe erreicht hatte …«
    Ich konnte das quasiintelligente Steuerzentrum des Sammlers fast vollständig kontrollieren, als dieser seltsame Impuls alles wieder zunichte machte, erinnerte sich Narda in Gedanken, und ihre Gedanken waren die Davids. Das Steuerzentrum war schon bereit, nach Sarym zurückzukehren. Doch der Impuls war stärker, und er löste so etwas wie eine Dringlichkeitshandlung aus. Der Sammler änderte den Kurs und fliegt nunmehr den Ausgangspunkt des Signals an. Ich spüre seine Freude. Freude auf eine … Wiederbegegnung. Freude darüber, bald wieder seinen Schöpfern dienen zu dürfen. Freude darüber, seinen Auftrag so rasch erfüllen zu können. Erstaunen. Aufregung. Ja, so muß es sein. David, Narda, ich vermute, es sind die Knospen des Baumes. Das Signal muß von ihnen stammen. Ein quasipsionischer Impuls. Zeitlos. Der Sammler …
    Dann war der Kontakt zu Aura Damona, die noch immer Teil des quasiintelligenten Steuerzentrums des Sammlers war, abgebrochen. Stunden später hatten sie ihre gedankliche Stimme noch einmal gehört.
    Er hat Angst. Der Sammler hat schreckliche Angst. Ich weiß nicht, warum. Die Angst ist noch größer, als es seine Furcht war, in die Kaiserkraft-Ballung zu stürzen. Das Steuerzentrum kapselt sich erneut ein. Ich empfange den Eindruck eines großen Fehlers, eines nicht zu entschuldigenden Irrtums, dem der Sammler erlag. Aber ich kann beim besten Willen nicht sagen, worauf sich diese Selbstanklage bezieht. Er empfängt das Signal jetzt permanent. Und ich … Pause. Er kapselt sich ab. Bei Yggdrasil, er kapselt sich erneut ein. Ich bin gefangen. Ich komme nicht mehr heraus. Ich …
    Das waren die letzten Gedanken Aura Damonas gewesen. Seitdem hatten Narda und David nichts mehr von ihr gehört. Und ohne die Hilfe Aura Damonas war der Sammler nicht mehr lenkbar.
    Sie hatten es in einem langen Marsch geschafft, einen Ausgang aus dem Körperinneren des Sammlers zu finden und an Bord des Orkanseglers zu gelangen. Und während der Sammler in Egostasis in eine Umlaufbahn um den namenlosen Planeten schwenkte, starteten David und Narda mit dem Himmelsstürmer. Das war nunmehr zwei Stunden her.
    Und jetzt begann auch der Orkansegler, Angst und Unruhe auszustrahlen …
    »Die Knospen des Baumes«, sagte David mehr zu sich selbst. »Der sterbende Lenker auf dem Sternenwanderer sagte mir, ich solle die Knospen finden. Sie könnten mir sagen, wo der Alte Wald liegt, die Heimat der Lenker. Und dort erführe ich, was es mit meinem Erbe der Macht auf sich hat.«
    Narda strich ihm durch die

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