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Der unsterbliche Highlander

Der unsterbliche Highlander

Titel: Der unsterbliche Highlander
Autoren: Karen Marie Moning
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Prolog
    London, England
     
    Adam Black stand in der zentralen Kammer der Steinkatakomben unter dem Belthew Building und beobachtete, wie Chloe Zanders umherstolperte und ihren Highland-Geliebten Dageus MacKeltar suchte.
    Sie weinte, als hätte man ihr die Seele entzweigerissen. Unaufhörlich und durchdringend genug, um einem Tuatha De den Schädel zu zerfetzen.
    Oder einem Mens ch en, wenn man's genau nimmt, dachte er finster.
    Das ständige Heulen ging ihm gehörig auf die Nerven. Er hatte seine eigenen Probleme. Große Probleme.
    Aoibheal, Königin der Tuatha De Danaan, hatte schließlich ihre Drohungen, ihn für seine dauernden Einmischungen in der Welt der Sterblichen zur Verantwortung zu ziehen, wahr gemacht, und sich für die denkbar grausamste Strafe entschieden.
    Sie hatte ihm die Unsterblichkeit genommen und ihn zum Menschen gemacht.
    Er sah kurz an sich hinunter und war erleichtert, dass sie ihm wenigstens seine Lieblingsgestalt gegeben hatte - die des dunkelhaarigen, muskulösen, unwiderstehlichen Schmiedes, eine Jahrtausende umspannende Mischung aus einem Kelten und einem Highland-Krieger mit Tartan, Armreifen und Torques. Zu anderen Gelegenheiten hatte sie ihn in Dinge verwandelt, die das Tageslicht nicht vertrugen.
    Doch seine Erleichterung währte nicht lange. Wenn er sein normales Aussehen hätte, würde das auch nichts ändern. Er war menschlich, verdammt! Aus Fleisch und Blut. Eingeschränkt. Kümmerlich. Sterblich.
    Wild fluchend betrachtete er die schluchzende Frau. Er konnte seine eigenen Gedanken kaum hören. Wenn er ihr sagte, dass Dageus gar nicht wirklich tot war, würde sie vielleicht den Mund halten. Er musste einen Weg aus dieser unerträglichen Situation finden, und zwar schnell.
    »Dein Geliebter ist nicht tot. Hör auf zu heulen, Frau«, befahl er herrisch. Er musste es ja wissen. Aoibheal hatte ihn nämlich gezwungen, seine eigene Unsterblichkeit zu opfern, um das Leben des Highlanders zu retten.
    Sein Befehl hatte nicht die gewünschte Wirkung. Im Gegenteil, gerade als er dachte, dass Chloe nicht noch lauter heulen konnte - wie eine so kleine Person einen solchen Radau veranstalten konnte, war ihm ein Rätsel -, wurden seine neu erworbenen Trommelfelle mit einem Jaulen traktiert, das sich ins Unerträgliche steigerte.
    »Frau, hör auf!«, brüllte er und presste sich die Hände auf die Ohren. »Ich sage dir doch, er ist nicht tot.«
    Aber Chloe weinte noch immer und warf nicht einmal einen Blick in seine Richtung, als hätte er kein Wort von sich gegeben. Wütend bahnte er sich einen Weg durch die Trümmer, die auf dem Boden verstreut waren - Schutt, der bei der erbitterten Schlacht zwischen Dageus MacKeltar und der Druiden-Sekte der Draghar, die vor einer Viertelstunde hier stattgefunden hatte, durch die Katakomben geflogen war -, und ging zu ihr. Er fasste nach ihrem Nacken, weil er sie zwingen wollte, ihm in die Augen zu sehen, damit er sie zum Schweigen bringen konnte.
    Seine Hand fuhr durch ihren Schädel und kam über der Nase wieder zum Vorschein.
    Sie zuckte nicht einmal mit der Wimper, schluchzte nur laut auf und winselte weiter.
    Adam blieb einen Moment reglos stehen; dann versuchte er es noch einmal und berührte ihre Brüste. Seine Hand glitt durch ihr Herz und kam am linken Schulterblatt heraus.
    Er erstarrte, und ihm wurde flau in seinem allzu menschlichen Magen.
    Bei Danu, so etwas würde Aoibheal nicht tun! Seine dunklen Augen wurden zu schmalen Schlitzen.
    Oder etwa doch?
    Er biss die Zähne zusammen und unternahm einen weiteren Versuch. Und wieder fuhr seine Hand mitten durch Chloe Zanders Körper.
    Himmel, sie hat es doch getan! Diese Hexe!
    Die Königin hatte ihn nicht nur zu einem Menschen gemacht, sondern ihn auch noch mit dem dreifachen Zauber der feth fiada belegt!
    Adam schüttelte ungläubig den Kopf. Die feth fiada waren die Zaubersprüche, die seine Artgenossen anwandten, wenn sie sich unentdeckt unter den Menschen bewegen wollten. Ein Tuatha De nutzte gewöhnlich nur einen der mächtigen drei Zauber: die Unsichtbarkeit. Die beiden anderen bewirkten, dass man von den Sterblichen nicht gehört und nicht gefühlt werden konnte. Die feth fiada waren ein nützliches Werkzeug, wollte man sich unbemerkt unter die Menschen mischen.
    ' Aber wenn man dauerhaft damit gestraft war? Wenn man den Zauber nicht rückgängig machen konnte?
    Der Gedanke war grauenhaft.
    Er schloss die Augen und tauchte in sein Bewusstsein, um sich an einen anderen Ort, nämlich auf die

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