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Die Schwerter von Zinjaban

Die Schwerter von Zinjaban

Titel: Die Schwerter von Zinjaban
Autoren: Lyon Sprague de Camp , Catherine Crook de Camp
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spricht.«
    »Ach, komm, Lish!« sagte Reith. »Dir hat es doch niemals an Bewunderern gemangelt, ehrlichen wie sonstigen.«
    »Oh, sicher doch; ich ziehe Bewerber an wie ein Abfallhaufen die Fliegen. Die Kerle meinen immer, eine geschiedene Frau ist zu jeder Tages- und Nachtzeit aufs Dödeln scharf.«
    »Es ist die Lust, die die Welt regiert.«
    »Mag sein; aber du weißt, dass mich oberflächlicher Sex nie interessiert hat. Ich wollte immer einen guten Ehemann oder gar keinen.«
    »Nun, da ist Krishna genau das richtige Pflaster für dich, wegen des hohen Überschusses an terranischen Männern.« Sein angeborener Schalk verführte ihn, hinzuzufügen: »Ich habe ja versucht, ein guter Ehemann zu sein.« Er hatte es noch nicht ganz ausgesprochen, da bereute er es auch schon.
    »Fergus, noch ein Wort davon, und ich fang an zu heulen. Du warst ein hervorragender Ehemann, bis ich alles kaputtgemacht habe.« Sie schnäuzte sich in ihr Taschentuch.
    Reith beeilte sich, das Thema zu wechseln. »Sag mal, was macht man so als Assistentin des Produktionsleiters?«
    »Ach, ich bin eigentlich nur ein besserer Laufbursche, der dem Produktionsleiter den Kleinkram abnimmt, um den dieser sich nicht kümmern kann oder will.«
    »Ich verstehe nicht«, sagte Reith, »wie eine Firma ihre Leute für ein Projekt rausschicken kann, dessen Resultat sie erst in frühestens zwanzig Jahren sehen kann.«
    »Große Firmen können sich solche langfristigen Projekte leisten. Du kannst es vergleichen mit der kommerziellen Aufzucht von Bäumen in Baumschulen oder mit dem Bau eines großen Kernfusionskraftwerks. Man will herausfinden, ob das Filmen auf einem anderen Planeten sich trotz der langen Leerlaufzeit rentieren kann.«
    »Hat dieser Stavrakos keine Angst, dass ihm jemand seinen Job wegschnappt, während er weg ist?«
    Sie lächelte. »Stavrakos ist ein Geschäftsmann, der mit allen Wassern gewaschen ist. Ich bin sicher, dass er sich in diesem Punkt hundertprozentig abgesichert hat.«
    »Dann will ich nur hoffen, dass wir keinen Ärger mit diesem Volltrottel Schlegel kriegen. Seine letzte Blödnummer …«
    Der Koch erschien und sagte auf gozashtandou: »Meine Herrschaften, das Abendessen ist aufgetragen.«
     
    Als Alister Reith sich zu ihnen an den Tisch setzte, fragte Alicia den jungen Mann mit der Geschicklichkeit eines erfahrenen Talkmasters aus.
    »Ich gehe in Novo zur Schule, Miss … ich meine, Doktor Dyckman. Aber am liebsten bin ich mit den Krishnanern draußen auf der Weide bei den Shaihanen.«
    »Aus dem wird noch mal ein echter Shaihanzüchter«, sagte Reith mit Vaterstolz. »Darüber hinaus versuche ich, ihn langsam an das Touristikgewerbe heranzuführen; ich bin überzeugt, dass er auch auf dem Gebiet gut sein wird.«
    Nach dem Abendessen setzten sie sich an den Kamin, da es draußen auf der Veranda in den Abendstunden ungemütlich kalt wurde, was mit der im Vergleich zur Erde langsameren Rotationsgeschwindigkeit Krishnas zusammenhing. Den ganzen Abend über erkundigte sich Alicia bei Reith nach dem Schicksal von Leuten, die sie auf Krishna gekannt hatte, und Reith stillte ihre Neugier mit ausführlichen, anekdotenreichen Antworten.
    »Was treibt unser Freund Kenneth Strachan denn noch so?« wollte Alicia wissen.
    Reith schmunzelte. »Der arme Ken! Der glühende Verfechter des One-Night-Stands hat sich unsterblich in eine der Sekretärinnen verliebt.«
    »Und wer ist die Glückliche?«
    »Juanita Rincon.«
    »Die Tochter von Juana?«
    »Genau die. Als letztes hörte ich, dass Ken zur Zeit in Rosid ist und künstliche Tiere, Spielautomaten oder so was für den Dasht von Ruzh bastelt. Wenn er von zu Hause weg ist, soll er, erzählt man sich …« Reith stockte, als er das neugierig gespannte Gesicht seines Sohnes sah. »Hör mal, Sohnemann! Meinst du nicht, es sei langsam Zeit, dass du dich hinter deine Bücher klemmst?«
    Mit enttäuschter Miene sagte Alister gute Nacht und verschwand auf sein Zimmer. Reith sagte: »Ich habe da ein Problem mit Alister, das ich mit einigen anderen Eltern in Novo teile.«
    »Was für ein Problem?«
    »Höhere Schulbildung. Ich bin sicher, dass er das Zeug hat, aufs College zu gehen; aber ich will ihn nicht nach Terra schicken und ihn erst in einem Vierteljahrhundert wieder sehen, wenn überhaupt. Aber ich möchte auch nicht, dass er nach Hershid geht, um Astrologie, Dämonologie oder die Stammbäume krishnanischer König zu studieren. Ein paar von uns tragen sich mit dem Gedanken, in Novorecife

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