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Die Schöne und der Werwolf - Warren, C: Schöne und der Werwolf - She's no Faerie Princess (Others 02)

Die Schöne und der Werwolf - Warren, C: Schöne und der Werwolf - She's no Faerie Princess (Others 02)

Titel: Die Schöne und der Werwolf - Warren, C: Schöne und der Werwolf - She's no Faerie Princess (Others 02)
Autoren: Christine Warren
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1
    »Sie ist dreihundertsiebenunddreißig Jahre alt. Da ist es wohl ein bisschen spät, um noch von zu Hause wegzulaufen.«
    »Sie tut ja nich von zu Hause weglaufen. Sie tut sich nur ein paar Tage Ferien nehmen.«
    »Für mich sieht’s aber sehr nach Weglaufen aus.«
    »Wie tust du denn überhaupt wissen, wie’s Weglaufen geht, du Weichei? Du bist doch so alt, dass du höchstens noch kriechen kannst!«
    »Psst!«, zischte Fiona, womit sie augenblicklich die Aufmerksamkeit ihrer beiden kleinen Gesellen auf sich zog, die in ein angespanntes, trotziges Schweigen verfielen. Wollte man beschreiben, wie Babbage und Squick fast ihre gesamte Zeit miteinander verbrachten, wäre »lauerndes Verharren« der treffende Begriff dafür. Doch im Augenblick hatte Fiona ganz andere Dinge im Kopf und wollte sich nicht aus dem Konzept bringen lassen.
    »Ich hab’s euch beiden gesagt: Wenn ihr mir nachwinken wollt, habt ihr dabei mucksmäuschenstill zu sein, und falls das über eure Kräfte geht, kann ich euch auch jederzeit zum Palast zurückschicken.«
    Der Kobold und der Elf warfen sich von ihren jeweiligen Positionen wütende Blicke zu; der eine hockte auf seinem angestammten Platz auf Fionas Schulter, während der andere um ihren Kopf herumflatterte. Fiona ignorierte sie beide und konzentrierte sich vielmehr darauf, ob ihnen auf
ihrem Weg durch den dichten, schattigen Wald nördlich des Königspalastes auch niemand folgte. Normalerweise hätte sich niemand über Fionas Fortbleiben Gedanken gemacht, und es wäre ganz bestimmt auch niemandem in den Sinn gekommen, sie aufzuhalten, doch hatte sie erst jüngst feststellen müssen, dass am Königshof der Sommerfeen längst nicht mehr alles seinen »normalen« Gang lief.
    »Eure Hoheit«, meldete sich der Elf schon wieder mit vorwurfsvoll klingender Stimme zu Wort, »ich glaube wirklich, es wäre besser…«
    Fiona bedachte ihn mit einem süßen, aber auch leicht bedrohlichen Lächeln.
    »Babbage, mein lieber Freund, wenn du nicht binnen der nächsten fünf Sekunden die Klappe hältst, könnte es sein, dass ich es mir doch noch überlege und dich glatt mitnehme. «
    Das daraus resultierende Schweigen verlieh dem Lächeln auf ihren Lippen einen noch keckeren Schwung. Sie konnte Squick neben ihrem Ohr kichern hören, schenkte ihm aber keine Beachtung, denn sie hatte es sich schon vor geraumer Zeit zur Gewohnheit gemacht, ihren Kobold nicht auch noch in seinem Tun und Treiben zu bestätigen – was man mit Kobolden überhaupt nie tun sollte. Damit setzte man ihnen nur Flausen in den Kopf.
    Der Elf flatterte weiterhin um ihren Kopf herum und warf ihr tadelnde Blicke zu, aber Missbilligung machte Fiona nichts aus. Über die Jahre hatte sie sich damit abgefunden, was die Leute über sie dachten. Babbage hingegen lebte in ständiger Heidenangst davor, bei Queen Mab in Ungnade zu fallen, und deswegen hatte Fionas Drohung, ihn in die Welt der Menschen mitzunehmen, den kleinen Kerl auch augenblicklich zum Schweigen gebracht. Fionas Tante, die Königin,
hatte ihren Untertanen schon vor Ewigkeiten sämtliche Ausflüge in das Reich der Menschen ausdrücklich verboten, und Babbage war viel zu feige, um einem Befehl von oben zuwiderzuhandeln – ganz im Gegensatz zu Fiona.
    Sie hörte auf, das zurückgelegte Stück Weges weiter nach etwaigen Verfolgern abzusuchen und setzte ihren Marsch fort, wobei sie mit ihren veilchenblauen Augen nun vielmehr den Wald zu beiden Seiten des Pfades nach unerwünschten Begleitern absuchte; doch alles verharrte in unirdischer Stille – ungefähr eine Viertelminute lang.
    »Ich persönlich tät gegen einen kleinen Ausflug nichts einzuwenden haben, Prinzessin«, ließ sich Squick vernehmen, und Fiona brauchte nicht einmal seitwärts nach ihm zu schielen, um sehr wohl zu wissen, dass er von seinem Stammplatz auf ihrer Schulter aus Babbage höhnische Blicke zuwarf, während er weiterredete:
    » Am Hof tun die Dinge in letzter Zeit … richtig kompliziert laufen. Ein kleiner, erquickender Aufenthalt im dummen Menschenreich ist genau, was wir brauchen täten, um unsere Stimmung wieder zu heben.«
    Nun schoss ihm Fiona doch einen Blick von der Seite zu.
    » Wer hat denn von ›uns‹ gesprochen?«
    Der Kobold blickte schockiert drein.
    »Aber Missy Fiona! Du musst uns mitnehmen tun! Wer soll dich denn beschützen tun, wenn ich nich da ist? Im Menschenreich kann’s ganz schön gefährlich, richtig richtig gemeingefährlich werden!«
    »Ich glaube, damit komme ich schon

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