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Die drei ??? und das Phantom aus dem Meer (drei Fragezeichen) (German Edition)

Die drei ??? und das Phantom aus dem Meer (drei Fragezeichen) (German Edition)

Titel: Die drei ??? und das Phantom aus dem Meer (drei Fragezeichen) (German Edition)
Autoren: Marco Sonnleitner
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Peter in Not
    »Ich wünschte, ich wäre ein Geist.« Bob blickte in den alten Spiegel und seufzte.
    Justus sah zur Seite. Seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen war er schon mal besser gelaunt gewesen. Viel besser. »Wieso?«, brummte er.
    »Erinnerst du dich noch an das Marriott Mystery House? In dem es nur drei Spiegel gab, weil Geister angeblich verschwinden, wenn sie ihr eigenes Spiegelbild sehen?«
    »Ja.«
    »Deswegen wäre ich jetzt gerne ein Geist. Dann könnte ich verschwinden und müsste mich nicht mit diesem Haufen alter Spiegel herumschlagen, die deine Tante für uns ausgegraben hat.«
    Der Schrottplatz der Familie Jonas war zwar in mancherlei Hinsicht ein Paradies für Justus und seine beiden Freunde: ihre Zentrale, die Freiluftwerkstatt, die Geheimgänge, mittels derer man sich ungesehen aus dem Staub machen konnte, das ganze Gerümpel, unter dem man sich verstecken oder das man zu irgendeinem Detektiv-Gerät umbauen konnte – all das war toll. Weniger toll war allerdings, dass sie sich ab und zu nützlich machen mussten, wenn sie die Vorzüge des Schrottplatzes weiterhin genießen wollten. Und dazu gehörte heute, jeden alten Spiegel, der sich auf dem Gelände fand, wieder auf Vordermann zu bringen, damit ihn Tante Mathilda und Onkel Titus gewinnbringend weiterverkaufen konnten.
    »Aua!« Justus zuckte zusammen, weil er mit dem Bein an den Haufen Brennnesseln gekommen war, der neben ihm lag. »Und Brennnesseln würden uns als Geistern vermutlich auch nichts ausmachen.«
    »Brennnesseln!« Der dritte Detektiv schüttelte den Kopf. »Wer hätte das gedacht, dass man mit Brennnesselwasser alte Spiegel wieder auf Vordermann bringen kann? Deine Tante sollte ein Buch über Haushaltstipps schreiben.«
    »Oder darüber, wie man den eigenen Neffen und dessen Freunde quält.« Justus zog seine Gummihandschuhe aus und warf sie auf einen der Spiegel. »Ich brauche jetzt mal eine Pause. Wenn ich meine Nase noch länger verschwommen und verzerrt sehe, bekomme ich Komplexe.«
    »Eine Pause wäre fantastisch.« Bob blickte sich um. »Und im Moment scheint die Luft auch rein zu sein.«
    »Dann nichts wie los.«
    Aber die Jungen kamen nicht weit. Auf dem Weg zur Freiluftwerkstatt holte sie ein lauter, wohlbekannter Ruf ein: »Justus! Bob! Ihr wollt doch wohl noch keine Müdigkeit vorschützen, oder?«
    Justus und Bob tauschten einen resignierten Blick aus. »Auf diese Idee würden wir nie kommen«, rief der Erste Detektiv. Er drehte sich langsam um und lächelte so tapfer wie möglich. »Wir wollten uns nur eine kleine Stärkung holen.«
    »Aus eurem Verlies unter dem Schrotthaufen? Aus dem ihr nie mehr auftaucht, wenn ihr mal darin verschwunden seid?« Tante Mathilda nickte dorthin, wo sie unter einem Berg von Altmetall den alten Campinganhänger vermutete, in dem sich die Zentrale der drei ??? befand.
    »Kommt gar nicht infrage. Die Spiegel müssen bis morgen Abend fertig sein, wir haben schon einen Käufer für sie. Ich habe leckeren Kräutertee im Kühlschrank und ausgezeichnete Haferkekse, die ich eben aus dem Ofen geholt habe. Ein neues Rezept ohne Milch, Eier und Butter. Davon könnt ihr gerne etwas haben und danach macht ihr beiden Hübschen euch wieder hurtig an die –«
    Das Telefon unterbrach Tante Mathilda. »Ich seh mal, wer das ist.«
    Justus und Bob sahen sich an. Haferkekse. Ohne Milch, Eier und Butter. Das staubte schon, wenn man nur daran dachte. Kurz darauf war Tante Mathilda zurück. Und machte einen reichlich verwirrten Eindruck.
    »Das ist Peter … am Apparat. Und er hört sich irgendwie … seltsam an.«
    Justus eilte ins Haus und Bob folgte ihm auf den Fuß.
    »Peter?«, rief Justus in den Hörer. »Wo steckst du denn?«
    »Just, Gott sei Dank.« Peter klang, als wäre eine rasende Büffelherde über ihn hinweggedonnert.
    »Zweiter! Was ist los? Du hörst dich schrecklich an!«
    »Ich höre mich gleich noch viel schrecklicher an, wenn ihr euch nicht sofort auf den Weg macht.«
    Die letzte Brücke vor Lovers Point, auf der nördlichen Seite des Wakecrest-Canyons. So hatte er es ihnen beschrieben. Aber Justus konnte ihn einfach nicht entdecken.
    »Peter! Ich sehe dich nicht! Wo bist du?«
    »Hier unten!«, drang es aus dem Hörer. »Beeilt euch! Ich kann mich nicht mehr lange halten!«
    Der Erste Detektiv blickte den Abhang hinunter. Steine, Felsen, karges Gestrüpp. Irgendwo dort unten musste Peter sein. Er hörte ihn, aber er sah ihn nicht.
    »Peter?«, rief Bob ins Handy und beugte sich

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