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Dein Laecheln in meiner Daemmerung

Dein Laecheln in meiner Daemmerung

Titel: Dein Laecheln in meiner Daemmerung
Autoren: Cathy McAllister
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schritt, da dachte ich noch: ›Der ist nicht von dieser Welt‹ und hatte damals noch keine Ahnung, wie richtig ich damit lag. Cole war alles andere als ein durchschnittlicher Junge. Mit seinen etwas längeren, schwarzen Haaren und den leuchtend blauen Augen sah er bereits unverschämt gut aus, doch er hatte auch so eine Bad-Boy-Ausstrahlung, welche die Mädchen an meiner Schule wie magisch zu ihm hinzog. Ich wusste mittlerweile, dass er sowohl ein knallharter Kämpfer als auch ein einfühlsamer Junge sein konnte. Je nachdem, in welcher Situation er sich befand.
    Als Cole das erste Mal Interesse an mir zeigte, war ich so verunsichert gewesen, dass ich ihm eine eiskalte Abfuhr erteilt hatte. Ich fühlte mich unattraktiv mit meinen Kurven und den nicht zu bändigenden roten Haaren. Selbst jetzt, einige Pfunde leichter, war ich noch immer etwas unsicher, was mein Äußeres anbelangte. Nur wenn Cole mich ansah, fühlte ich mich schön. Ich wusste, dass ich es in seinen Augen war. Er sagte es mir nicht nur oft genug, er zeigte es mir immerzu, mit seinen Blicken, seinen Berührungen und seinen Küssen.
    Eine Tür öffnete sich und Cole trat in den Flur. Er lächelte, als sein Blick auf mich fiel. Dann kam er näher, stellte sich hinter mich, legte sein Kinn auf meinen Kopf und zog mich an seinen durchtrainierten Körper heran.
    »Ich liebe dich«, flüsterte er in mein Ohr und ein warmer Schauer glitt prickelnd über meinen Rücken.
    »Ich dich auch«, erwiderte ich und schloss seufzend die Augen, als er begann, an meinem Ohrläppchen zu knabbern.
    »Soll ich dir mein Zimmer zeigen?«, raunte er heiser.
    Ein wohliger Schauer kroch mir über die Haut und das Atmen fiel mir schwer.
    »Deine Eltern«, erinnerte ich ihn mit klopfendem Herzen.
    »Die kommen nicht unangemeldet in mein Zimmer«, sagte Cole. »Aber ich kann abschließen, wenn du willst.«
    Ich war wirklich versucht, ja zu sagen, aber ich musste zu meiner Mum. Musste es endlich hinter mich bringen, anstatt es noch länger hinauszuzögern.
    »Ich bin eigentlich hochgekommen, weil ich dich fragen wollte, ob du mich nach Hause fahren kannst. Ich kann meine Mum nicht ewig warten lassen.«
    Cole seufzte leise.
    »Ich vermisse die drei Monate, in denen ich dich ganz für mich alleine hatte, jetzt schon.«
    Ich drehte mich zu ihm um, legte ihm die Arme um den Hals und strich durch seine Nackenhaare.
    »Ich komme morgen Vormittag«, versprach ich. »Aber dieser Abend gehört meiner Mum.«
    »Ich weiß«, sagte Cole und küsste meine Nasenspitze. »Aber das ändert nichts daran, dass du mir heute Nacht schrecklich fehlen wirst.«
    »Wir sehen uns im Traum«, erwiderte ich lächelnd.
    »Ja.« Er küsste mich. Kurz, aber mit einem deutlichen Versprechen darin, das mich atemlos zurückließ, als er sich von mir löste. »Komm, lassen wir deine Mum nicht länger warten.«
    »Ich will mich noch verabschieden«, sagte ich. »Wo ist dein Vater?«
    Cole wies auf eine Tür den Gang runter und ich betrat ein Büro, in dem Basser über ein paar Unterlagen saß. Er blickte zu mir auf, als ich hereinkam, und schenkte mir ein warmes Lächeln.
    »Alles klar, Mädchen?«, fragte er.
    »Ja«, erwiderte ich und trat näher. »Cole bringt mich jetzt heim. Ich wollte mich nur verabschieden.«
    »Grüß deine Mum von mir. Sie hat sich solche Sorgen darum gemacht, was sie zu dir sagen soll, wenn du heimkommst. Gib ihr eine Chance, ja? Sie hat Großes geleistet in den letzten Monaten.«
    »Ich weiß. Ich werde mir Mühe geben. Aber es ist auch nicht einfach für mich.«
    »Sie mag nicht deine leibliche Mutter sein, doch sie hat sich entschieden, dich als ihre Tochter anzusehen. Sie hätte dich weggeben können, nachdem dein Dad erschossen wurde. Aber sie hat dich behalten. Das darfst du nicht vergessen. Ich will damit nicht schönreden, was sie in den letzten Jahren falsch gemacht hat, doch ich denke, dass sie eine zweite Chance verdient hat.«
    »Ich weiß«, sagte ich. »Ich … ich geh dann mal jetzt.«
    Ich wandte mich um und ging auf die Tür zu.
    »Faith«, rief Basser und ich wandte mich noch einmal um.
    Er lächelte.
    »Du schaffst das«, sagte er. »Du bist ein starkes Mädchen.«
    Ich nickte und ging. Ich war mir nicht sicher, ob er nur das Treffen mit meiner Mutter gemeint hatte. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass mehr in seinen Worten steckte.

K apitel 2
    Narjana wippte wütend mit dem Fuß. Sie war die letzte halbe Stunde wie eine Furie auf und ab gerannt und hatte alles kurz

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