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Die Terranauten 049 - Das Ultimatum der Computer

Die Terranauten 049 - Das Ultimatum der Computer

Titel: Die Terranauten 049 - Das Ultimatum der Computer
Autoren: Robert Quint
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Vorübergehend war Ruhe auf Pitcairn eingetreten, der Insel auf dem Planeten Rorqual, den die Terranauten so lange für eine sichere Zuflucht gehalten hatten.
    Nahe der vielfach verschachtelten Burg aus dem Holz der Tulpenwälder gloste noch immer die zerstörte Abwehrstellung; ein dünner Rauchfaden stieg kerzengerade empor, dem fantastisch verzerrten Himmel Rorquals entgegen.
    Asen-Ger stöhnte. Fiebrige Hitze erfüllte ihn und dörrte seine Mundhöhle aus. Mit leiser Furcht lauschte er dem Pochen seines Herzens. Von den Emotio-Ballungen war nichts mehr zu spüren. Er schien allein zu sein, und benommen fragte er sich, was aus Mandorla geworden war. Lebte die ehemalige Queen der Grauen Garden noch, oder war sie bereits der Haßseuche zum Opfer gefallen?
    Wieder stöhnte der große, kräftige Mann mit der bronzenen Hautfarbe.
    Durst, dachte er. Wasser. Ich brauche Wasser. Das Fieber – es verzehrt mich.
    Erst jetzt bemerkte er, daß er auf dem Bauch lag. Er schmeckte Sandkörner auf seinen rissigen Lippen, wälzte sich herum und öffnete die verklebten Augen. Das Licht war von einem trüben Gelb.
    Allmählich verblaßten die Schatten, die seinen Blick trübten.
    Mühsam richtete sich Asen-Ger auf und stand dann schwankend da wie ein halb entwurzelter Baum in einem Orkan. Erst jetzt bemerkte er die Verwüstungen bei der Burg.
    Bei Myriam! dachte er. Die Haßseuche hat meine Freunde in Amokläufer verwandelt und dazu gebracht, mit ihren PSI-Fähigkeiten blindwütig um sich zu schlagen.
    Plötzlich ertönte ein Schrei, verzerrt und heiser und verzweifelt. »Asen-Ger!«
    Der Gründer der Terranauten fuhr taumelnd herum. Nicht weit von ihm entfernt, vielleicht knapp zwanzig Meter, lag eine verkrümmte Gestalt im Sand. Sie bewegte sich krampfhaft und unkontrolliert.
    Asen-Ger blinzelte.
    Die Luft schien zu wabern, ließ die Umrisse des Unbekannten verschwimmen. Der Boden wölbte sich auf, bildete wellenförmige Höcker, die wie die Wogen eines unruhigen Meeres davonschwappten.
    Was geschieht mit Rorqual? dachte Asen-Ger betäubt. Was ist für diese Veränderung verantwortlich?
    »Helfen Sie nur. Ich flehe Sie an – helfen Sie mir!« Das gequälte Flüstern ließ Schweiß auf seine Stirn treten.
    Zögernd, mühevoll setzte sich der hochgewachsene Mann in Bewegung. Jeder Schritt löste neue Hitzewellen aus, und sein Herz hüpfte in seiner Brust, daß es fast schmerzte. Endlich, nach Ewigkeiten, wie ihm schien, hatte er den Fremden erreicht. Er bückte sich und strich dem Unbekannten die zerzausten Haare aus dem Gesicht.
    Das Antlitz war wachsbleich, schweißüberströmt, und über die rechte Wange zog sich ein fingerlanger blutiger Riß. Geweitete Augen starrten ihn an. Asen-Ger kannte den Mann, auch wenn er sich nicht an seinen Namen erinnerte. Der Treiber müßte mit einem der letzten Transporte vor Ausbruch der Haßseuche auf Rorqual eingetroffen sein.
    »Nur ruhig«, krächzte der Logenmeister. Er fühlte sich leer, ausgebrannt, und mit kaltem Entsetzen fragte er sich, wann die Viren in ihren Körpern den nächsten Gefühlsschub erzeugen würden. »Im Moment besteht keine Gefahr. Strengen Sie sich nicht an. Bleiben Sie still liegen. Ich helfe Ihnen.«
    Der Treiber hustete. Blut sickerte aus seinem Mund.
    Innere Verletzungen, dachte Asen-Ger automatisch. Er muß stärker verletzt sein, als es den Anschein hat.
    »Ich habe Angst, Logenmeister«, murmelte der Treiber undeutlich. »Ich wußte nicht, daß ein Mensch soviel Angst haben kann.«
    Asen-Ger sagte nichts.
    Er hielt den Kopf des jungen Mannes mit beiden Händen, um zu verhindern, daß er sich bei seinen Krämpfen den Schädel am harten Boden verletzte, und erst nach langen Augenblicken bemerkte er, daß sich der Treiber nicht mehr bewegte, nicht mehr atmete.
    Tot, durchfuhr es den Logenmeister. Er ist tot.
    Unwillkürlich wich er zurück. Nur undeutlich vernahm er, wie dicht hinter ihm Schritte im Sand knirschten. Er drehte den Kopf.
    »Mandorla!« stieß er erleichtert hervor. »Bei Myriam! Ich bin froh, daß Sie leben.«
    Die Graue machte ebenfalls einen erschöpften Eindruck. Ein Teil ihrer Montur war zerrissen und gab den Blick auf die Wölbung ihrer staubgeschwärzten Brüste frei.
    »Eine inaktive Phase«, sagte sie müde. »Die Haßseuche … Sie entfaltet ihre zerstörerische Potenz in Schüben. Aber es wird nicht mehr lange dauern. Wir müssen uns trennen. Alle.«
    »Trennen?« echote der Logenmeister. Er verwünschte die Betäubung, die den Fluß seiner

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