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Derrick oder die Leidenschaft für das Mittelmass

Titel: Derrick oder die Leidenschaft für das Mittelmass
Autoren: Umberto Eco
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Das Buch
    Gibt es etwas Deutscheres als den Kommissar Derrick, die vollkommenste Verkörperung von Durchschnittlichkeit, Phlegma und Beamtentreue, die das Fernsehen je sah? Und doch hat der Mann im unauffälligen Zwirn eine internationale Karriere gemacht, die kein Kulturkritiker je für möglich gehalten hätte. Wer sonst als Umberto Eco, der Philosoph, Schriftsteller, Spurenleser und glänzende Parodist, wäre imstande, uns ein Phänomen wie den deutschen Geist im Streifenwagen zu erklären? Und wer sonst könnte es auf ebenso intelligente wie unterhaltsame Weise tun?
    Umberto Ecos Glossen zum Stand der Dinge im Zeitalter medialer Aufgeregtheiten gehören seit Jahren zur Pflichtlektüre für den europäischen Zeitungsleser. Ginger Rogers und Clintons Verfehlungen, Andre-ottis Mafiaprozeß, die neue Computerkultur oder der grassierende Wahn der Meinungsumfragen, aus jedem Thema gewinnt Eco Einsichten, die nicht dem alltäglichen Fernseheinerlei folgen. Seine Glossen, Polemiken, Satiren sind Beobachtungen eines Zeitgenossen, der sich nicht zu schade ist für Ausflüge in die sonderbarsten Gefilde des Alltags. Und der seine witzigsten, überraschendsten Gedankensprünge gerade dort macht, wo man sie am allerwenigsten erwartet hat.
Der Autor

    Umberto Eco wurde 1932 in Alessandria geboren und lebt heute in Mailand. Er studierte Pädagogik und Philosophie und promovierte 1954 an der Universität Turin. Anschließend arbeitete er beim Italienischen Fernsehen und war als freier Dozent für Ästhetik und visuelle Kommunikation in Turin, Mailand und Florenz tätig. Seit 1971 unterrichtet er Semiotik in Bologna.
    Eco erhielt neben zahlreichen Auszeichnungen den Premio Strega (1981) und wurde 1988 zum Ehrendoktor der Pariser Sorbonne ernannt. Er verfaßte zahlreiche Schriften zur Theorie und Praxis der Zeichen, der Literatur, der Kunst und nicht zuletzt der Ästhetik des Mittelalters. Seine Romane >Der Name der Rose< und >Das Foucaultsche Pendel< sind Welterfolge geworden.
Umberto Eco
    Derrick oder die Leidenschaft für das Mittelmaß
    Streichholzbriefe 1990-2000 Ausgewählt, übersetzt
    und eingerichtet
    von Burkhart Kroeber
    Carl Hanser Verlag
    Die Texte dieses Bandes sind eine Auswahl aus dem im Frühjahr 2000 bei Bompiani erschienenen Band
    La Bustina di Minerva.
    ISBN 3-446-19906-3 © R.C.S. Libri S.p.A., Mailand Bompiani 2000 Alle Rechte der deutschen Ausgabe:
    © Carl Hanser Verlag München Wien 2000 Satz: Fotosatz Reinhard Amann, Aichstetten Druck und Bindung: Clausen & Bosse, Leck Printed in Germany
Einleitung
    Die Kolumne La Bustina di Minerva erscheint seit März 1985 auf der letzten Seite des Römischen Nachrichtenmagazins L’Espresso, bis März 1998 wöchentlich, seitdem vierzehntäglich. Eine Auswahl aus den ersten sieben Jahren, vorwiegend Texte, die sich als Satiren auf die Sitten und Gebräuche unseres Alltagslebens charakterisieren lassen, habe ich 1992 in dem Band II secondo Diario Minimo zusammengestellt (deutsch Wie man mit einem Lachs verreist und andere nützliche Ratschläge, Hanser 1993), aber einige der damals ausgeschiedenen kamen mir noch verwendbar vor. Kurzum, als ich einen Band mit repräsentativen Texten der neunziger Jahre machen wollte, sah ich mich vor der Aufgabe, eine Auswahl aus fast fünfhundert Bustine di Minerva zu treffen. Es versteht sich von selbst, daß ich ungefähr zwei Drittel weglassen mußte.
    Vor allem habe ich viele von denen ausgeschieden, die so eng mit einem nur angedeuteten aktuellen Ereignis verbunden waren, daß ich beim Wiederlesen nach einigen Jahren selber nicht mehr recht wußte, was gemeint war. Das hat mich vielleicht dazu gebracht, Beiträge zu sehr wichtigen Themen nicht zu berücksichtigen, aber wenn die Themen wirklich wichtig waren, habe ich sie andernorts wieder aufgenommen und ausführlicher behandelt, zum Beispiel in Vier moralische Schriften (Hanser 1998). In
    * In deutscher Übersetzung ist eine erste Auswahl unter dem Titel »Streichholzbriefe« von April 1986 bis April 1987 und von September 1987 bis März 1988 in der Wochenzeitung Die Zeit erschienen, sodann eine zweite, sehr viel kleinere (10 Texte) von Juni bis August 1996 im Zeit-Magazin.
    zwei Fällen habe ich mich entschlossen, Artikel mit aufzunehmen, die für das Format der Bustina zu umfangreich waren und anderswo veröffentlicht worden sind. Das erklärt, wieso die vorliegende Sammlung einen Artikel zum Fall Sofri enthält, der 1997 in der Zeitschrift Micromega erschienen ist, und einen

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