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Der Todeskanal

Der Todeskanal

Titel: Der Todeskanal
Autoren: Isaac Asimov
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herankommt, so wird es Sie aus andern Gründen töten, auch wenn das Herz selbst der Berührung standhält.«
    Der Patient zuckte mit den Schultern.
    »Wenn ich mir jemals eine Rippe brechen sollte, so werde ich sie auch durch eine Titan-Rippe ersetzen lassen. Neue Knochen einzupflanzen, ist leicht. Das kann man bei jedem Menschen zu jeder Zeit machen. Ich will aus so viel Metall bestehen, wie es mir gefällt, Doktor.«
    »Das ist ihr gutes Recht. Aber wie dem auch sei, es ist meine Pflicht, Sie darauf aufmerksam zu machen, daß ein Metallherz zwar noch nie aus mechanischen Gründen zerstört wurde, aber aus elektronischen.«
    »Was bedeutet das?«
    »Es bedeutet, daß jedes Kyber-Herz einen Schrittmacher als Teil seiner Struktur enthält. Beim Metallherzen ist dies eine Vorrichtung, die das Metall im Rhythmus hält. Es handelt sich um eine Batterie, die die Herzschläge je nach den Gefühlen des betreffenden Menschen und nach seinem physischen Zustand verändert. Gelegentlich ist in dieser Beziehung schon einiges schiefgegangen, und die Patienten starben, bevor der Fehler korrigiert werden konnte.«
    »Davon habe ich noch nie gehört.«
    »Ich versichere Ihnen, daß es passiert ist.«
    »Wollen Sie mir erzählen, daß es schon oft passiert ist?«
    »Das nicht. Es kommt sehr selten vor.«
    »Nun, dann werde ich meine Chancen wahren. Wie ist es beim Plastikherz? Hat das keinen Schrittmacher?«
    »Natürlich hat es einen, Senator. Aber die chemische Struktur eines faserigen Kyber-Herzens nähert sich sehr stark der Struktur des menschlichen Herzens. Es kann mit den ionisierenden und hormonellen Vorgängen im Körper korrespondieren. Der gesamte Komplex, der eingesetzt werden muß, funktioniert viel einfacher, als das beim Metallherzen der Fall ist.«
    »Aber entzieht sich das Plastikherz nicht manchmal der hormonellen Kontrolle?«
    »Bis jetzt ist das noch nie vorgekommen.«
    »Weil Sie noch nicht lange genug damit gearbeitet haben. Ist es nicht so?«
    Der Chirurg zögerte.
    »Es stimmt, daß die faserigen Kyber-Herzen noch nicht so lange verwendet werden wie die Metallherzen.«
    »Eben. Was wollen Sie also, Doktor? Haben Sie Angst, daß ich mich in einen Roboter verwandle – in einen Metallo, wie man sie nennt, seit sie die Bürgerrechte erhalten haben?«
    »Es ist nichts Schlimmes, ein Metallo zu sein. Wie gesagt, sie haben die Bürgerrechte. Aber Sie sind ein Mensch. Warum wollen Sie nicht ein Mensch bleiben?«
    »Weil ich das Beste haben will, und das Beste ist ein Metallherz. Also handeln Sie danach.«
    Der Chirurg nickte.
    »Wie Sie wünschen. Sie werden jetzt bitte die nötigen Formulare unterzeichnen, und dann werden Sie Ihr Metallherz bekommen.«
    »Werden Sie der verantwortliche Chirurg sein? Man hat mir gesagt, Sie seien der beste.«
    »Ich will tun, was ich kann.«
    Die Tür öffnete sich, und der Stuhl mit dem Patienten rollte hinaus zu der wartenden Schwester.
     
    Der medizinisch-technische Assistent trat ein und blickte dem Patienten nach, bis sich die Tür hinter ihm geschlossen hatte. Er wandte sich dem Chirurgen zu.
    »Wie hat er sich entschieden?«
    Der Chirurg beugte sich über seinen Schreibtisch, fügt in die Akten des Patienten einige Notizen ein.
    »Wie Sie es vorausgesagt haben. Er will ein Metallherz.«
    »Letzten Endes sind die Metallherzen ja auch besser.«
    »Nicht unbedingt. Sie sind nur länger in Gebrauch. Es ist eine Plage für die Menschheit, daß diese Metallos jemals das Bürgerrecht erhalten haben. Die Menschen hegen den merkwürdigen Wunsch, sich in Metallos zu verwandeln, nur um der physischen Stärke und Dauerhaftigkeit willen.«
    »Man darf es nicht so einseitig betrachten, Doktor. Sie haben noch nicht mit Metallos gearbeitet, aber ich. Die letzten zwei, die zur Reparatur zu uns kamen, fragten nach Fasermaterialien.«
    »Haben sie sie bekommen?«
    »In einem Fall ging es nur um die Erneuerung von Sehnen. Da macht es keinen großen Unterschied, ob man Metall oder eine Faser verwendet. Der andere wollte ein Blutsystem oder ein Äquivalent dazu. Ich sagte ihm, daß das nicht möglich sei. Nicht, ohne daß sein ganzer Körper in eine Faserstruktur umgewandelt würde. Ich nehme an, eines Tages wird es dazu kommen. Metallos, die keine wirklichen Metallos mehr sind, sondern eine Art von Fleisch und Blut.«
    »Stört Sie dieser Gedanke nicht?«
    »Warum? Wir haben zwei Arten von Intelligenzwesen auf der Erde. Wenn sie sich immer mehr einander angleichen, werden wir bald keinen

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