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Die Chroniken von Gonran II: Feuer der Rache (Fantasy-Roman) (German Edition)

Die Chroniken von Gonran II: Feuer der Rache (Fantasy-Roman) (German Edition)

Titel: Die Chroniken von Gonran II: Feuer der Rache (Fantasy-Roman) (German Edition)
Autoren: Andreas Pauli
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    1. KAPITEL
     
     
    Das Feuer verzehrte den Horizont. Die sonst so dunkle Nacht wurde vertrieben von den gelbroten Flammen, die gegen den Himmel schossen. Die Feuer waren nicht nur an einer Stelle sichtbar. Nein. Soweit das Auge reichte, züngelten die Türme der Zerstörung gegen den nächtlichen Himmel.
    Fasziniert vom Schauspiel stand Torwak zwischen den Zinnen der Mauern Turs. Selbst auf seiner schwarzen Rüstung spiegelten sich die Flammen und gaben einen neckischen Tanz zum Besten. Dabei funkelte das goldene „T“, das Zeichen der Turioner. Mit steinerner Miene beobachtete Torwak aufmerksam das Schauspiel. Seine Augen sprangen von einer Flamme zur nächsten, während seine Hände auf dem Waffengürtel ruhten. Obwohl das Feuer kilometerweit entfernt war, zogen die Rauchschwaden bis an den Rand des Lichterbergs, auf dem Tur gebaut war.
    „Es ist soweit ...“, sagte er. „Jetzt geht’s erst richtig los!“
    Unweit hinter ihm hörte er eine wohlbekannte, tiefe Stimme: „Da hast du recht, junger Krieger.“
    Es war Tron. In all der Zeit, die Torwak nun auf Gonran verbracht hatte, war er ihm nie von der Seite gewichen. Er war sein Mentor, Lehrer und nicht zuletzt, sein Freund.
    „Seit Bordans Tod waren die Flammen nie so hoch. Was haben die Gondraner vor? Was plant Raaron nun?“, fragte Torwak zu Tron gewandt.
    „Wenn ich das wüsste, wäre ich wohl Hellseher geworden“, erwiderte Tron lachend und fuhr fort, „aber du hast recht, wir müssen wissen, was sie vorhaben. Kundschafter sind bereits unterwegs und sollten uns sehr bald Bericht erstatten.“
    Torwak drehte sich nachdenklich den Flammen zu und sagte langsam: „Ich habe da ein ganz schlechtes Gefühl. Bordan starb vor ziemlich genau zwei Jahren durch mein Schwert. Seither sehen wir jede Nacht die Feuer im Wald der Gondraner. Aber so stark wie jetzt ...“, damit zeigte er mit seiner rechten Hand auf den Horizont, „haben die Feuer noch nie gebrannt. Das sieht mir schon eher nach einem Waldbrand als nach einzelnen Feuern aus ...“
    Tron trat ein paar Schritte vor, direkt neben Torwak. Er lehnte sich etwas über die Zinnen und starrte angestrengt gegen den Horizont.
    „Das stimmt. Dies scheinen tatsächlich mehr als die üblichen Feuer zu sein. Lass uns erstmal den Bericht der Kundschafter abwarten.“
    Er legte eine Pause ein, drehte sich zu Torwak und sagte: „Schon zwei Jahre bist du nun bei uns. Zwei Jahre sind vergangen, seit denen Bordan durch dein Schwert starb. Zwei Jahre lang habe ich dich hinter den Mauern Turs trainiert und dich auf deine Zukunft vorbereitet. Du hast viel gelernt in den zwei Jahren, Torwak, sehr viel.“ Mit den Worten legte Tron seine Hand auf Torwaks Schulter, so wie er es immer tat, wenn es um wichtige Dinge ging.
    Er fuhr mit tiefer Stimme fort: „Wir haben uns zwei Jahre versteckt hinter den Mauern Turs, hinter den Grenzen unseres geliebten Turions. Genau die zwei Jahre, die die Gondraner trauern, wenn einer ihrer Führer der Fürstenfamilie stirbt. Bei den Gur! Das letzte Mal, als ich das erlebt habe, da trauerten sie um Gondran, den Vater der Brüder um Raaron. Und er starb durch dasselbe Schwert, damals geführt durch deinen Vater.“
    Auf Torwaks junges Gesicht legte sich ein besorgter Ausdruck. Er flüsterte zu Tron, während er auf die Feuer zeigte: „Du hast mich gut trainiert Tron, dafür danke ich dir. Aber bin ich wirklich bereit dafür? Ich bin 16 und ...“, da wurde er abrupt durch Tron unterbrochen.
    „Fang mir nicht damit an! Du bist Torwak! 16 Jahre ist ein gutes Alter. Es ist ein gutes Alter, um die ersten Erfahrungen zu sammeln ...“ Tron ließ seinen Blick über den Horizont schweifen und sagte mit tiefer Stimme: „Es ist ein gutes, nein, es ist das richtige Alter für erste Erfahrungen in einem Krieg …“
    „Krieg?!“, entgegnete ihm Torwak und fuhr zusammen. „Eine Rache habe ich erwartet, ich kenne Raaron ein wenig ...“
    „Nicht genug, junger Krieger, nicht genug … „, unterbrach ihn Tron. „Er wird nun alles daran setzen, sein Gesicht zu wahren und Rache zu üben. Die Nordmänner sind ohnehin eine lose Bande Wilder.“ Dann fügte er grinsend hinzu: „Fellknäuel eben ...“
    Torwak grinste zu Tron zurück. Der Blick der beiden wandte sich abermals dem Schauspiel am Horizont zu.
    Tron sagte nachdenklich: „Wir müssen so schnell wie möglich wissen, was Raaron vorhat ...“ Torwak nickte nur zustimmend.
    Eine Wache marschierte auf sie zu,

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