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Die Schwerter von Zinjaban

Die Schwerter von Zinjaban

Titel: Die Schwerter von Zinjaban
Autoren: Lyon Sprague de Camp , Catherine Crook de Camp
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Scheidung ein. Und dann ist sie gestorben. Das ist alles.«
    Mit mehr Taktgefühl, als es vormals ihre Art gewesen war, verkniff Alicia es sich, Reith nach Einzelheiten zu löchern. Statt dessen sagte sie: »Ich wundere mich, dass kein nettes Mädchen dich während der letzten fünfzehn Jahre eingefangen hat.«
    Reith lächelte. »Schon mal versucht, einen ausgebufften alten Shaihanbullen mit einem Lasso einzufangen? Ein paar der hiesigen Damen haben mir schon mal das eine oder andere unmissverständliche Signal gesandt, aber ich bin nicht drauf eingegangen. Nach zwei Scheidungen und einer Annullierung kann ich es wohl als gesicherte Erkenntnis annehmen, dass ich nicht zum Ehemann tauge.«
    »Unsinn, Fergus! Jede Frau, die nicht gerade den Verstand und die Sensibilität eines geistig zurückgebliebenen Plattwurms besitzt, würde sich nach einem Mann wie dir die Finger lecken.« Sie beugte sich herüber und drückte ihm kurz und kräftig die Hand.
    Aber du warst es nicht, dachte er. Laut sagte er: »Drei Versuche – kein Ehering. Ich bin kein Spieler, und ich habe diese Art von Roulette aufgegeben. Der kommt am schnellsten vorwärts, der allein reist.«
    »Mag sein; aber wenn er dann angekommen ist, hat er nichts zu tun.«
    Reith lachte leise. »Daran hat der Erfinder dieses Spruchs nicht gedacht. Aber er hatte ja auch nicht deinen Röntgendurchblick.« Er stieß einen leisen Seufzer aus. »Nun ja, wenigstens habe ich Alister.«
    »Du armer Kerl! Und ich bin an allem schuld.«
    »Aber nicht doch. Du hast das getan, worauf du programmiert warst, und ich genauso. Also hör auf, dir Schuldgefühle einzureden.«
    »Der Partner, der den anderen verlassen hat, fühlt sich normalerweise schuldig, während der, der verlassen worden ist, an Selbstwertgefühl einbüßt. Ich verliere sofort meine Schuldgefühle, wenn du dein Selbstwertgefühl wiederkriegst!«
    Reith lachte leise. »Ein guter Handel; ich weiß bloß nicht, ob man so was einfach per Willensentscheid bewerkstelligen kann. Außerdem ist das ja alles längst Vergangenheit. Lass uns lieber über die Gegenwart reden. Erzähl: Wie hat die. Welt dir denn so mitgespielt? Irgendwelche Abenteuer?«
    Alicia zuckte die Achseln. »Viel gibt’s da nicht zu erzählen. Seit ich von Krishna zurück war, hatte ich reichlich Verehrer, aber ich habe nie einen nahe an mich rankommen lassen.«
    Reith grinste. »Du hast dich also wieder in den kleinen blonden Eiszapfen verwandelt, der du früher schon gewesen warst?«
    »Das würde ich so nicht sagen. Aber meine Psychotherapie dauerte länger als ein Jahr, und da blieb mir weder Zeit noch Energie für irgendwelche Romanzen.«
    »Wie geht so eine Moritzsche Therapie?«
    »Wie ein chirurgischer Eingriff ohne Betäubung. Als sie zu Ende war, musste ich für meinen neuen Job büffeln, und da hatte ich dann auch keine Zeit für Liebschaften.«
    »Wie bist du überhaupt an den Job bei Cosmic gekommen?«
    »Einer von den Oberbossen las eines meiner Bücher, und daraufhin nahmen sie mit mir Kontakt auf. Stavrakos wollte jemanden mit Krishna-Erfahrung bei den Dreharbeiten dabeihaben. Meine Verpflichtung führte zu einer Boxeinlage zwischen Stavrakos und Fodor.«
    »Wer ist Fodor?«
    »Der Regisseur. Er heißt Attila mit Vornamen und hält sich für eine Reinkarnation von Attila, dem Hunnenkönig. In der Branche witzelt man über ihn, er sei so tough, dass er sich die Socken mit Reißzwecken an den Waden festheftet, damit sie nicht rutschen. Außerdem glaubt er, alles Nötige über Krishna selbst zu wissen, und wehrt sich daher mit Händen und Füßen gegen jeden Rat von außen, besonders wenn er von einer Frau wie mir kommt. Wenn sie sich gegenseitig den Schädel eingeschlagen hätten, wäre das bestimmt kein Verlust für die Menschheit gewesen.«
    »Wie ging der Kampf aus?«
    »Unentschieden; ein paar gingen dazwischen und zerrten sie auseinander. Diese beiden wandelnden Eiterbeulen hassen sich wie die Pest, aber zusammen machen sie bessere Filme als allein. Also bleiben sie zusammen.«
    »Wie Gilbert und Sullivan?«
    »Genauso. Kostis glaubt von sich, er sei nicht nur ein Finanzgenie, sondern auch ein großer Künstler. Also fühlt er sich ständig bemüßigt, an den Drehbüchern herumzupfuschen und seinen Senf zu allem und jedem dazuzutun. Das wiederum bringt Fodor jedes Mal auf die Palme. Tatsächlich hat Kostis soviel ästhetisches Empfindungsvermögen wie eine Wildsau. Mich bewundert er – was wohl nicht gerade für mich als Frau

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