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Der Blitz der Liebe

Titel: Der Blitz der Liebe
Autoren: Cartland Barbara
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Er STES K APITEL
    Am Kai von Dover herrschte Chaos. Drei Schiffe wurden gleichzeitig entladen, und andere warteten auf einen Anlegeplatz.
    Das Durcheinander von Gewehren, Munitionskisten, Säcken, Pferdegeschirr und Sätteln war heillos, ganz zu schweigen von den Pferden, die vom Schrecken der Überfahrt immer noch zitterten.
    Es wurden Tragen an Land gebracht mit Männern, die verwundet waren oder im Sterben zu liegen schienen. Andere Männer, denen ein Bein oder ein Arm fehlte, wurden von Helfern gestützt.
    Daneben sah man Kavalleristen, die ihre Waffen und ihren Seesack verloren hatten, und Feldwebel, die Befehle brüllten, auf die offensichtlich niemand achtete.
    Wenn das Friede ist, dachte Oberst Romney Wood, während er die wacklige Landungsbrücke hinunterschritt, dann war der Krieg zumindest besser organisiert. Gleichzeitig konnte er nicht verhindern, daß er eine freudige Erregung fühlte, weil er nach sechs langen Kriegsjahren in Feindesland wieder daheim war.
    Wie die meisten Soldaten der britischen Armee hatte er gehofft, daß sie nach der Schlacht von Waterloo und Napoleons Verbannung nach St. Helena nach Hause zurückkehren könnten, aber die Besatzungsarmee war nach Ansicht des Herzogs von Wellington für den Frieden in Europa unentbehrlich.
    Zuerst hatte Wood gedacht, daß sein Oberbefehlshaber ohne rechten Grund auf der weiteren Besetzung bestand, vor allem, nachdem Paris ohne Kämpfe kapituliert hatte. Aber Wellington dachte nicht daran, sich in die Angelegenheiten der zukünftigen französischen Regierung einzumischen. Er war, wie immer nach einer Schlacht, damit beschäftigt, die Zivilbevölkerung vor militärischen Übergriffen zu bewahren.
    Wood hatte sich nach Kräften bemüht, nicht in politische Angelegenheiten verwickelt zu werden, aber der Herzog von Wellington mochte ihn gern und wußte, daß er ein außergewöhnlicher Mann war und einer seiner besten Offiziere.
    Er sah sich deshalb vor der Aufgabe, sich nicht nur um sein eigenes Regiment kümmern zu müssen, sondern auch ständig von Wellington damit beauftragt, die Schwierigkeiten zu bekämpfen, die wie Schreckgespenster an allen Ecken und Enden auftauchten und den Triumph des Sieges verdarben.
    »Verflucht nochmal!« sagten Woods jüngere Kameraden fast täglich zu ihm. »Wofür haben wir gekämpft, wenn nicht, um Napoleon zu besiegen und dann nach Hause gehen zu dürfen?« Sie konnten keinen Grund dafür finden, daß der Herzog auf der weiteren Besetzung Frankreichs bestand.
    Der Herzog hatte nach Wood geschickt. »Man will, daß ich umgehend dreißigtausend Mann nach Hause schicke«, sagte er, ohne sich mit einer Einleitung aufzuhalten.
    »Ich habe gehört, Euer Gnaden, daß das beschlossene Sache ist.«
    »Beschlossene Sache!« sagte der Herzog verdrießlich. »Ich bin derjenige, der hier Beschlüsse faßt!«
    »Selbstverständlich«, stimmte ihm Wood zu.
    »Ich habe die Armee bereits auf einhundertfünfzigtausend Mann verkleinert, indem ich achthundert nach Hause geschickt habe«, grollte der Herzog.
    Wood sagte nichts.
    Er wußte, daß die Politiker in beiden Ländern das nicht für ausreichend hielten. Im Januar 1817 hatte der Herzog vor der ständigen Konferenz der vier Botschafter erklärt: »Ich habe meine Ansicht geändert und schlage eine Verminderung um dreißigtausend Mann vor, mit der wir am ersten April beginnen sollten.«
    Das war, darin waren sich die meisten einig, ein Schritt in die richtige Richtung, aber Madame de Staël und eine große Zahl attraktiver Frauen nutzten alle Verführungskünste, die ihnen zu Gebot standen, um der Besetzung ein völliges Ende zu machen.
    Die Hoffnungen zerschlugen sich jedoch, als, wie üblich, zaudernde Kabinette ständig ihre Meinung änderten.
    Der Herzog von Wellington hatte Wood einen Brief des Grafen von Bathurst gezeigt, in dem es hieß: »Die weitverbreitete Ungeduld in Frankreich, die Ausländer loszuwerden, ruft in mir nicht den entsprechenden Wunsch wach, das Land zu verlassen.«
    Wood hatte gelacht. »Ich weiß genau, was Sie empfinden, Euer Gnaden. Auf der anderen Seite wäre es ein Fehler, unsere Gastgeber allzu sehr zu strapazieren, damit unsere Heimkehr nicht zu einem ›Rückzug‹ wird.«
    Der Herzog nickte.
    Aber nun stand endlich ein Großteil der britischen Armee wieder auf heimatlichem Boden.
    Während Wood den Ärmelkanal überquerte, sagte er sich, daß die vergangenen drei Jahre nicht besonders angenehm gewesen waren.
    Es hatte ohne Zweifel erfreuliche

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