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Der 48-Stunden-Mann (German Edition)

Der 48-Stunden-Mann (German Edition)

Titel: Der 48-Stunden-Mann (German Edition)
Autoren: Susan Mallery
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genauso umwerfend wie immer. Zum Glück konnte sie ihre weichen Knie dem Kater zuschieben.
    „Sie sehen schrecklich aus“, stellte er fröhlich fest und schob sich an ihr vorbei ins Haus. „Verkatert?“
    „Nein“, knurrte sie zwischen zusammengebissenen Zähnen. Seine Stimme tat ihr im Kopf weh. „Mir geht es gut.“
    „Hm-mhm.“ Er stellte sich vor sie, schob die Hände in die Taschen und wippte auf den Fersen. „Das sehe ich. Haben Sie schon gepackt?“
    „Ja.“
    Es waren nicht nur die Nachwirkungen des Alkohols, die Hannah beeinträchtigten, es war auch der Mangel an Schlaf. Um vier Uhr morgens war sie plötzlich aufgewacht und hatte nicht wieder einschlafen können. Sie hatte die Decke angestarrt und abwechselnd gebetet, dass die Erinnerungen an ihren gemeinsamen Abend nur ein Traum sein mögen, und gleichzeitig gehofft, sie wären wahr.
    „Haben Sie etwas eingenommen? Eine Aspirin?“
    Sie nickte und wünschte sofort, sie hätte den Kopf nicht bewegt.
    Sein Lächeln war voller Mitgefühl. „Sie sind ein so tugendhafter Mensch, dass ich Sie wohl kaum dazu überreden kann, es mit einem Katerbier zu versuchen, richtig?“
    Dass er so nett zu mir ist, macht alles nur noch schlimmer,dachte sie verzagt, während sich ihr Magen umdrehte. Sie hasste es, wenn Leute versuchten, sich um sie zu kümmern. Schließlich wusste sie Bescheid. Alle versuchten nur, sie solange einzulullen, bis sie ihnen vertraute, und dann wurde sie verlassen. Auf das Spiel würde sie sich nicht noch einmal einlassen.
    „Es geht mir gut“, fuhr sie ihn an und trat einen Schritt zurück. „Meinetwegen können wir losfahren.“
    „Ausgezeichnet.“
    Hannah holte Luft und hielt sich an der Haustür fest, als ihr schwindlig wurde. „Wo ist mein Auto?“
    „Im Carport.“
    Genau das hatte sie befürchtet. Sie erinnerte sich bestenfalls noch an das Ende des Abends. Allerdings wusste sie noch, dass Nick ihr gesagt hatte, sie sei viel zu betrunken, um noch fahren zu können. Dem hatte sie zugestimmt. Also hatte er sie nach Hause gefahren, anstatt zur Polizeistation, wo ihr Wagen stand. Vage erinnerte sie sich, dass Nick ihr versprochen hatte, dafür zu sorgen, dass er in den Carport ihres Reihenhauses gebracht würde. Keine große Sache … nur gab es da ein kleines Problem.
    Sie griff nach dem Schlüsselbund, der noch im Schloss der Haustür hing, suchte den Autoschlüssel und zog ihn heraus. „Einen Autoschlüssel hatten Sie jedenfalls nicht.“
    Sein mitfühlendes Lächeln wurde breiter, und fast hätte sie ihr Gleichgewicht ganz verloren. „Ich weiß. Darum habe ich auch einen meiner Geschäftspartner gebeten, sich darum zu kümmern. Wahrscheinlich sollten Sie lieber nicht zu viele Fragen stellen.“
    Sie schloss die Augen. Nick hatte recht. Fragen – oder wohl eher die Antworten darauf – würden sie nur beunruhigen. Wenn jemand auf dem Parkplatz der Polizeiwache ihren Wagen aufgebrochen und kurzgeschlossen hatte,wollte sie lieber nicht über sämtliche möglichen Konsequenzen nachdenken.
    „Muss ich mir Sorgen machen, dass diese Person eine kleine Spritztour mit meinem Wagen unternommen haben könnte?“ Sie schlug die Augen wieder auf und sah ihn an. „Es wurde doch wohl nicht im Vorbeifahren daraus geschossen oder Ähnliches?“
    Er legte die Hand an die Brust. „Ich bin zutiefst verletzt. Sie reden ja, als wäre ich ein Gangster. Hannah, ich bin in der Immobilienbranche tätig. Ich bin gern bereit zuzugeben, dass ein paar meiner Angestellten ein wenig …“ Er unterbrach sich.
    „Kreativ im Umgang mit dem Gesetz sind?“, schlug sie vor.
    „Genau. Aber ich bin sauber. Das haben Sie selbst gesehen.“
    „Ja, das stimmt.“
    Und sie hatte auch gesehen, wie er zur Wache kam, für seine Mitarbeiter die Kaution stellte und sie aus dem Gefängnis holte. Nur eine Wahnsinnige würde Nick Archer ihrer Mutter vorstellen. Eine Wahnsinnige, die wirklich verzweifelt war.
    „Sie werden es sich doch wohl nicht noch einmal anders überlegen?“, fragte er.
    „Oh nein.“ Das entsprach durchaus der Wahrheit, denn sie war bereits zum fünften oder sechsten Mal damit beschäftigt, es sich anders zu überlegen. Schon öffnete sie den Mund, um ihm das zu sagen und ihn wissen zu lassen, dass es nie und nimmer funktionieren konnte. Stattdessen aber wies sie auf ihr Gepäck und erklärte: „Alles fertig gepackt.“
    In ihrer Verfassung war sie geneigt einzuräumen, dass sie ein paar Stunden in seiner Gesellschaft verbringen und den Mann

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