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Der träumende Diamant 2 - Erdmagie

Titel: Der träumende Diamant 2 - Erdmagie
Autoren: Shana Abé
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beschämte sie mehr als alles, was sie sonst je getan hatte. Es ängstigte sie.
    »Da ist noch ein anderes Herz in dir«, sagte Zane nach einer Weile. »Kein schlechtes. Kein böses. Nur ein anderes Herz. Ich verstehe das nur zu gut. Du standest nicht unter deiner eigenen Kontrolle. Du kannst dir das nicht vorwerfen. Ich mache das auch nicht.«
    »Es tut mir leid.«
    »Entschuldige dich nicht dafür, dass du dich deiner Natur entsprechend verhalten hast. Nicht bei mir. Ich bin auch nicht gerade ein Vorbild an Tugend. Ich respektiere Drachen. Ich respektiere auch Frauen. Amalia, meine Liebe, ich bin selbst ein Dieb, und ich liebe deine beiden Herzen.«
    Der Stoff unter ihrer Wange wurde feucht. Zane drückte ihre Finger noch einmal kurz und ließ sie dann los; sie spürte, wie seine Hand über ihr Haar strich.
    »Wie auch immer … du hast einen sehr teuren Mantel von mir versengt, falls du dich erinnerst. Du wirst einen neuen Stein für einen Ehering brauchen, und zweifellos werde ich mich bemüßigt fühlen, dich im Laufe der Jahre mit Geschenken zu überhäufen, nur um in deinem Ansehen nicht zu sinken. Ich fürchte, du wirst eine sehr kostspielige Ehefrau werden.
« Er seufzte. »Und wenn ich daran denke, dass ich sechzigtausend Pfund für den Anfang hätte haben können …«
    Lia drehte das Gesicht und sprach mit seiner Hand. »Meine Mitgift beträgt fünfunddreißig.« Sie wartete einen Augenblick. Dann sah sie zu ihm empor. »Im Jahr.«
    Er hob die Brauen. »Du machst Scherze.«
    »Gegenüber einem berüchtigten Dieb würde ich nie Scherze über Geld machen. Stell dir nur vor, in kaum zwei Jahren könntest du schon Gewinn machen.«
    »Wie ich eine Frau bewundere, die kopfrechnen kann.«
    »Ich kann auch Unterschriften fälschen.«
    »Ausgezeichnet. Genau die Braut, auf die ich gehofft hatte.«
    Sie stand auf, beugte sich über das Bett und presste ihre Lippen auf seinen Mund. Er ließ es geschehen, lehnte sich behaglich zurück, schloss die Augen und strich ihr mit einer Hand über den Arm. Sie zog sich erst dann wieder zurück, als sie beide atemlos waren.
    »Ich denke, du solltest herkommen«, sagte er. »Es ist ein sehr großes Bett. Und sehr einsam.«
    »Ich denke, du bist verrückt.« Aber dennoch ging sie zur anderen Seite der Matratze, hob ihren Rock bis zu den Knien und kletterte zu Zane hinein. Er beobachtete sie mit strahlenden, gelben Augen.
    »Ist dir nicht warm in deiner ganzen Kleidung? Vielleicht solltest du etwas ablegen.«
    »Es ist kalt hier, Zane.«
    »Nicht unter den Bettdecken.«
    »Ich bewundere deinen Ehrgeiz. Aber ich glaube, ich bleibe, wie ich bin.«
    Sie legte sich neben seine verwundete Seite, fand seinen
Zopf und drehte die Spitze in ihrer Handfläche hin und her. Er drehte ihr den Kopf zu, um sie besser sehen zu können.
    »Sie werden mich nicht akzeptieren«, stellte er fest. »Das weißt du. Und sie haben recht. Ich bin nicht gut genug für dich.«
    »Wir werden sie schon vom Gegenteil überzeugen.«
    »Meine Liebe, trotz all meiner Redekünste: Ich finde deine Familie ein wenig einschüchternd. Vielleicht liegt es an den vielen Zähnen.«
    Sie strich sich mit dem Zopf über die Wange und schloss die Augen.
    »Dann sollten wir in die Toskana ziehen. Wir werden in Höhlen in der Südsee leben. Wir werden in warmen Tropengewässern schwimmen - du wirst es mir beibringen müssen. Zane, sie werden dich akzeptieren. Sie werden dich lieben, weil ich dich liebe. Und das ist alles, was wir ihnen klarmachen müssen.«
    Sie konnte sein Profil sehen, männlich und scharf geschnitten, abgesehen von diesen langen, sonnenbeschienenen Wimpern. »Und stimmt es?«, fragte er wieder mit dieser tonlosen Stimme. »Liebst du mich?«
    »Natürlich.« Sie stopfte sich ein Kissen unter die Wange.
    »Das hast du noch nie gesagt.«
    »Oh, verzeih mir.« Sie hielt inne. »Ich dachte, das hätte ich schon.«
    »Nun ja, dieses eine Mal. Unter außergewöhnlichen Umständen.«
    »Ich liebe dich.« Sie setzte sich auf und zupfte an seinem Zopf, bis er sie wieder ansah. »Ich liebe dich. Ich habe dich geliebt, seitdem ich klein war. Schlafend oder wachend. Glaubst du es mir jetzt?«

    »Nicht ganz.« Er umfasste ihr Handgelenk und zog sie näher zu sich, ungeachtet ihrer Proteste. Dann legte er ihr die Hände in den Nacken und hob ihr seinen Mund entgegen, ein weiterer Kuss, stürmisch, hart und köstlich. Sie versuchte, über ihm das Gleichgewicht zu halten, und sank schließlich mit ihrem Ellbogen auf sein

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