Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Die geheime Treppe

Die geheime Treppe

Titel: Die geheime Treppe
Autoren: Marco Sonnleitner
Ads
Gesicht strahlte.
    »Ich dachte eher an eine Belohnung, keine Folter«, erwiderte Justus lakonisch. Peter schenkte ihm ein fröhliches Grinsen und verbarg den Schlüssel in den Tiefen seiner Jacke.
    Auf der Fahrt zurück redete sich Peter die ganze Trübsal von der Seele, die sich seit gestern in ihm aufgestaut hatte. Wie ein Wasserfall plapperte er drauflos, erzählte von Kelly, von seinen Eltern, seinen Plänen für die Herbstferien und tastete immer wieder nach dem Schlüssel, als könnte er es noch gar nicht glauben, dass er ihn wirklich wiederhatte.
    Bob hörte lächelnd zu und besah sich ansonsten die vorüberziehende Landschaft, während Justus unentwegt seine Füße bewegte. Sie wollten einfach nicht warm werden.
    »Kollegen, lasst uns doch im Winter mal wieder Skifahren gehen, hm? Was haltet ihr davon?« Peter sprühte vor guter Laune.
    »Skifahren? Mir ist jetzt schon kalt genug«, sagte Bob.
    »Ach was! Wir könnten alle zusammen nach –«
    »Halt!«, rief Justus plötzlich von der Rückbank.
    »Nicht Skifahren?«
    »Bleib stehen, Peter. Schnell!« Justus starrte aus dem Fenster.
    Peter stieg auf die Bremse und fuhr an den Straßenrand. »Was ist denn los, Erster? Ist dir schlecht?«
    »Nein, Unsinn. Aber seht doch! Schaut euch das an!« Der Erste Detektiv deutete hektisch zum Fenster hinaus.
    Bob und Peter blickten in die angegebene Richtung. Erst erkannten sie nicht, was Justus meinte, aber dann wurde es ihnen schlagartig klar.
    »Nein!«
    »Wahnsinn! Das gibt es doch nicht!«
    Justus schaut sich im Fond um. »Bob, wo hast du das Brett?«
    »Warte, hier.« Der dritte Detektiv zog das Brett unter dem Beifahrersitz hervor und reichte es Justus nach hinten.
    Dem genügte ein Blick darauf. »Das ist es! Eindeutig! Das ist dieser Küstenabschnitt. Die Felsformation dort vorne ist zu charakteristisch, als dass es sich hier um einen bloßen Zufall handeln könnte.«
    »Sieht wirklich aus wie ein Kopf«, befand Bob mit einem Blick auf einen großen Felsen. Die Küste war seit einigen Kilometern steiler und zerklüfteter geworden, und dort vor ihnen ragte ein hausgroßer Felsen weit in den grauen Himmel. »Hakennase, hohe Stirn, lange Haare, und der eine Teil sieht fast aus wie eine ... Augenklappe.«
    Peter sog die Luft ein. »Pirate´s Point! Das hier ist Pirate´s Point! Ich bin schon ein paarmal mit dem Rad dran vorbeigefahren.«
    »Wir sollten uns das näher ansehen, Kollegen. Kommt, lasst uns aussteigen.« Justus spürte keine Kälte mehr, kein Kratzen im Hals, und er ignorierte auch das unheilvolle Kribbeln in seiner Nase. Er witterte einen neuen Fall, und da konnte ihn nichts und niemand aufhalten.
    Peter fuhr den Käfer noch weiter auf den Randstreifen, dann stiegen die drei Detektive aus. Der Wind pfiff hier oben noch heftiger, und auch der Regen war stärker geworden. Doch die drei Jungen nahmen diese Widrigkeiten kaum noch wahr.
    »Was jetzt?«, fragte Peter.
    Justus deutete zum Meer. »Wenn wir die Perspektive auf dem Brett berücksichtigen, dann muss die Skizze von weiter vorne gezeichnet worden sein. Wir müssen näher an die Küste.«
    Nicht weit von der Stelle entfernt, an der Peter den Käfer abgestellt hatte, fanden sie einen unbefestigten Feldweg, der Richtung Meer zu führen schien. Die drei ??? nickten sich wortlos zu und bogen in ihn ein.
    Geduckt und im Schatten der Felsen huschten sie den Weg entlang. Vor einer Biegung machten sie halt und spähten vorsichtig um die Ecke.
    »Ein Haus«, flüsterte Peter.
    »Ein großes Haus«, verbesserte Bob.
    Tatsächlich sahen sie nur ein schulterhohes Holzgatter, von dem rechts und links ein massiver Bretterzaun abging. Es versperrte die Zufahrt zu einem Anwesen, das undeutlich hinter mächtigen Büschen und den grauen Regenschleiern auszumachen war. Licht brannte nicht, soweit die drei Jungen das beurteilen konnten. Nicht weit hinter der Biegung zweigte ein weiterer Weg ab, der offensichtlich zum Strand hinunterführte.
    »Wir sehen uns die Sache erst einmal von unten an«, beschloss Justus. »Da fallen wir hoffentlich weniger auf. Wenn man uns hier oben sieht, müssten wir sofort erklären, was wir hier wollen. Das hier ist sicher ein Privatweg.«
    »In Ordnung.«
    Die drei Jungen drückten sich um die Ecke herum und pirschten zu der Abzweigung. Erst als die Einfahrt und das Haus außer Sicht waren, richteten sie sich auf. Der notdürftige Weg führte über Schotter und grob behauene Platten in einigen engen Kehren steil bergab und endete nach

Weitere Kostenlose Bücher

Ein Hund mit Charakter
Ein Hund mit Charakter von Sándor Márai
Bombay Smiles
Bombay Smiles von Jaume Sanllorente