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Die Hoehle

Die Hoehle

Titel: Die Hoehle
Autoren: André Schaberick
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glauben.
    Die Jungs konnten nicht fliehen, denn überall befanden sich die mächtigen Feuergestalten und versperrten ihnen den Fluchtweg. Es ging nicht vor und auch nicht zurück, sie waren völlig von den Feuergestalten eingekreist.
    John schien die Aufmerksamkeit der Gestalten besonders zu erwecken. Aus welchem Grund sie gerade Gefallen an ihm gefu nden hatten, konnte man nicht erahnen.
    »Lasst mich in Ruhe, Ihr Biester!«, schrie er aufgeregt und schlug mit den Händen ziellos um sich. Aber sie kamen immer näher auf ihn zu. John geriet in Panik, denn er hatte Angst, dass sie ihn verbrennen würden.
    Seltsamerweise waren die Feuergestalten gar nicht heiß. John erkannte jetzt menschliche, sanftmütige Gesichter in ihren bre nnenden Körpern, welches dazu führte, dass er nicht mehr ganz so viel Angst vor ihnen hatte. Die Gesichter erweckten ein wenig Vertrauen trotz der Flammen, von denen sie eingehüllt waren.
    Plötzlich , wie auf ein Kommando, stürmten sie auf ihn los und drangen durch die Haut in seinen Körper ein. Er schrie erneut laut auf und fiel auf der Stelle wie vom Blitz getroffen um. Reglos blieb er liegen. Ob er tot war?
    Pete rannte zu seinem Sohn, um ihn zu retten. Er wollte ihn in den Arm nehmen, doch er konnte ihn nicht anfassen, denn er war von den Feuerwesen umhüllt. Sie ließen ihn nicht an John hera nkommen.
    »John, sag doch was! John! Was ist los?«, rief er verzweifelt und geriet in Panik, weil er absolut nichts für seinen Sohn tun konnte.
    So schnell, wie sie erschienen waren, lösten sich die Wesen, die Johns Körper umhüllt hatten, auch wieder auf. Die Väter ve rsuchten, ihm zu helfen, aber John lag mausetot auf dem Boden.
    »Wach auf, John !«, schrie sein Vater, und trommelte auf seine Brust. »Du darfst nicht sterben, du bist doch noch viel zu jung! Ich liebe dich! Verlass mich jetzt nicht!«
    Das Feuer war erloschen, die Steine rings um die Feuerstelle leuchteten nun nicht mehr rot. Aber John begann jetzt von innen orange zu leuchten. Seine Haut strahlte, als hätte man ihm hundert Glühlampen unter die Haut gesteckt. Die Gestalten waren scheinbar noch in ihm.
    Er erhob sich, öffnete die Augen, die weiß wie Taschenlampen erstrahlten. In ihm steckte wieder Leben, aber sicherlich nicht sein eigenes. John wurde von fremden Wesen gesteuert, die die komplette Kontrolle über seinen Körper übernommen hatten.
    Anschließend nutzten sie Johns Kopf zum Reden und sprachen zu den Leuten, die ihn erwartungsvoll betrachteten. Die Stimme der Feuerwesen klang metallisch fremd und hatte mit der von John nicht das Geringste gemeinsam.
    »Fürchtet Euch nicht vor uns. Euer Freund und dein Sohn werden uns helfen, zu Euch zu sprechen. Ohne ein Medium wie ihn können wir nicht mit Euch in Kontakt treten.
    Ihr habt uns aus den Gesteinskristallen befreit, in denen wir seit tausenden von Jahren gefangen waren. Die blauen Wesen aus dem leuchtenden Wasser haben uns vor langer Zeit eingesperrt. Früher lebten wir frei im Vulkan Eribaka, tief unter der Erdobe rfläche. Wir brauchten die Gefahr der Aquaner, die Ihr mittlerweile kennengelernt habt, nicht zu fürchten, doch eines Tages öffnete sich die Erde, und wir wurden unfreiwillig an die Erdoberfläche geschleudert. Dort fielen die Aquaner über uns her, nahmen uns gefangen und brachten das flüssige Gestein, das uns als Medium zum Überleben diente, zum Erkalten. Wir konnten uns nie wieder aus den erkalteten Gesteinskristallen befreien. Die Steine hielten uns für immer gefangen, bis zum heutigen Tage.
    Erst die mächtige Hitze des großen Feuers, das Ihr zu unserer Errettung entfacht habt, befreite uns aus unserer Gefangenschaft. Die Kristalle schmolzen, und wir waren endlich wieder frei.«
    Die Väter und ihre Kinder sowie die Begleiter trauten ihren Augen nicht. Schon wieder hatten sie das Gefühl, in einer ve rrückten Märchenwelt zu sein, die an Unsinnigkeit durch nichts zu übertreffen war.
    »Wie ist es möglich, dass ihr in meinem Sohn verweilt ?«, wollte Pete wissen.
    »Wir können unser Medium wechseln, ohne es zu zerstören. Wir nutzen es vorübergehend als Wirt. Es bekommt nichts davon mit, und wir fügen unserem Medium niemals einen Schaden zu, wenn es nicht notwendig ist. Wir leben im Blut der Erde oder auch im Blut der Menschen .«
    »Als Gegenleistung für die Befreiung aus den Kristallen der Felsen versprechen wir, Euch Menschen zurück in Eure eigene Welt zu transferieren«, sagten sie mithilfe Johns Körper.
    Anschließend

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