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Der Computer-Satelit

Der Computer-Satelit

Titel: Der Computer-Satelit
Autoren: James P. Hogan
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Inhalt
    Prolog 9
    Erster Teil
    Mobilisierung 27
    Zweiter Teil
    Schlachtplan 141
    Dritter Teil
    Gefecht 199
    Prolog
    Der Kleinplanet hatte seinen Ursprung als eine Region von überdurchschnittlicher Dichte, die zufällig in einer wirbelnden Wolke von Staub und Gas auftrat.
    Sie kondensierte sich aus der expandierenden Größe des Weltraums. Zunächst behutsam, dann aber mit der Zeit immer schneller, nahm er die kleineren Ansammlungen in seinem Umfeld in sich auf, bis er zu einer groben Kugel aus komprimiertem Staub und Gestein von fünfzig Fuß Durchmesser angewachsen war.
    Schließlich geriet der Kleinplanet selbst in die Anziehungskraft eines größeren Himmelskörpers, der auf eine ähnliche Art gewachsen war, und stürzte auf ihn zu. Er schlug mit einer Geschwindigkeit von mehr als zehn Meilen pro Sekunde auf, machte damit die Energie frei, die einer Hundert-Kilotonnen-Bombe entspricht, und sprengte einen Krater von mehr als einer halben Meile Durchmesser.
    Kurz darauf — an kosmischen Zeitabläufen gemessen — stürzte ein zweiter Kleinplanet in der Nähe ab und schuf einen Krater von ähnlichen Abmessungen; die Entfernung zwischen den beiden Kraterzentren war so beschaffen, daß der durch die Explosionen hochgeworfene Trümmerrand für eine kurze Strecke bei beiden Kratern miteinander verschmolz. Das hatte die Bildung eines Kamms von übertriebener Größe zwischen den beiden Becken zur Folge.
    In der darauf folgenden Zeit hielt der Regen von Meteoren an und pulverisierte die Landschaft zu einer Wildnis aus scharfkörnigem Staub bis in eine Tiefe von mehreren Fuß. Nur dann und wann lockerten herausragendes Gestein oder ein zerschmetterter Felsbrokken die desolate Landschaft auf. Die Erosion ließ die Umrisse der Krater langsam wieder verschwinden und in dem Meer aus Staub versinken.
    Als die Bombardierung endlich langsam aufhörte, blieb von dem Kamm nur noch ein abgerundeter Hügel übrig, der die Stelle markierte, an der die Ränder sich geschnitten hatten — ein Hügel aus Staub und Geröll von vierzig Fuß Höhe und einigen hundert Fuß Länge. Dort
    blieb er stehen als einer der matten, aber triumphierenden Überlebenden, die zurückgeblieben waren, um über die sanft rollende Öde hinauszustarren, die sich bis zum Horizont erstreckte.
    Von diesem Zeitpunkt an blieb der Kamm im Grunde unverändert. Ein ständiger Nieselregen von Mikrometeoriten ging weiter auf ihn nieder und trug ungefähr den obersten Millimeter seiner Oberfläche ab. Damit wurde frisches Material frei, das Wasserstoff- und Heliumkerne von den Sonnenwinden einfing; Partikel von sporadischen Sonnenprotuberanzen lösten bis in eine Tiefe von einigen Zentimetern nukleare Transformationen aus, und kosmische Strahlen drangen noch etwas tiefer ein. In seiner Größe, Gestalt und seinem allgemeinen Aussehen war der Kamm jedoch zu einer dauerhaften Einrichtung in einer Welt ohne Veränderungen geworden.
    Ungefähr vier Milliarden Jahre später stand Commander Jerry Fields, der zur Mondbasis der Internationalen Raumverwaltung in Reinhold abkommandiert war, vor diesem gleichen Kamm und starrte ihn an. Neben ihm sah Kal Paskoe, wie er in einem blau-grauen Raumanzug mit den goldblitzenden Schulterstücken der IRV bekleidet, mit gerunzelter Stirn durch seine Sichtscheibe und musterte den Verlauf des Kamms mit dem geübten Auge des Ingenieurs.
    „Na, was meinen Sie?" fragte Fields über sein Funkgerät. „Sehen Sie irgendwelche Probleme?"
    „Hhmm , nein." Paskoes Antwort kam langsam und unverbindlich, während er mit zusammengekniffenen Augen in das grelle Licht der untergehenden Sonne sah. Er drehte sich um und starrte wieder auf das metallische Leuchten, das die Position der Basis am Fuß der niedrigen Hügelkette am Horizont hinter ihnen markierte. Dann ließ er seinen Blick wieder auf dem Kamm ruhen und registrierte geistig zwei herausragende Felsen in der Nähe seiner Spitze. „Nein . . . keine Probleme", sagte er schließlich. "Ich denke, ich habe alles gesehen, was ich sehen wollte. Hier können wir nichts mehr tun, bis sich die Computer überlegt haben, wie sie es anfangen wollen."
    Der Massen-Beschleuniger, in dem mehr als tausend Meilen weit entfernt am westlichen Rand von Tranquillatis gelegenen Maskelyne, war schon fast eine Dekade lang in Betrieb. Er war als Teil des EXPLORER-Programms (Exploration of Lunar ORE Reserves = Ausbeutung der Erzreserven des Monds) gebaut worden, um Gestein vom Mond aus in eine Umlaufbahn zu schleudern,

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