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Der Fluch des schwarzen Ritters

Der Fluch des schwarzen Ritters

Titel: Der Fluch des schwarzen Ritters
Autoren: Thomas Brezina
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Deshalb wurde er wirklich geschieden, und seine Frau ging nach England, wo Maggie auf die Welt kam. Herr Ritter erfuhr allerdings nie davon, daß er eine Tochter hat. Die Scheidung kam ihm dafür sehr gelegen. Er hätte ohnehin nicht gewußt, was nach dem großen Schlag mit seiner Frau geschehen sollte.“
    Tante Fee lächelte verlegen. Sie verstand noch immer kein Wort.
    „Herr Ritter hat nichts anderes als einen gigantischen Versicherungsbetrug geplant“, verkündete Lieselotte. „Er hat nämlich für sich eine hohe Lebensversicherung abgeschlossen, die nach seinem Tod einem Mann namens Klaus Klabuster zufallen sollte. Diesen Klaus Klabuster gab es allerdings nur auf dem Papier. Durch einen Trick war es Herbert Ritter möglich, falsche Papiere auf diesen Namen zu erhalten. In Wirklichkeit ist er nämlich nie abgestürzt. Seine Artisten-Kollegen und diese Isabella sind durch den Feuer-Ruf nur aus dem Zelt gelockt worden, damit der Betrug abgewickelt werden konnte. Der Komplize von Herbert Ritter war niemand anderer als der damalige Direktor. Er hat den angeblich verunglückten Artisten gefunden und sofort alle anderen aus dem Zelt gesperrt. In Wirklichkeit gab es keinen Toten. Herbert Ritter wurde lebendig auf der Bahre fortgetragen. Ein bestochener und gewissenloser Arzt hat einen falschen Totenschein ausgestellt – das vermute ich zumindest!“
    Poppi und Dominik kamen aus dem Staunen nicht heraus. Lilo war ein echtes Superhirn.
    Doch auch Axel konnte ziemlich gut kombinieren und reimte sich zusammen, wie es weiterging. „Dieser Klaus Klabuster hat die Versicherungssumme kassiert und war nun ziemlich vermögend. Und um dieses Geld hat er den Zirkus gekauft!“
    „Richtig“, stimmte ihm Lilo zu. „Der Zirkus Fantastico war zu dieser Zeit schwer verschuldet und konnte nur durch diesen Verkauf vor dem Bankrott gerettet werden. Herbert Ritter begab sich unter das Messer eines Schönheitschirurgen, der ihm ein neues Gesicht verpaßte. Dazu ließ er sich einen Bart wachsen und sprach von nun an mit einer tieferen Stimme. Klaus Klabuster – Zirkusdirektor – war geboren. Herbert Ritter hatte sein Ziel erreicht.“
    Poppi staunte. „Und nicht einmal sein ehemaliger Kollege Flotzo hat ihn erkannt?“
    „Nein, das liegt wahrscheinlich daran, daß Flotzo und Herbert einander nie sehr gut leiden konnten. Dann sieht man sich nicht genau ins Gesicht und bemerkt auch Kleinigkeiten nicht!“
    „Was meinst du?“ wollte Felicitas wissen.
    „Herbert Ritter besaß einen Zahn, der etwas länger ist. Es ist der zweite Schneidezahn links. Dieser Zahn schaut manchmal zwischen den Lippen heraus. Es blitzt nur die unterste Kante hervor“, erklärte Lilo.
    „Das habe ich bei Klaus auch schon bemerkt!“ rief Tante Fee überrascht. „Das stimmt!“
    „Und als sich Klaus Klabuster vorhin im Zelt über mich gebeugt hat, da konnte ich den überstehenden Schneidezahn sehen, der mir auf den Fotos bei Herbert Ritter aufgefallen ist“, fuhr Lilo fort.
    „Na ja, ehrlich gesagt, war alles nur ein Verdacht. Ich habe nämlich vor einiger Zeit einen Krimi gelesen, in dem etwas Ähnliches vorgekommen ist“, gestand Lieselotte. „Aber ich war auf der richtigen Spur! Ich habe zu Flotzo und Klabuster auch deshalb gesagt, daß ich den Mörder nun hätte, weil ich wollte, daß sich einer verrät!“ Lilo schluckte. Ihr war eingefallen, in welche Gefahr sie sich damit gebracht hatte. „Leid tut mir Flotzo“, sprach sie weiter. „Er hat so viele Jahre lang gedacht, er hätte Herbert in den Tod getrieben. Daher auch seine Verzweiflungstat, als er mich dazu bringen wollte, nie ein Wort zu verraten. Er war völlig fertig!“
    „Und was wird mit dem Zirkus geschehen?“ fragte Poppi. „Ich meine, wird Klaus Klabuster angezeigt werden?“
    Tante Fee zuckte mit den Schultern. „Der Betrug liegt 22 Jahre zurück. Vielleicht ist er bereits verjährt. Ich glaube, ich werde mit den anderen Artisten darüber reden. Und natürlich auch mit Klaus. Wir werden eine gute Entscheidung finden!“
    „Das alles wäre nie aufgeflogen, wenn nicht Maggie gekommen wäre. Oder besser gesagt, der Schwarze Ritter“, meinte Poppi nachdenklich.
    „Na ja, viele Verbrechen kommen durch Zufälle ans Tageslicht“, sagte Lilo.
    „Schade, daß Gehirnakrobaten im Zirkus nicht auftreten können“, lachte Tante Fee. „Ihr vier könntet eine Supernummer abziehen!“
    Die Knickerbocker-Bande stimmte in ihr Lachen ein, und jeder der Junior-Detektive dachte für

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