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Die drei ??? und das Phantom aus dem Meer (drei Fragezeichen) (German Edition)

Die drei ??? und das Phantom aus dem Meer (drei Fragezeichen) (German Edition)

Titel: Die drei ??? und das Phantom aus dem Meer (drei Fragezeichen) (German Edition)
Autoren: Marco Sonnleitner
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nichts.«
    »Du hast recht, Dritter. Nichts wie rauf!«
    »Dreißig Sekunden«, murmelte Peter, »dreißig Sekunden! Unmöglich!«
    Den Felsen zu erklimmen war zwar kein Problem. Er war dichtbewachsen, die Steine griffig, es gab jede Menge Ritzen und Vorsprünge. Doch die Zeit verrann unerbittlich. Peter sprang die Wand förmlich hinauf und zählte dabei die Sekunden mit: »Fünfzehn, vierzehn, dreizehn …«
    »Rette sie!«, rief Justus nach oben, als Peter sich nach ihm umdrehte. »Mach schon! Verlier keine Zeit!«
    »Zweiter, los!«, trieb ihn auch Bob an.
    Peter wandte sich wieder um, hievte sich über die letzte Kante und fand sich auf einem kleinen Plateau wieder. Niedriges Gehölz, schwarze Steine, ein dunkler Teich, dessen Auslauf auf der anderen Seite in die Tiefe stürzte.
    Und da stand sie! Langes, blondes Haar, ein Kleid aus blauem Dunst, ein zartes, zerbrechliches Geschöpf. Gefangen in einem eisernen Käfig, der über dem Teich schwebte und an dessen Aufhängung dieser kleine, teuflische Kasten befestigt war. Schwarz, ein paar Drähte, der große Knopf, eine rot leuchtende Digitalanzeige, auf der eine Vier zu sehen war, eine Drei …
    »Nein!« Der Zweite Detektiv stürzte nach vorne.
    »Peter!«, rief Bob verzweifelt.
    Doch es war zu spät. Ein leises Klicken öffnete die Verriegelung. Für einen Moment hing der Käfig noch in der Luft, als wollte er dem Gesetz der Schwerkraft trotzen. Doch dann rauschte er nach unten und tauchte in das schwarze Wasser, das die Prinzessin mit einem dumpfen Gurgeln in seine nassen, tödlichen Arme nahm.
    Eine knappe Stunde später hatte endlich auch das letzte Team den Weg zurückgefunden. Benjamin Rodman konnte beginnen. Schon seit geraumer Zeit trat der hagere Junge mit den ungebändigten blonden Haaren in dem kleinen Pavillon, der als Bühne diente, von einem Bein aufs andere. Immer wieder sah er seine Zettel durch und murmelte dabei leise vor sich hin.Bob lächelte. Vor seinem Referat gestern in Chemie hatte er sich ähnlich gefühlt.
    Benjamin klopfte auf das Mikrofon. »Liebe …« Er hüstelte. »Crack-Tracks, nein, Tack-Packs«, seine Augen weiteten sich, »äh, Crack-Packs …« Unvermittelt verstummte er und wurde knallrot. Fröhliches Gelächter erklang unter den etwa fünfzig Anwesenden. Seine Mutter, die Arm in Arm mit ihrem Mann Samuel ebenfalls auf dem Podium stand, zwinkerte ihm aufmunternd zu, Samuel Rodman hob den Daumen. Benjamin räusperte sich und versuchte es noch einmal. »Liebe, ähm, Track-Cracker, Freunde und Feste … Gäste …«
    »Der Arme ist ja total nervös.« Neben Bob stand ein hochgewachsener Mann mit schwarzen Stoppelhaaren. Er trug ein lässiges Cordhemd und eine Jeans. Dem Block in seiner Hand und der Kamera um seinen Hals nach zu urteilen, war er von der Presse. »Letztes Jahr hat die Ansprache noch Daddy gehalten.« Er zeigte auf Samuel Rodman. Der Mann mit den grauen Schläfen und der Hakennase drückte seiner Frau eben einen Kuss auf die Wange.
    Bob nickte, während der Reporter ein Foto schoss. Dann wandte sich der dritte Detektiv seinen beiden Freunden zu. Oben stotterte sich Benjamin weiter durch seine Zettel. »Just, was macht Rodman noch mal?«
    »Bitte?« Der Erste Detektiv starrte auf das Stück Papier in seiner Hand.
    »Rodman. Was der macht? Beruflich.«
    »Wer?«
    Bob seufzte. »Just, jetzt lass es gut sein. Die Dame konnte das Bad verschmerzen. Sie war aus Plastik.«
    »Da!«, rief Justus auf einmal und tippte auf das Rätsel. »Das ist es! Mist! Hätte ich das gleich gesehen, hätte ich die Koordinaten viel schneller entschlüsselt und Peter hätte diesen vermaledeiten Knopf rechtzeitig drücken können. Ich Hornochse!«
    Peter grinste. »Vielleicht hätten sie Valery in den Käfig sperren sollen. Dann hättest du dich sicher viel mehr angestrengt.«
    Justus blickte ihn böse an. »Ich kann dir nicht folgen.«
    Peter nickte unauffällig nach rechts. »Ich meine jenes bezaubernde dunkelhaarige Wesen dort drüben mit den grünen Augen. Du erinnerst dich? Sie saß neben dir, als uns Benjamin über Geocaching informierte und den Wettbewerb erklärte. Ihr habt euch unterhalten. Das heißt«, Peter tat, als überlegte er, »eigentlich hat nur sie geredet. Du hast geleuchtet wie eine Strandboje und ungefähr hundertmal ›ähm‹, ›tja‹ und ähnlich Geistreiches von dir gegeben.«
    »Unsinn!«, ereiferte sich Justus.
    »Bob?«
    »Zweihundertmal.« Der dritte Detektiv grinste.
    Justus wollte gerade etwas erwidern, als

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