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Die Saga vom Dunkelelf 3 - Der Wächter im Dunkel

Die Saga vom Dunkelelf 3 - Der Wächter im Dunkel

Titel: Die Saga vom Dunkelelf 3 - Der Wächter im Dunkel
Autoren: R. A. Salvatore
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Vorspiel

    Das Monster schob sich schwerfällig durch die stillen Korridore des Unterreichs, und seine acht schuppigen Beine streiften ab und zu das Gestein. Es zuckte nicht vor dem hallenden Echo zusammen, das es selbst verursachte, und fürchtete den Lärm nicht. Es huschte auch nicht in Deckung in Erwartung des Angriffs eines anderen Raubtieres. Denn trotz aller Gefahren des Unterreiches kannte diese Kreatur nur Sicherheit, und es vertraute auf seine Fähigkeit, jeden Feind bezwingen zu können. Sein Atem stank nach tödlichem Gift, die harten Spitzen seiner Klauen gruben tiefe Rinnen in massives Gestein, und die Reihen der speergleichen Zähne, die seinen bösartigen Rachen säumten, konnten die dicksten Häute durchdringen. Am schlimmsten aber war der Blick des Monsters - der Blick eines Basilisken, der jedes Lebewesen, auf das er traf, in starren Stein verwandeln konnte.
    Diese große und schreckliche Kreatur war eine der grössten ihrer Art. Sie kannte keine Furcht.
    Der Jäger beobachtete, wie der Basilisk an ihm vorbeizog. Er hatte ihn schon früher an diesem Tage beobachtet. Das achtbeinige Monster war ein Eindringling, der das Reich des Jägers betreten hatte. Der Jäger war Zeuge gewesen, wie der Basilisk mit seinem Giftatem mehrere seiner Rothe - die kleinen, rindergleichen Kreaturen, die auf seinem Speisezettel standen - getötet hatte, und der Rest der Herde war blindlings geflohen, um vielleicht nie zurückzukehren.
    Der Jäger war zornig.
    Er beobachtete nun, wie das Monster den schmalen Weg hinunterstapfte und genau dort entlangtrottete, wo der Jäger es erwartet hatte. Er zog seine Waffen aus ihren Scheiden und gewann wie immer Vertrauen, als er ihre feine Balance spürte. Der Jäger besass sie seit seiner Kindheit, und selbst nach annähernd drei Dekaden fast ständigen Gebrauchs zeigten sie nur geringe Benutzungsspuren. Nun würden sie wieder erprobt werden.
    Der Jäger steckte seine Waffen wieder ein und wartete auf das Geräusch, das ihn zum Handeln zwingen würde.
    Ein kehliges Knurren ließ den Basilisken im Schritt erstarren. Neugierig spähte das Monster nach vorn, obwohl es mit seinen kurzsichtigen Augen nur wenige Meter weit sehen konnte. Wieder ertönte das Knurren. Der Basilisk duckte sich und wartete darauf, dass der Herausforderer, sein nächstes Opfer, vorspringen und den Tod finden würde.
    Weit hinter dem Monster huschte der Jäger aus seiner Nische und rannte, so schnell er konnte, an den winzigen Spalten und Rissen der Tunnelwände vorbei. In seinem magischen Mantel, dem Piwafwi, war er unsichtbar vor dem Gestein, und seine wendigen, geschickten Bewegungen verursachten kein Geräusch.
    Wieder wurde das Knurren vor dem Basilisken laut, aber das Geräusch war kaum näher gekommen. Das ungeduldige Monster schob sich vorwärts und fieberte danach, töten zu können. Als der Basilisk einen niedrigen Bogengang passierte, umfing eine undurchdringliche Kugel absoluter Dunkelheit seinen Kopf, und das Monster hielt plötzlich inne und wich einen Schritt zurück, genau, wie es der Jäger vorhergesehen hatte.
    Dann war der Jäger auf ihm. Er sprang von der Tunnelwand und tat drei verschiedene Dinge, bevor er sein Ziel erreichte. Zunächst sprach er einen einfachen Zauberspruch, der den Kopf des Basilisken mit leuchtend blauen und purpurnen Flammen umhüllte. Er zog seine Kapuze über das Gesicht, da er seine Augen im Kampf nicht brauchte und ein zufälliger Blick auf einen Basilisken ihm nur Verderben bringen konnte. Dann stürzte er, während er seine tödlichen Krummsäbel zog, auf den Rücken des Monsters und rannte über die Schuppen, um zu seinem Kopf zu gelangen.
    Der Basilisk reagierte, sobald die tanzenden Flammen seinen Kopf umhüllten. Sie verbrannten die schuppige Haut nicht, aber das Licht machte das Monster zu einem leichten Ziel. Der Basilisk wirbelte zurück, doch bevor er den Kopf halb umgedreht hatte, bohrte sich der erste Krummsäbel in sein Auge. Die Kreatur richtete sich auf und schlug um sich, versuchte, den Jäger zu erreichen. Sie atmete ihre giftigen Dämpfe aus, und der Kopf schnellte herum.
    Der Jäger war schneller. Er brachte sich ausser Reichweite und wich dem Tode aus. Sein zweiter Krummsäbel fand das andere Auge des Monsters, und der Jäger machte seiner Wut Luft.
    Der Basilisk war der Eindringling, und er hatte seine Rothe getötet! Ein wilder Schlag um den anderen traf den gepanzerten Kopf des Monsters, hieb die Schuppen fort und drang in das

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