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Die Reise nach Uruk

Die Reise nach Uruk

Titel: Die Reise nach Uruk
Autoren: Vampira VA
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so gerne hatte schonen wollen. Ich bin noch nicht ganz verderbt, redete sie sich ein. Glaub mir, Karim, ich . Wenn ich diese Gefahr geahnt hätte, wärst du noch am Leben!
    Es spielte keine Rolle mehr, ob es die Wahrheit war.
    Sie wirbelte herum.
    Vor dem Zelt klangen verhaltene Schritte auf. Jemand war angestrengt darauf bedacht, unbemerkt zu bleiben, aber weniger das Schrittgeräusch als ihr Instinkt warnte Elisabeth.
    Das Barometer ihrer ganz persönlichen Stimmung stand auf Angriffslust. Ohne sich über die Folgen Gedanken zu machen, stürmte sie ins Freie - und prallte fast mit einem von Mos Iranshars Männern zusammen, der erschrocken zurückwich.
    Elisabeth erholte sich schneller als er von ihrer Überraschung.
    »Warum gräbst du nicht?« brüllte sie ihn an. »Willst du sterben?«
    Ihr Gegenüber starrte sie betroffen an. Vielleicht hatte er sie nicht einmal verstanden, denn in ihrer Erregung hätte Elisabeth nicht mehr zu sagen benutzt, in welche Sprache sie verfallen war.
    »Ich ... ich dachte, es sei etwas passiert ...«, stammelte er hilflos.
    »Es ist etwas passiert.« Elisabeth beruhigte sich wieder. »Was hast du gesehen? Eine fremde Gestalt?«
    Der Mann schüttelte den Kopf. »Nur dich.«
    Elisabeth nickte. Sie glaubte den wahren Grund zu kennen, warum er sich angeschlichen hatte. »Du hast mich zu den Zelten gehen sehen und wolltest mich hinterrücks überfallen, habe ich recht?«
    »Nein!«
    Elisabeth machte eine abfällige Geste. »Schon gut. Ruf die anderen! Sofort!«
    Ohne zu fragen, warum, hastete der Mann davon. Seine Bewegungen kamen überaus schleppend. Er war am Ende seiner Kraft. Elisa-beth bemerkte es ohne Mitleid. Wenig später kehrte der Erschöpfte in Begleitung der beiden anderen zurück.
    »Wie weit seid ihr?« fragte sie.
    »Wir sind dabei, ein Tor freizulegen - am Ende der Treppe.«
    »Sehr gut. Beeilt euch! Danach seid ihr erlöst.«
    Sie wartete vergeblich auf die Wirkung ihrer Worte.
    »Ihr habt richtig verstanden, ich lasse euch ziehen«, sagte sie. »Unter einer Bedingung«, fügte sie hinzu.
    Drei Augenpaare blickte mehr müde als interessiert. Die Männer mißtrauten ihr, was verständlich war.
    »Nachdem das Tor freigelegt ist«, sagte Elisabeth, »werde ich es öffnen und hindurchtreten. Hinter mir werde ich es wieder schließen und warten, daß ihr die Treppe draußen wieder vollständig zuschüttet. Tut ihr es nicht, wird meine Magie euch töten! Ich gebe euch genau drei Stunden Zeit, danach flieht - flieht, so schnell ihr könnt, sonst trifft euch mein Zorn! - Habt ihr das verstanden?«
    Die Drei starrten sie an, als hätte sie den Verstand verloren.
    Lebendig begraben? schienen ihre Gesichter auszudrücken. Niemand will lebendig begraben werden .!
    »Ob ihr mich verstanden habt?«
    Sie erwachten wie aus tiefer Benommenheit und nickten. Zögernd.
    »Dann beeilt euch jetzt - erweckt noch einmal eure Kräfte! Um so eher seid ihr frei!«
    *
    Sie hatte nicht vor, auch nur einen von ihnen davonkommen zu lassen. Aber sie mußte ihnen einen Hoffnungsfunken lassen, sonst hätten sie vielleicht doch noch gegen sie rebelliert, und ihr wäre nichts anderes übrig geblieben, als sie sofort zum Welken zu bringen.
    Elisabeth rechnete sich aus, sie nach der genannten Drei-StundenFrist aus ihrem unterirdischen Aufenthaltsort heraus töten zu kön-nen. Länger als drei Stunden würden sie zum Zuschütten nicht brauchen. Wenn sie sorgfältige Arbeit leisteten, würde danach niemand mehr Hinweise auf die Existenz des Tores finden können.
    Wenn .
    Sie wartete, bis die Männer zu der Grabungsstätte zurückgekehrt waren, dann ging sie wieder ins Zelt zurück, wo Karims Leichnam lag.
    Er rührte sich nicht.
    Wie es aussah, würde er sich nie wieder rühren!
    Dann aber konnte kein Vampir ihn umgebracht haben, nur .
    . .. eine Dienerkreatur! dachte Elisabeth. Dienerkreaturen geben keinen Keim wieder, der Tote zu Untoten erweckt. Sie trinken Blut und morden, nur um den Erhalt des eigenen Traums von der Unsterblichkeit willen. Und weil sie durstig sind, ewig durstig .
    Sie suchte den Zeltboden nach auffälligen, nicht von ihr selbst oder Karim stammenden Fußabdrücken ab, wurde aber erst draußen fündig, wo nicht soviel herumgelaufen worden war.
    Die Spuren entfernten sich vom Lager in Richtung Norden, in Richtung der Ruinen von Uruk.
    Nickend blieb Elisabeth im Sternenlicht stehen. Sie hütete sich, die Verfolgung aufzunehmen. Ihre Kräfte versagten bei Vampiren und wahrscheinlich auch bei

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