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Die Schwerter von Zinjaban

Die Schwerter von Zinjaban

Titel: Die Schwerter von Zinjaban
Autoren: Lyon Sprague de Camp , Catherine Crook de Camp
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    Um die hochgehenden Wogen seiner Gefühle zu beruhigen, drehte Reith die Öllampe hoch, holte sich das Skript und begann zu lesen. Aber das, was er las, regte ihn fast genauso auf wie die Gedanken an Alicia. Die Vorstellung, dass jemand für das Verzapfen eines solch hanebüchenen Unsinns auch noch gutes Geld bekommen sollte, erregte seinen Zorn. Was die Darstellung der Charaktere und der Lebensweise der Krishnaner betraf, stimmte das Drehbuch vorn und hinten nicht. Zu allem Überfluss war es auch noch zum Gähnen langweilig. Doch bevor er an der Schluss-Szene angelangt war, fielen ihm die Augen zu, und er schlief bei brennender Lampe ein.

 
II
ALICIA DYCKMAN
     
    A ls Fergus Reith am Frühstückstisch erschien, war sein Sohn Alister bereits dabei, ein gewaltiges Erwachsenenfrühstück zu vertilgen. »Hallo, Sohnemann!« begrüßte er ihn.
    »Hi, Daddy. Sag, ist diese Doktor Dyckman das Mädchen, mit dem du verheiratet warst, bevor du Mom kennen gelernt hast?«
    »Ja. Woher weißt du das?«
    »Ich hab die Leute manchmal über sie reden hören, und sie passt auf diese Beschreibung. Wirst du sie wieder heiraten?«
    Reith verschluckte sich fast an seinem Bijar-Spiegelei. »Großer Bákh! Alister, ich bitte dich! Bis gestern hatten wir uns achtzehn Krishnajahre lang nicht mehr gesehen. Hättest du denn was dagegen?«
    Alister zog die Stirn kraus. »Ich habe mich immer gefragt, wie es wohl wäre, eine Mutter zu haben. Doktor Dyckmann scheint mir ganz okay zu sein, und sie sieht wirklich toll aus. Aber ich habe Geschichten gehört, wie schlecht sie dich damals behandelt hat; ich werd jedes Mal ganz sauer, wenn ich daran denke.«
    »Sie soll sich auf Terra einem großen Persönlichkeitslifting unterzogen haben«, sagte Reith. »Wir werden sehen, ob es was gebracht hat.«
    »Außerdem«, fuhr Alister fröhlich fort, »müsstest du mit der Eingeborenen oben am Fluss Schluss machen.«
    Wieder verschluckte sich Reith um ein Haar an seinem Ei. »Du weißt von ihr?«
    »Na klar. So was spricht sich schnell rum.«
    »Was weißt du genau?«
    »Dass sie in Rimbid wohnt. Und dass sie ›Sorry‹ oder so ähnlich heißt. Und dass du ungefähr einmal im Mond einen Abstecher zu ihr machst.«
    »Sie ist bloß eine junge krishnanische Witwe, die mir leid tut, das ist alles«, sagte Reith gespreizt, in der Hoffnung, dass seine Worte überzeugend klangen. »Ich werde mir die Sache sorgfältigst durch den Kopf gehen lassen. In der Zwischenzeit gilt: Je weniger die Leute in Novo über Alicia und mich – oder Sari und mich – tratschen, desto besser.«
    Alicia kam herein, frisch wie der Frühling. Als Kardir ihr das Frühstück servierte, erkundigte sich Reith: »Na, gut geschlafen?«
    »Hervorragend. Hast du Schwerter unter drei Monden gelesen?« Als Reith, der gerade den Mund voll hatte, nickte, fragte sie: »Und? Wie findest du’s?«
    »Schauderhaft.«
    Sie seufzte. »Das hatte ich befürchtet. Fodor und sein Helfershelfer Motilal wollten sich ja nicht reinreden lassen.« Sie hob den Blick und starrte zum Fenster. »Was ist das für ein Geräusch da draußen, dieses bop-bop? Hört sich an, als würden da welche Tennis spielen.«
    »Gut erkannt«, sagte Reith lächelnd. »Ich hab hinter dem Haus einen Platz angelegt, und die da spielen, sind zwei Nachbarn von mir. Die machen jeden Morgen vor dem Frühstück einen Satz.«
    »Wunderbar! Sobald wir Zeit haben, müssen wir unbedingt ein Match machen.«
    »Ich soll gegen eine ehemalige Collegemeisterin antreten? Du würdest mich vom Platz fegen wie Boris Becker einen Kreisklassespieler.«
    »Da bin ich gar nicht mal so sicher. Mein Spiel ist dadurch, dass ich jahrelang keinen Schläger mehr angefasst habe, auch nicht unbedingt besser geworden.«
    »Nun, meins war nie besonders, und ich hab auch erst vor kurzem wieder angefangen. Aber wir können’s ja versuchen. Sogar ein paar Krishnaner haben neuerdings Gefallen am Tennisspielen gefunden.«
    Alicia lachte vergnügt auf. »Meine Filmleute sollten ihre mittelalterlichen Szenen besser schnell abdrehen, bevor alle Krishnaner Golf und Tennis spielen und mit Nadelstreifenanzug und Aktenköfferchen zur Arbeit gehen.«
    »Und mit Sektglas und Zigarette in der Hand auf Cocktailpartys rumstehen. Die Vorstellung ist gar nicht mehr so abwegig. Als ich das letzte Mal in Majbur war, fragten mich ein paar Händler um Rat. Und weißt du, was sie wollten? Sie wollten eine Handelskammer nach terranischem Vorbild aufbauen.«
    In diesem Moment betrat ein

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