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Der Fall Giftnudel

Der Fall Giftnudel

Titel: Der Fall Giftnudel
Autoren: Ursel Scheffler
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Heiße Felgen
    „Das ist kein Schloss“, sagt Berti.
    „Das ist bloß Verzierung!“ Er setzt den Schraubenzieher an.
    Ein leiser Klick. Das Nummernschloss am Fahrrad springt auf.
    „4 Sekunden, ey! Neuer Rekord“, ruft Didi nach einem Blick auf die Stoppuhr begeistert.
    „Was haste noch auf der Liste?“, erkundigt sich Berti und wischt sich den Dreck vom Knie.
    Didi liest die Bestellungen vor: „Ein schwarzes Mountainbike, ein Damen-Tourenrad mit Super-7-Schaltung, nicht schwerer als 8 kg. Ein rotes Rennrad, 18 Gänge ...“
    „O.k., fahren wir zum Stadion!“, sagt Berti und spuckt sein Kaugummi aus.
    Er versteckt den kleinen Bolzenschneider, die Kneifzange und den Schraubenzieher in der Innentasche seiner Lederjacke. Dann schwingen sich die beiden Fahrraddiebe auf zwei unauffällige alte Citybikes.
    Der Fahrrad-Parkplatz am Fußball-Stadion bietet mehr Auswahl an modernen Fahrrädern als ein Groß-Kaufhaus.
    Berti sieht sich zufrieden um: „Didi, alter Kumpel. Ich glaube, hier finden wir alles, was das Herz begehrt. Lenkst du den Parkwächter mit ein paar dummen Fragen ab?“
    „Nicht nötig!“, sagt Didi nach einem Blick in das Parkwächterhäuschen.
    „Der sitzt vor der Glotze!“
    „Spannendes Spiel! Schließlich geht es um den letzten Tabellenplatz!“, sagt Berti grinsend.
    Und dann läuft alles wie geölt: Didi sucht die Räder aus und Berti knackt sie in Rekordzeit.
    „Ich glaub, jetzt kannste Fred anrufen!“, sagt Berti.
    Didi fordert über sein Handy bei Fred den Kleinlaster an.

    „Inzwischen knack ich noch die acht Luxus-Tourenräder für den Fahrradverleih in Flensburg!“, sagt Berti großspurig. „Bin grad so schön in Schwung!“
    Zehn Minuten später fährt Fred auf den Parkplatz. Damit beim Auf- und Abladen von Fahrrädern niemand Verdacht schöpft, steht Fahrradclub Heiße Felge auf der Plane.
    „Kriegen wir da auch 24 Räder rauf?“, fragt Didi.
    „Aber lässig“, versichert Fred. „Ist die Luft rein?“
    „Lupenrein“, grinst Didi. „Der Parkwächter hängt vor der Glotze.“
    Gerade, als sie das letzte Rad auf den Wagen laden, geht ein Aufschrei durch das Stadion. Das Siegestor für die Heimmannschaft ist gefallen!
    Das treibt den Parkwächter im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Häuschen. Er springt in die Luft und jubelt über den Parkplatz: „He! Habt ihr’s gehört, Jungs: Eins zu null und bloß noch drei Minuten zu spielen!“

    „Super!“, ruft Berti zurück und zeigt mit dem Daumen nach oben.
    Didi flucht: „Verdammter Mist! Jetzt hat der Kerl unser Auto gesehen!“
    „Keine Sorge. Wir tauschen einfach die Plane aus! Ich hab noch eine, da steht Essen auf Rädern drauf“, beruhigt Fred seine Komplizen.
    „Unverschämtheit!“, ruft Sonja Sandmann empört, als sie am Montag nach der Mittagspause aufs Revier zurückkommt. „Mein nagelneues Citybike wurde geklaut! Direkt vor der Polizeikantine. Ich hab bloß einen Salat gegessen, und als ich rauskam ...“
    „... hattest du den Salat“, ergänzt Zwiebel.
    „Witzbold“, faucht Sonja.
    „Abgeschlossen?“, erkundigt sich Pommes.
    „Klar doch!“, knurrt Sonja wütend.

    „Es war abgeschlossen und angekettet! Die Kette lag aufgeknackt daneben, das neue Bügelschloss dagegen nicht. Der Dieb hat das Rad vermutlich samt Schloss geklaut.“
    „Fällt doch auf, wenn einer ein Rad durch die Stadt trägt ...“, überlegt Pommes.
    „Vielleicht hat er es auf einen Wagen geladen? Als ich wegging, parkte ein Lieferwagen vor dem Haus. Aber da stand Essen auf Rädern drauf“, grübelt Sonja.
    „Du meinst, es hätte Diebe auf Rädern heißen müssen?“, bemerkt Zwiebel spöttisch.
    Kurz darauf stürmt ein etwa zwölfjähriger Junge ins Revier. Es ist Martin, der Neffe von Kommissar Kugelblitz. Er geht zum Schiller-Gymnasium, gleich um die Ecke.
    „Hallo Martin!“, sagt Sonja Sandmann, die ihm im Flur begegnet. „Ist Onkel Isidor da? Mein Fahrrad wurde gerade geklaut“, ruft Martin aufgeregt.
    „Deins auch?“, fragt Sonja überrascht. „Meins wurde eben vor dem Polizeirevier gestohlen.“
    „Und meins aus dem Radständer vor der Schule. Es war ganz fest angeschlossen! Die Versicherung zahlt nicht mehr, weil es schon das dritte Rad ist!“ Martin kämpft mit den Tränen und zeigt ihr das durchgeschnittene Schloss.
    „Die Kerle schnappen wir uns!“, tröstet Kugelblitz seinen Neffen, nachdem er sich Martins Bericht angehört hat.
    Pommes nimmt die Anzeige auf und lobt Martin, weil er seine

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