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Die Rückkehr des Dunkelelf 1 - Die Invasion der Orks

Die Rückkehr des Dunkelelf 1 - Die Invasion der Orks

Titel: Die Rückkehr des Dunkelelf 1 - Die Invasion der Orks
Autoren: R.A. Salvatore
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Vorspiel
     
    »Heh, zieht gefälligst ein bisschen fester!«, rief Tred McKnuckles seinem Gespann aus zwei Pferden und drei Zwergen zu. »Ich will Senkendorf noch erreichen, bevor mir die Sommersonne die Glatze verbrennt!«
    Seine Stimme hallte von den Felsen ringsumher wider, ein beeindruckendes Brüllen, das zu Treds Statur passte. Er war stämmig, sogar für einen Zwerg, hatte einen gedrungenen Oberkörper, der einige Schläge wegstecken konnte, und kräftige Arme, um welche zu verteilen. Er trug seinen blonden Bart lang und steckte ihn meistens vorn in seinen breiten Gürtel, und auf den Rücken hatte er zwei von jenen Wurfhämmern geschnallt, die auch als »Zwergenpfeile« bekannt waren.
    »Es wäre leichter, wenn du nicht das andere Pferd hinten in den Wagen gesetzt hättest, du Idiot!«, schrie einer der ziehenden Zwerge zurück.
    Tred reagierte, indem er ihm einen Peitschenschlag versetzte. Der Zwerg blieb stehen, oder er versuchte es zumindest, aber die Tatsache, dass der Wagen weiterrollte und er im Geschirr festgeschnallt war, überzeugte ihn, dass es vielleicht doch besser wäre, mit seinen kurzen, kräftigen Beinen weiterzustapfen.
    »Glaub bloß nicht, dass ich dir das nicht zurückzahlen werde!«, brummte er Tred zu, aber die anderen Zwerge im Geschirr und die drei, die im Wagen hinter dem Kutscher saßen, lachten nur über ihn.
    Vor zwei Tagen hatten sie die Zitadelle Felbarr verlassen und waren am Westrand der Rauvin-Berge entlang nach Norden gezogen, und anfangs waren sie gut vorangekommen. Als sie das Flachland erreichten, hatten sie ein wenig Handel getrieben und eine große Siedlung des Barbarenstamms vom Schwarzen Löwen mit Vorräten beliefert. Diese Siedlung, die Beorunnabrunn hieß, gehörte zusammen mit Sundabar, Silbrigmond und Quaervarr zu den beliebtesten Handelspartnern der siebentausend Zwerge der Zitadelle Felbarr. Für gewöhnlich zogen die Händler bis nach Beorunnabrunn, tauschten ihre Waren und wandten sich dann wieder nach Süden der Heimat und den Bergen zu, aber Treds Gruppe hatte die Bewohner der Barbarensiedlung überrascht, indem sie weiter nach Nordwesten gezogen war.
    Tred war entschlossen, Senkendorf und die anderen kleineren Orte im Tal des Surbrin zu erschließen, das sich am Westrand des Grats der Welt entlangzog. Es gab Gerüchte, dass Mithril-Halle aus einem unbekannten Grund nicht mehr so viel Handel mit den Siedlungen flussaufwärts trieb, und Tred, der sich keine Gelegenheit zum Profit entgehen ließ, war der Ansicht, dass Felbarr diese Lücke füllen sollte. Immerhin besagten andere Gerüchte, dass aus den flachen Minen am Westrand des Grats der Welt erstaunliche Steine zu Tage gefördert worden waren, und sogar ein paar sehr seltene uralte Artefakte, die angeblich von zwergischer Hand stammten.
    Das Vorfrühlingswetter war bisher recht angenehm gewesen, und der Wagen war ohne größere Probleme am Nordrand des Mondwalds vorbei direkt zu den Ausläufern des Grats der Welt gerollt. Danach waren die Zwerge allerdings ein bisschen zu weit nach Norden geraten und hatten sich daher nun nach Süden gewandt, wobei die Berge stets rechts von ihnen blieben. Es war immer noch relativ warm, aber nicht so sehr, dass der Schnee auf den Berghängen in Bewegung geraten wäre und Lawinen die Wege verschüttet hätten. An diesem Morgen hatte Tred jedoch am Huf eines der Zugpferde einen hässlichen Abszess entdeckt, und der geschickte Zwerg hatte zwar den Stein, den das Tier sich eingetreten hatte, entfernen und den Abszess aufschneiden können, aber das Pferd war noch nicht wieder in der Lage, den beladenen Wagen zu ziehen. Es konnte nicht einmal besonders gut laufen, also hatte Tred es einfach hinten auf den großen Wagen gepackt und dann die anderen sechs Zwerge in zwei Gespanne zu je dreien eingeteilt.
    Sie schlugen sich recht gut, und für einige Zeit hatte der Wagen ein flottes Tempo vorgelegt, aber als sich das zweite Gespann dem Ende seiner zweiten Schicht näherte, ging es nur noch schleppend weiter.
    »Was meinst du, wann können wir das Pferd wieder einspannen?«, fragte Duggan McKnuckles, Treds jüngerer Bruder, dessen blonder Bart kaum bis zur Mitte seiner Brust reichte.
    »Morgen wird es wieder traben können«, antwortete Tred zuversichtlich, und die anderen nickten.
    Niemand kannte sich mit Pferden besser aus als Tred. Er war nicht nur einer der besten Grobschmiede in der Zitadelle, sondern auch der bekannteste Hufschmied des Orts. Wann immer Handelskarawanen in

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