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Der magische Turm

Der magische Turm

Titel: Der magische Turm
Autoren: Hugh Walker
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er auf die Beine und schwang Alton mit beiden Händen. Er durchschlug die abwehrend erhobene Klinge des Ritters. Ein zweiter Hieb riss diesem den Schild aus der Faust und ließ ihn taumeln.
    Als er zum tödlichen Hieb ausholte, hingen die Männer O'Marns an seinen Armen und Beinen. Sie entwanden ihm das Gläserne Schwert und zerrten ihn zu Boden.
    Der Helm flog von seinem Kopf. Sie knallten seinen Schädel auf den Boden, dass er benommen den Widerstand aufgab. Ein Dolch blitzte.
    »Halt!« donnerte Coerl O'Marn. Mit zwei Schritten war er bei dem Knäuel von Männern und riss sie auseinander. Dem Krieger mit dem Dolch versetzte er einen Schlag mit der Rückhand, dass der Mann zur Seite flog. »Ich sagte, ich will ihn lebend!«
    Die Männer hielten zögernd inne. Vier hielten Mythor noch immer, der langsam wieder zur Besinnung kam.
    »Fesselt ihn und schafft ihn zu den anderen! Das Schwert!«
    Einer der Männer bückte sich, hob Alton auf und reichte es dem Ritter. Der wog das Schwert bedächtig und bestaunte die scharfe, durchscheinende Klinge.
    »Welch seltsame Waffe. Sie hat mein Schwert einfach durchschlagen. Solch eine Waffe macht einen Zwerg zum Riesen.« Er ließ offen, was sie erst aus ihm machen würde, der er bereits ein Riese war.
    Während die Männer Mythor fesselten und zu seinen Freunden zerrten, brachte einer der Caer dem Ritter den Helm. Auch diesen betrachtete er fasziniert. Er setzte ihn auf und pries seine Leichtigkeit. Aber noch phantastischer war die Tatsache, dass sein Schwerthieb nicht einmal einen Kratzer verursacht hatte, ein Hieb, der einen gewöhnlichen Helm zerschmettert hätte. Mit beidem in Händen ging er zu dem Gefangenen.
    »Sag mir eines: Was hast du gefunden da oben? Nur diesen Helm?«
    Mythor erwiderte wortlos seinen Blick.
    O'Marn nickte zu sich. »Eines Tages wirst du es mir sagen. Etwas, das Drundyrs Dämon den Magen umdreht, muss da oben sein.«
    Mythor schwieg.
    »Ich denke nicht, dass wir noch viel finden werden, nicht wahr?«
    Als keine Antwort kam, fuhr er mehr zu sich selbst fort: »Irgendwie hat sich dieser verdammte Turm verändert, seit du herabgekommen bist.«
    Einer der Caer sagte: »Soll ich ihn zum Reden bringen, Herr?«
    »Und würdest du dann wissen, ob er die Wahrheit sagt?«
    »Wenn ich mit ihm fertig bin, ist es die Wahrheit«, behauptete der Caer-Krieger grinsend.
    Coerl O'Marn maß ihn mit einem verächtlichen Blick. »Du würdest gut in Drundyrs Gefolgschaft passen. Sein Dämon hätte Freude an dir.«
    Der Mann wurde bleich.
    »Dünkst du dich nicht in meiner Gefolgschaft?« fragte eine spöttische Stimme vom Eingang her.
    Drundyr trat ein, und die Caer wichen unwillkürlich ein wenig zurück. Nyala von Elvinon folgte Drundyr in den Raum. Ihre Augen verrieten nicht, was sie dachte, als sie Mythor in Fesseln sah.
    Der Ritter wandte sich nicht um. Aber er sagte laut, dass alle es hören konnten: »Denkst du, dass ich in deiner Gefolgschaft bin?«
    Drundyrs Augen loderten. Aber er wusste, dass eine Antwort Gefahren barg, und dies war noch nicht der Augenblick für ein wirkliches Kräftemessen. Dann sah er das Gläserne Schwert und den Helm in O'Marns Händen. »Ist dies alle Beute, die ich Drudin bringen kann?« Er streckte die Hand danach aus.
    »Wir werden über die Beute noch reden«, erklärte O'Marn. Er deutete auf die Gefesselten. »Sie sind meine Gefangenen, Priester, bis wir in Gianton sind.«
    Er wandte sich an seine Männer: »Begrabt die Toten und macht ein Feuer! Ich bin hungrig wie ein Bär. Wir lagern heute nacht hier und brechen bei Sonnenaufgang auf!«
    Während sich die Caer geschäftig ans Werk machten, wandte er sich wieder an den Priester: »Dein Ungeheuer will sich vielleicht den Turm ansehen, nun, da die Gefahr vorüber ist. Ich werde solange der Lady Gesellschaft leisten.« Er grinste.
    Drundyr bedachte ihn mit einem giftigen Blick.







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