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Die Fackeln der Freiheit: Ein Lord-John-Roman (German Edition)

Die Fackeln der Freiheit: Ein Lord-John-Roman (German Edition)

Titel: Die Fackeln der Freiheit: Ein Lord-John-Roman (German Edition)
Autoren: Diana Gabaldon
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1
    April, April
    HELWATER, IM LAKE DISTRICT 1. APRIL 1760
    Draußen war es so kalt, dass er dachte, ihm könnte der Schwanz in der Hand abbrechen. Falls er ihn überhaupt fand. Der Gedanke wehte ihm durch den schlaftrunkenen Kopf wie einer der leisen, eisigen Luftzüge, die durch den Heuboden huschten, und er öffnete die Augen. Jetzt fand er ihn doch; hatte ihn doch beim Aufwachen in der Faust gehalten, und die Schauder des Verlangens zuckten ihm über die Haut wie ein Mückenschwarm. Der Traum hatte seinen Kopf nicht minder fest im Griff, doch er wusste, dass er in Sekunden dahin sein würde, zerplatzt im Schnarchen und Furzen der anderen Stallknechte. Er brauchte sie, musste sich Erlösung verschaffen, solange er ihre Berührung noch spüren konnte.
    Hanks regte sich im Schlaf, gluckste laut, sagte etwas Wirres und sank wieder ins Leere, während er murmelte, »’dammich, ’dammich, ’dammich …«
    Jamie stieß lautlos etwas Ähnliches auf Gälisch aus und schlug seine Decke zurück. Zum Henker mit der Kälte.
    Er stieg die Leiter hinunter in dem halbwarmen Pferdedampf der Scheune, wäre vor Hast fast gefallen, achtete nicht auf den Splitter in seinem nackten Fuß. Hier? Er zögerte in der Dunkelheit, sein Drängen unvermindert. Ausmachen würde es den Pferden nichts, doch wenn sie ihn bemerkten, würden sie vielleicht Geräusche machen und die anderen wecken.
    Ein Windstoß traf die Scheune und donnerte über das Dach. Ein kräftiger, kalter Luftzug, der nach Schnee roch, störte die Schlafenden, und ein oder zwei Pferde bewegten sich leise kollernd. Von oben kam ein gemurmeltes »’dammich«, begleitet vom Geräusch eines Mannes, der sich umdrehte und sich die Decke über die Ohren zog, um der Realität zu trotzen.
    Claire war noch bei ihm, stand ihm deutlich vor Augen, spürbar in seiner Hand. Er konnte sich einbilden, im Duft des frischen Heus ihr Haar zu riechen. Der Gedanke an ihren Mund, ihre scharfen weißen Zähne … Er rieb sich die Brustwarze, die unter seinem Hemd hart geworden war und brannte, und er schluckte.
    Seine Augen hatten sich längst an die Dunkelheit gewöhnt; er fand die leere Abfohlbox am Ende der Stallgasse und lehnte sich an die Bretterwand, den Schwanz schon in der Hand, Körper und Seele voller Sehnsucht nach seiner Frau.
    Er hätte es hinausgezögert, wenn er gekonnt hätte, doch er hatte Angst, der Traum würde ganz verschwinden, und so überließ er sich stöhnend der Erinnerung. Hinterher versagten ihm die Knie, und er ließ sich langsam an der Bretterwand ins lose Heu sinken, presste sich das Hemd um die Oberschenkel, und sein Herz hämmerte wie eine Kesselpauke.
    Herr, lass sie gerettet sein , war sein letzter bewusster Gedanke. Sie und das Kind .
    ER SCHLIEF AUGENBLICKLICH so herrlich tief ein, dass er nicht aufsprang, als ihn eine Hand an der Schulter schüttelte, sondern sich nur träge regte, während er sich im ersten Moment wunderte, warum ihn Heu an den nackten Beinen kratzte. Abrupt erwachten nun seine Instinkte, und er warf sich herum. Mit einer fließenden Bewegung sprang er auf und stellte sich mit dem Rücken zur Wand der Box.
    Die schmächtige Gestalt vor ihm im Schatten stieß einen Keuchlaut aus, und er identifizierte sie gerade noch rechtzeitig als Frau, um ihr nicht reflexiv Gewalt anzutun.
    »Wer ist da?«, wollte er wissen. Er sprach leise, seine Stimme heiser vom Schlaf, und die Gestalt wich schwankend noch etwas weiter zurück. Sie schien unschlüssig zu sein.
    Er war nicht in der Stimmung für Spielchen, und seine Hand packte blitzschnell ihren Arm. Sie quiekte wie ein Schwein, und er ließ los, als wäre sie glühend heiß. Er verfluchte sich in Gedanken, als er über sich das aufgeschreckte Grunzen und Rascheln der anderen Stallknechte hörte.
    »Was zum Teufel ist da los?«, wollte Crusoe wissen, dessen Stimme wie ein verstopftes Rohr klang. Jamie hörte, wie er sich räusperte und Schleim in seinen halb gefüllten Topf spuckte, um dann die Leiter hinunterzurufen: »Wer ist da?«
    Die Gestalt im Schatten bat ihn mit wilden Gesten zu schweigen. Die Pferde waren halb wach, sie schnaubten zwar verwundert, regten sich aber nicht auf; sie waren es gewohnt, dass Crusoe in der Nacht herumbrüllte. Das tat er, wann immer er Geld hatte, um sich zu betrinken, und dann in kalten Schweiß gebadet aus seinen Alpträumen zu erwachen und seine Dämonen anzukreischen.
    Jamie rieb sich das Gesicht und versuchte zu überlegen. Wenn Crusoe und Hanks nicht schon

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