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Die drei ??? und das Phantom aus dem Meer (drei Fragezeichen) (German Edition)

Die drei ??? und das Phantom aus dem Meer (drei Fragezeichen) (German Edition)

Titel: Die drei ??? und das Phantom aus dem Meer (drei Fragezeichen) (German Edition)
Autoren: Marco Sonnleitner
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Leuchtturmwächter gewohnt hatte.
    »Sieht nicht so aus, als würde hier jemand leben«, sagte Bob und machte seine Jacke zu. Hier oben blies der Wind ganz ordentlich.
    »Nein. Aber lasst uns trotzdem einmal nachsehen«, schlug Justus vor.
    Peter lief voraus. Er hielt auf die Längsseite des weiß gekalkten Hauses zu. Zu seinem Erstaunen waren die Fensterläden geöffnet. Und Peter erkannte auch Gardinen hinter den Scheiben. Wohnte hier doch jemand?
    »Leute!« Der Zweite Detektiv drehte sich zu seinen Freunden um. »Vielleicht ist doch jemand zu Hause. Da sind –«
    In diesem Moment rannte eine Gestalt um die Ecke. Ein … Mann, ein Pirat, ein lebendig gewordener Albtraum! Peter sah eine Axt, eine Augenklappe, ein Ungetüm von Bart, ein Holzbein, hörte ein infernalisches Brüllen und war unfähig, sich von der Stelle zu bewegen. Auch Justus und Bob, die einige Meter hinter ihm standen, stockte der Atem.
    Auf einmal bremste der Berserker ab, blieb knapp vor Peter stehen und ließ das Beil sinken. »Oh!«
    Der Zweite Detektiv sah in ein verblüfftes, braunes Auge.
    »Das tut mir jetzt … leid. Hab ich dich erschreckt?« Der Mann wirkte aufrichtig betroffen.
    Peter erwachte langsam aus seiner Schockstarre. Das Holzbein und das Beil irritierten ihn aber immer noch. Und die Augenklappe. »Äh, nein … ja, doch, ein bisschen.«
    »Das wollte ich nicht! Meine Güte, du zitterst ja!« Der Mann legte ihm fürsorglich die Hand auf die Schulter.
    »Guten … Tag.« Justus stellte sich neben seinen Freund. Auch er musste den Schrecken erst einmal verdauen.
    »Da hab ich ja was angerichtet.« Der Mann wischte sich seine Hand an einer fleckigen Dreiviertelhose ab, wie sie früher Seeleute getragen hatten. Oder Piraten. »Ich bin wirklich untröstlich.« Er gab Peter die Hand. »Ich bin Eliah Cristobal. Und eigentlich ganz harmlos.« Cristobal schob seine Augenklappe hoch und lachte.
    »Sind Sie … Schauspieler?« Bob hatte das Gefühl, den Namen schon einmal gehört zu haben.
    »Schriftsteller. Und gerade an einer Szene dran, in der ein blutrünstiger Pirat seine Feinde niedermacht.« Cristobal breitete die Arme aus. »Darf ich vorstellen? Captain JohnBone, der Schrecken der sieben Meere.« Wieder lachte er laut und herzlich.
    Jetzt endlich verstanden die Jungen, was es mit der seltsamen Aufmachung und dem wüsten Geschrei auf sich gehabt hatte: Cristobal war offenbar einer jener Schriftsteller, die erleben mussten, worüber sie schreiben wollten.
    »Darf ich euch zu einer Limonade einladen? Und Keksen? Habe ich vorhin erst geholt.« Cristobal streifte sich den falschen Vollbart über den Kopf und schnallte sein Holzbein ab. Sein richtiges hatte er sich hochgebunden. »Kommt schon. Als Wiedergutmachung für meinen Auftritt.«
    Die drei ??? nahmen die Einladung gern an. Nach den jüngsten Schrecken würde ihnen allen eine kleine Auszeit sicher guttun. Cristobal führte sie ins Wohnzimmer des Wärterhäuschens, zu dem noch ein alter Schuppen und eine baufällige Garage gehörten, stellte Gläser und eine große Kanne Zitronenlimonade auf den Tisch und die versprochenen Kekse dazu. Justus fielen einige Stockflecken an der Wand und die eher einfachen Möbel auf. Cristobals Bücher waren offensichtlich nicht gerade Bestseller. Das erklärte, warum er noch nichts von ihm gelesen hatte. Aber bluttriefende Piraten-Thriller gehörten auch nicht zu seiner bevorzugten Lektüre.
    »So, dann greift zu!« Cristobal deutete auf die Limonade und die Kekse. »Erzählt mal! Was treibt euch denn hier rauf?«
    Bob nahm sich einen Brownie. Saftig. Weich. Hier war an Butter und Eiern nicht gespart worden. »Wir sehen uns nur ein wenig um.«
    »Ihr seht euch um? Hört sich geheimnisvoll an.«
    »Wohnen Sie schon lange hier?«, fragte Justus.
    »Ein paar Monate. Ich brauche diese Abgeschiedenheit, um schreiben zu können.«
    Der Erste Detektiv entschloss sich, gleich auf den Punkt zu kommen. »Mr Cristobal, ist Ihnen in letzter Zeit irgendetwas Merkwürdiges unten in der Bucht aufgefallen?«
    Der Mann sah ihn erstaunt an. Aber nicht erstaunt genug, wie Justus fand. Schließlich hatte er die Frage sehr unvermittelt gestellt. »Was meinst du mit merkwürdig?«
    Peter stellte seine Limonade ab. »Einen Mann zum Beispiel, der wie auf einer Treppe aus dem Meer kommt.«
    Cristobal schaute kurz zur Seite, lächelte, zögerte. »Einen Mann, der wie auf Treppen aus dem Meer kommt?«, fragte er unschlüssig. »Weißt du, das ist doch –«
    Wie an einem

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