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Die Silberdistel (German Edition)

Die Silberdistel (German Edition)

Titel: Die Silberdistel (German Edition)
Autoren: Petra Durst-Benning
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Vorwort
    Die Silberdistel war mein erster historischer Roman. Und noch immer bin ich stolz auf mein Erstlingswerk, halte ihn vom Aufbau, von den Personen und der Thematik her für spannungsreich und gelungen. Die Silberdistel ist ein richtiger Schmöker für lange Lesestunden. Wenn man am Ende ein wenig über den Bauernkrieg erfahren hat – um so besser!
    Ich weiß, es klingt seltsam, wenn eine Autorin so »verliebt« über ihr eigenes Werk redet! Aber Die Silberdistel stellt für mich den Anfang eines wundervollen und erfüllten Autorendaseins dar; dieses erste Buch hat mir den Weg frei gemacht für viele weitere historische Romane. Seit der Silberdistel darf ich tun, wofür mein Herz am meisten schlägt: Ich darf Geschichte in Geschichten erzählen! Vielleicht verzeihen Sie mir meine Begeisterung, wenn ich Ihnen sage, daß ich vor dem Schreiben von historischen Romanen gar keine sonderliche Begeisterung für Geschichte hegte. Die Zahlen, Daten und Fakten, die uns im Geschichtsunterricht eingebleut worden waren, ödeten mich geradezu an! Was mich vielmehr interessierte, waren spannend erzählte Geschichten, die von Glück und Unglück, von Hunger und Elend, von Auf-und Abstieg handelten. Persönliche Schicksale – die interessierten mich viel mehr als irgendwelche Eckdaten historischer Ereignisse.
    Zugegeben, ich hatte das große Glück, im Kreise einiger guter Geschichtenerzähler aufwachsen zu dürfen: Da waren die Kunden im Antiquitätengeschäft meiner Eltern, die zu jedem Stück, das sie meinem Vater zum Verkauf anboten, auch etwas über seinen historischen Hintergrund zuerzählen hatten. Da war mein Vater selbst, der mir Jugendstilkünstler wie René Lalique und Emile Gallé nahebrachte, bis ich das Gefühl hatte, wir redeten von irgendwelchen entfernten Verwandten! Nach der Schule suchten wir Kinder tagtäglich den Antiquitätenladen auf, wir spielten in der Werkstatt, machten dort unsere Hausaufgaben und linsten neugierig in den Verkaufsraum, wenn Kundschaft kam. Diese Zeit hat sicher maßgeblich zu meiner Leidenschaft für den Blick zurück beigetragen!
    Auch später, als das Familiengeschäft für mich nicht mehr Dreh-und Angelpunkt war wie in Kinderjahren, durfte ich die Gesellschaft begnadeter Geschichtenerzähler genießen: Da war die ältere Dame mit ihrer umfangreichen Bibliothek antiker Bücher – was hatte sie über die Dichter und ihre Werke nicht alles zu erzählen! Sie war es auch, die in mir die Liebe zu antiken Büchern geweckt hat. Welche Wonne, eine signierte Erstausgabe in den Händen halten zu dürfen! Und da war der alte Herr, der allmorgendlich mit mir und meinen Hunden spazierenging – wenn er anfing, von seinen Kriegserfahrungen zu erzählen, hörte ich gebannt zu.
    Ich war schon eine junge Frau, längst der Schule entwachsen, als mir klarwurde: Geschichte kann (und muß) man zwar in Zahlen, Daten und Fakten in Geschichtsbüchern festhalten, aber im Grunde geht es immer um persönliche Schicksale, um das, was Menschen im Umgang mit anderen Menschen erleben. Es geht um Liebe und Angst, um Leidenschaften und Überzeugungen. Es geht um Mut und Feigheit, um Verrat und vieles mehr. Aber nicht nur wir Menschen haben unsere Geschichten, dasselbe gilt für Gebäude, Landschaften, Orte! Auch sie können uns von vergangenen Zeiten erzählen, auch sie speichern Erlebtes und Geschichten – im Guten wie im Bösen! – für die Nachwelt ab. Und manchmal, wenn wir uns die Zeit nehmen, wenn wir offen sind, wenn unsere Sinne nicht überflutet werden von MP3-Playern und Großstadtlärm, dann wirddas Flüstern der Vergangenheit auch heute noch für uns wahrnehmbar.
    Was all dies mit meinem Erstlingswerk zu tun hat?
    Nun, es war ein ganz besonderer Ort, der mich zu meinem ersten historischen Roman inspirierte …
    Viele Jahre spazierte ich in der Nähe von Kirchheim/Teck mit meinen Hunden immer wieder an einer landschaftlichen Erhebung vorbei. »Die Stelle« wird dieser Ort von den Einheimischen genannt, eigentlich ist es nicht mehr als ein Hügel. Einmal im Jahr zur Sommersonnenwende findet dort eine große Feier statt, auch hat man einen recht guten Blick ins Umland, aber alles in allem ist es nur ein Hügel, auf dem ein paar große Bäume stehen, mehr nicht.
    Und trotzdem überfiel mich stets eine Art Schauer, wenn ich über »Die Stelle« marschierte. Irgend etwas an diesem Ort war besonders, das spürte ich tief drinnen. Hatte es hier einen Sühnemord gegeben? Kein Sühnekreuz, nirgendwo,

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