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Die Hoehle

Die Hoehle

Titel: Die Hoehle
Autoren: André Schaberick
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allein«, vermutete Carla. »Ich glaube nicht, dass es nach dem Aus-dem-Schwein-mach-eine-Wurst-Prinzip funktioniert.«
    »Ich glaube, es wird nicht annähernd so einfach, wie der Weg war, hier in diese Welt zu gelangen«, sagte Franklyn, der immer etwas pessimistisch in derartigen Situationen reagierte.
    »Ich könnte mir das in etwa so vorstellen, als wollte man einen Knallkörper, den man soeben mithilfe von Schwarzpulver g esprengt hat, beispielsweise mit Grünpulver wieder zu einem kompletten Knallkörper zusammensprengen. Das funktioniert genauso wenig. Wir brauchen schon etwas Anderes.«
    »Elender Pessimist! Lasst uns doch erst einmal ausprobieren, ob nicht vielleicht doch so ein Pulver hier zu finden ist, mit dessen Hilfe wir zurückgelangen können«, sagte John zu Franklyn und legte ihm beruhigend die flache Hand auf die Schulter.
    »Der Magier, der uns hier hinein katapultiert hat«, schlug Pete vor, »nutzte ein lilafarbenes Pulver. Er warf es ins Feuer, dann leuchtete es grün auf. Und zack, waren wir hier.«
    »Hier ist aber kein lilafarbenes und auch kein grünes Pulver, das man in das Feuer werfen kann.«, entgegnete Tina. »Und wir sind auch keine Magier, so gern du das wärst .«
    »Als wir in der Höhle waren, standen wir in einem Wasser, welches eigentlich gar kein Wasser war. Wie Ihr Euch sicher erinnert, sind wir davon gar nicht nass geworden. Also, was ich sagen will, ist, dass wir durch dieses vermeintliche Wasser aus der Höhle herausgekommen sind«, erinnerte sich Franklyn.
    »Ich glaube nicht, dass es das Wasser war, sondern dass einzig und allein die blauen Wesen die Kraft dazu besaßen, die Höhle nwände für uns aufzulösen. Sie hatten die Macht, alles zu steuern, was um uns herum geschah«, entgegnete Carla.
    »Weder noch«, antwortete John, »ich glaube an die Kraft des Erdbebens. Das Beben hat die Höhle zerstört und uns wieder fre igegeben.«
    »W elche Gruselmärchen erzählt ihr uns gerade? Was sind denn bloß für seltsame Dinge geschehen, während Ihr hier in dieser ungewöhnlichen Welt gewesen seid?«, wollte Bruce wissen.
    »Dad, du kannst dir gar nicht vorstellen, welche furchtbaren Ängste wir hier ausgestanden haben. Es war grauenhaft! Perm anent hatten wir Angst, getötet zu werden. Erst waren wir in der Höhle eingeschlossen, danach stiegen uns diese blauen Wesen aufs Dach. Anschließend erfolgte ein Erdbeben inklusive Vulkanausbruch. Und so kam eins nach dem Anderen, aber nie kam etwas Gutes auf uns zu. Bis Ihr plötzlich aufgetaucht seid.«
    »Wer von uns auch immer Recht hat«, sagte Carla theatralisch, »es hilft uns im Moment leider absolut nicht weiter. Denn was sollen wir tun, wenn das Erdbeben die befreiende Kraft war? So llen wir das ausgespuckte Gestein suchen, und ins Feuer werfen? Vielleicht sollen wir es mahlen und ins Feuer streuen? Oder sollen wir die blauen Wesen suchen und das Feuer damit löschen? Oder sollen wir sie mit gemahlenem Gestein bestreuen?«
    »Wir können tausend Ideen haben«, bemerkte Franklyn, » doch wenn wir nichts ausprobieren, passiert auch nichts. Also müssen wir alles ausprobieren, was uns in den Sinn kommt! Alles kann uns im Endeffekt retten.«
    »Er hat völlig recht !«, bestätigte ihn John.
     
    Um des Rätsels Lösung zu finden, begannen sie, alle nur erdenklichen Dinge ins Feuer zu werfen.
    Sie streuten fein zerriebene Steine in die Flammen: Es erlosch ein wenig, aber nichts geschah.
    Sie suchten Pfützen voll Wasser und gossen es in das Feuer: Es zischte und verdampfte, aber es erschienen keine Rauchwolken, die ihnen in die Nase krochen, um sie in die eigene Welt zurückzubringen.
    Johns Vater Pete hatte die Idee, während des Streuens von buntem Steinpulver auch so ein Lied wie der Zauberer zu singen. Aber entweder fand er nicht die richtigen Worte zum Lied, oder das Pulver war falsch. Vielleicht war auch das Lied falsch. Oder der Text. Vielleicht war aber auch alles falsch.
    Bruce fand einen lilafarbenen Stein, rannte enthusiastisch z urück zur Feuerstelle und sagte »hier ist so ein bunter Stein. Wenn wir ihn zermahlen, haben wir bestimmt das gleiche Pulver, das der Magier ins Feuer geworfen hatte!«
    Er zerrieb den Stein auf einer Felsplatte und warf das entsta ndene Pulver ins Feuer. Dabei summte er ein Lied: Und tatsächlich! Es färbte sich grün, es entstanden Rauchfahnen, die ihnen in die Nase stiegen. Es kribbelte und benebelte ihre Sinne. Aber es wurde nicht dunkel. Es erschienen keine Sterne. Und sie gelangten

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