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Die letzte Expedition

Die letzte Expedition

Titel: Die letzte Expedition
Autoren: Torsten Nierenberg
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EIN WRACK DER CROMA

    Panury Nernic lief unruhig im Flugverkehrs- und Koordinierungs-Leitstand der Raumleitzentrale des Planeten Croma auf und ab. Heute war genau der Tag, an dem er, der großgewachsene GSD-Hauptoffizier vom cromatinischen Raumschiff „Rezuerk Snie“, seine Freunde und langjährigen Mitstreiter von ihrer zweiten Mission zum Planeten Erde zurück erwartete. Jedes Raumschiff musste den Überlichtflug beim Eintritt in das Sonnensystem der Alpha Aurigae, der heimatlichen Sonne der Bewohner des Planeten Croma, beenden und in den normalen Unterlichtgeschwindigkeitsflug übergehen. Während dieser zweiten Mission hatten seine sonstigen Mitstreiter die Aufgabe, mit dem Raumschiff „Rezuerk Owz“ und lediglich einer Minimalbesatzung, zu der er, Panury Nernic, und seine Unterstellten nicht unbedingt zählten, die beiden Menschenkinder Lars und Yonka in ihre Heimat auf den Planeten Erde zurück zu bringen, und dies war ihnen ja ohne weiteres auch gelungen.
    Doch gerade die Phase des Unterschreitens der Lichtgeschwindigkeitsgrenze, der sogenannten Lichtmauer, während eines überlichtschnellen Raumfluges war der heikelste Punkt, weil genau in dem Moment, wo sich ein interstellares Raumschiff mit derselben Geschwindigkeit wie der des Lichtes bewegte, alles um das Schiff herum dunkel wurde und die Sensoren keinerlei Orientierungspunkte im All mehr hatten. Deshalb war ein Raumschiff in dieser Phase besonders leicht verwundbar, trotz elektromagnetischer Schutzschilde und der vorher genauestens berechneten Flugroute! – Doch diesmal war dies alles noch viel gefährlicher! – Und dies wusste Panury, weil es bereits seit einigen Wochen von allen Nachrichtenstationen auf der Croma gesendet wurde!
    Seit drei Monaten etwa, was auf der Croma genau sechzig Tagen entsprach, häuften sich auf bis dato unbekannte und noch unerklärliche Weise zahlreiche Meteoritenschauer, veränderten sich plötzlich die Bahnen von etlichen Kometen und Asteroiden, welche dann unaufhaltsam ins Massenzentrum dieses Sonnensystems der Sonne Alpha Aurigae stürzten und dabei logischerweise recht häufig die inneren Planeten trafen. Außerdem lösten sich unerwartet einige Monde der äußeren Planeten, fast ausschließlich Gasriesen, aus ihren Umlaufbahnen und wurden entweder aus diesem Sonnensystem hinausgekegelt, zerbarsten in viele Trümmerteile oder verließen die planetaren Umlaufbahnen, um sich der heimatlichen Sonne zuzubewegen! Dies alles konnte schließlich nur noch bedeuten, dass sich dem Sonnensystem der Alpha Aurigae ein dunkler Körper von gigantisch großer Masse näherte und dabei auf seinem Weg diese interplanetaren Katastrophen auslöste!
    Interstellare, also zwischen den Sternen reisende Raumschiffe, die sich noch im Überlichtgeschwindigkeitsflug in Richtung Heimat befanden, konnten deshalb auch nicht von der Raumleitzentrale der Croma, in der gigantischen Wolkenkratzer-Metropole Ozeanopolis gelegen, benachrichtigt oder gewarnt werden. Erst wenn diese Raumschiffe die Lichtgrenze unterschritten und somit auch sichtbar wurden, war ein Funkkontakt mit ihnen möglich. So lief Panury Nernic also wie auf heißen Kohlen ständig zwischen den Funkoffizieren, den Radar- und Navigationsoffizieren, sowie dem diensthabenden Leiter des Flugverkehrs-Leitstandes des interplanetaren Raumes hin und her. Er musste seine Kameraden auf der „Rezuerk Owz“, welche von alledem natürlich noch nichts wussten, unbedingt warnen! Auf keinen Fall wollte er den heikelsten Moment der Heimreise seiner Freunde verpassen! Wenn ihnen gerade in diesem Augenblick etwas zustoßen würde und er, ausgerechnet der daheim gebliebene Kamerad, sie nicht rechtzeitig genug darauf aufmerksam gemacht hätte, dies könnte er sich Zeit seines Lebens nicht wieder verzeihen!
    „Nun setz dich doch bloß endlich mal hin, Panury!“, rief ihm Meruc Attalic, der diensthabende Kommandant des Leitstandes, stöhnend und mit hochgeschobenen Augenbrauen entgegen. „Wenn du hier weiterhin stundenlang so kopflos umher rennst, haben wir bald eine Delle in unserem Fußboden! Außerdem brauchst du wahrscheinlich inzwischen neue Schuhe, weil deine ja wohl bald keine Sohlen mehr haben!“
    „Das einzige, was ich jetzt brauche, ist was zu trinken!“, entgegnete Panury, inzwischen leicht gereizt. „Von dieser Nerven aufreibenden Warterei bekommt man ja einen unglaublichen Durst! – Oder liegt das vielleicht an der staubtrockenen Luft hier oben bei euch?“
    „Unsere Klimaanlage

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